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Die 10 absolut subjektiv besten Filme aller Zeiten

Ich habe ja schon länger mal vorgehabt, die meiner Meinung nach besten Filme aller Zeiten zu küren. Das scheiterte aber immer wieder daran, dass ich mich nicht entscheiden konnte und zudem ungern eine Liste aufstellen wollte, mit der ich allein deshalb unzufrieden sein würde, weil ich mit Sicherheit viele Filme gar nicht kenne, die aber eigentlich, würde ich sie denn kennen, in diese Liste gehörten.

Mit der vor einigen Tagen erschienenen Liste der von “Fachleuten” gewählten besten Filme aller Zeiten, über die ich ja auch ausführlich schrieb, kam der Wunsch wieder auf, doch meine eigene Liste zusammenzustellen. Mittlerweile an einem Punkt angekommen, an dem ich mir auch einfach mal erlaube, später solche Listen über den Haufen zu werfen und neu aufzubauen, habe ich es nun endlich geschafft, die zehn zum jetzigen Zeitpunkt besten mir bekannten je gedrehten Filme zu finden und in Reihenfolge zu bringen.

Bei der Auswahl, die bei der Masse an Filmen, die ich kenne, sonst schier unmöglich gewesen wäre, war vor allem hilfreich, dass ich seit einer ganzen Weile möglichst alle Filme, die ich sehe und schon gesehen habe, auf Moviepilot zu bewerten und so schon mal eine Vorauswahl treffen zu können. Die Reihenfolge fiel mir dennoch schwer, aber ich denke, ich habe nun eine gefunden, mit der ich sehr zufrieden bin. Fangen wir also an!

10. Donnie Darko

(Richard Kelly) 2001

Twenty-eight days, six hours, 42 minutes, 12 seconds. That is when the world will end.

http://www.youtube.com/watch?v=Vlt-F9IUy0s
Richard Kellys Regie-Debut galt wie die meisten der Filme dieser Liste nicht gerade als Blockbuster und avancierte erst später zu einem ziemlichen Kultfilm. Die komplexe Story zwischen Coming of Age, Sci-Fi und Horror wurde dank toll spielenden Darstellern und einer grandiosen Songauswahl zu einem Meisterwerk.

09. The Fall

(Tarsem Singh) 2006

Are you trying to save my soul?


Auch “The Fall” hatte es erst schwer. Obwohl Tarsem Singh mit “The Cell” als Debut einen erfolgreichen Sci-Fi-Thriller ablieferte, fiel es ihm schwer, sein ambitioniertes Zweitwerk an den Mann zu bringen und finanzierte den Streifen über mehrere Jahre durch Dreh von Musikvideos und Werbespots. Die visuell atemberaubende Geschichte um einen depressiven Stuntman, der einem kleinen Mädchen (traumhaft gespielt von der völlig unerfahrenen Catinca Untaru) eine fantasiereiche Abenteuergeschichte erzählt, war nicht gerade ein Publikumsmagnet, ist aber auf so vielen Ebenen genial, dass man ihn mehrfach sehen sollte.

08. Pulp Fiction

(Quentin Tarantino) 1994

That’s a pretty fucking good milkshake. I don’t know if it’s worth five dollars but it’s pretty fucking good.


Zu Tarantinos Meisterwerk[1] muss ich vermutlich nicht mehr viel sagen. Der Indie-Film, den fast jeder gesehen hat und aus dem jeder fließend zitieren kann, gehört für mich einfach zu den absolut besten Filmen überhaupt.

07. Lost in Translation

(Sophia Coppola) 2003

I’m trying to organize a prison break. I’m looking for, like, an accomplice. We have to first get out of this bar, then the hotel, then the city, and then the country. Are you in or you out?


Auch “Lost In Translation” dürfte den meisten ein Begriff sein, hatte er doch dank der Hauptdarsteller Bill Murray und Scarlett Johansson sowieso schon gute Karten, viele Menschen ins Kino zu locken. Die unheimlich introvertierte, ruhige Story wird allerdings den Mainstream eher doch etwas abgeschreckt haben, war für mich aber sowohl im Schaffen Bill Murrays als auch für das Komödienfach selbst eine absolute Offenbarung.

06. Fight Club

(David Fincher) 1999

This is your life and it’s ending one minute at a time.


Wenn ich zurückdenke, wie ich “Fight Club” damals erst für einen langweiligen Kampffilm hielt und ihn erst links liegen ließ, bin ich unheimlich dankbar, dass mich irgend eine Fügung doch noch dazu brachte, mir den Film anzuschauen, denn der Titel und die oberflächliche Prämisse des Films sagen absolut nichts über die stilistische und auch inhaltliche Genialität dieses Werks aus. David Fincher schaffte es, Chuck Palahniuks durchgeknallten Roman perfekt auf die Leinwand zu bringen und ihm dabei noch einen unverwechselbaren Stempel aufzudrücken. Die Tonnen an Details sorgen selbst nach der 100sten Sichtung immer noch für Aha-Erlebnisse. So muss ein guter Film funktionieren!

05. Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb

(Stanley Kubrick) 1964

Gentlemen, you can’t fight in here! This is the War Room.


Kommen wir zum überraschend einzigen Film der Liste, der älter ist als ich selbst. OK, vielleicht ist das gar nicht so überraschend, denn ich mache keinen Hehl daraus, dass ich lange Zeit mit alten Schinken nicht viel anfangen konnte und erst langsam die Welt der Klassiker entdecke. Bei Dr. Strangelove fiel es mir aber alles andere als schwer, den Film zu mögen, denn diese gnadenlose Satire auf den kalten Krieg war damals schon ihrer Zeit voraus. Dem hintergründigen und tief schwarzen Humor konnte der Zahn der Zeit nichts anhaben und zündet auch heute, trotz Wegfall des damals herrschenden Konflikts zwischen den USA und der UDSSR, noch perfekt.

04. Requiem for a Dream

(Darren Aronofsky) 2000

Was I supposed to watch you push off and not go myself?


Dieser Film findet sich zu recht in so einigen Bestenlisten, den mit ihm perfektionierte Darren Aronofsky seinen wegweisenden Schnittstil und lieferte gleichzeitig ein absolut eindringliches Drogen-Portrait ab, das man auch dringend gesehen haben sollte, wenn man dem Thema an sich nicht viel abgewinnen kann. Ihr werdet es nicht bereuen! Auch der Soundtrack kann übrigens als wegweisend angesehen werden, denn kein Stück wurde seitdem wohl häufiger zur Untermalung völlig anderer Trailer und sonstiger Videos genutzt, um sie episch zu machen, als “Lux Aeterna”.

03. Night on Earth

(Jim Jarmusch) 1991

Look, yeah, it’s allowed! This is New York!

http://www.youtube.com/watch?v=BuoBG0ASTRw
“Night on Earth” liegt mir ganz besonders am Herzen, auch wenn er nicht Platz 1 erreicht hat, wird er doch wohl derjenige unter meinen liebsten Filmen sein, der die meisten Zuschauer abschreckt, denn zu diesem Film existiert keine deutsche Synchronisation. Um genau zu sein, ist der Film nicht mal im Original rein einsprachig und wer nicht gerade englisch, französisch, italienisch, finnisch und deutsch fließend versteht, wird nicht ohne die teils sehr schnellen Untertitel (insbesondere dank der Rekordmonologe von Roberto Benigni) auskommen. Dennoch kann ich nur wärmstens dazu raten, dieses unglaublich geniale Kleinod von einem Episodenfilm zu schauen, denn die fünf gezeigten Storys sind absolut schön und nicht selten ziemlich verschroben.

02. Pi

(Darren Aronofsky) 1998

10:15, personal note: It’s fair to say I’m stepping out on a limb, but I am on the edge and that’s where it happens.


Als einziger Regisseur mit zwei Filmen in meiner Liste, ist schwer zu leugnen, dass ich den Stil von Darren Aronofsky absolut mag. Um genau zu sein, konnte ich mich sogar nur schweren Herzens dazu durchringen, sein sehr gemischt aufgenommenes Werk “The Fountain” nicht mit in die Top 10 aufzunehmen. Sein für mich absolut bester Streifen bleibt aber immer noch sein Debut, denn dieser klaustrophobische Thriller ist durch seine Musik, den Schnitt und die ungewöhnliche, aber geniale Story so fesselnd, wie kein anderer Film. Einfach nur groß!

01. Being John Malkovich

(Spike Jonze) 1999

You see the world through John Malkovich’s eyes. Then after about 15 minutes, you’re spit out into a ditch on the side of the New Jersey Turnpike!


Natürlich darf mein liebster Drehbuchautor überhaupt nicht in dieser Liste fehlen. Fallen so ziemlich alle von Charlie Kaufman geschriebenen Drehbücher durch absolut verschrobene und wenig mainstreamkompatible, aber dennoch die Zuschauer begeisternde Storys auf, bleibt aber doch “Being John Malkovich” seine beste Arbeit, natürlich nicht zuletzt dank der genialen Regiearbeit von Spike Jonze und den Darstellern, die fast allesamt aus ihren typischen Rollen ausbrechen und den Film zu einem absoluten Meisterwerk machen. Es gibt sicher keinen zweiten Film, den ich jederzeit wieder schauen könnte und dabei jedes Mal aufs neue beim Abspann derart begeistert bin. Allein deshalb muss dieser Film einfach auf Platz 1!

Fazit

Es war wirklich nicht leicht, diese Liste aufzustellen, denn es gibt noch so viele andere Filme, oft von den selben Regisseuren, die hier dabei waren (und natürlich auch von einigen anderen absoluten Lieblingsfilmemacher, die ich einfach aussieben musste), die nur ganz mininal weniger genial sind, als die zehn genannten. Eine Top 50 hätte aber den Rahmen gesprengt und wäre mir vermutlich gleich noch schwerer gefallen. Drum seid euch sicher, dass ich auch in Zukunft natürlich weiter die Werbetrommel für die vielen absolut genialen Filme rühren werde, die da draußen zu finden sind.

Findet ihr euch in dieser Top 10 auch ein wenig wieder? Oder würde eure Bestenliste völlig anders aussehen? Sind zu viele moderne Filme dabei? Oder fallen euch noch andere Streifen ein, die eigentlich dringendst dazu gehören würden, mir aber vielleicht einfach noch unbekannt sind? Teilt’s mir mit, denn ich kann nie genug Empfehlungen haben!

  1. ich weiß, es gibt Glaubenskriege, welcher seiner Streifen denn nun sein bester ist, aber das hier ist nun mal meine Liste und mein Geschmack! []

Kommentare

1

Being John Malkovich & Night on Earth habe ich noch nicht gesehen, aber keinem der gesehenen Filme würde ich unter 8 von 10 Punkten geben. Ich bemerke immer wieder wir gut dein Film geschmack ist! ^^

geschrieben von Sumi
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2

Da würden einige Filme auch bei mir auftauchen, der Rest der Liste würde dagegen mit 80er Jahre Klassikern à la “The Goonies” und Blockbustern à la “Jurassic Park” aufgefüllt werden. Ich bin da recht einfach gestrickt… 😉

geschrieben von bullion
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3

@Sumi:

Being John Malkovich ist einer der Filme, die Du vor Deinem Tod unbedingt noch sehen solltest.

geschrieben von Jessi
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4

Fight Club würde bei mir weiter oben landen und mir fehlt Blade Runner. UND ich muss endlich Beinig John Malkovich gucken.

geschrieben von kamil
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5

Ich lobe es sehr, dass Donnie Darko mit in deiner List steht! Ein wirklich großartiger Film, der weiterhin eindeutig zu vielen unbekannt ist!
Du lobst die starke Songsauswahl. Hier unterscheiden sich der Directors Cut und die Kinofassung! Deutlich besser finde ich sowohl inhaltlich, als auch bei der Songauswahl den Directors Cut!

geschrieben von Basti
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I’m travelling the wonderful loneliness of the headphone silence

Ane Brun

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