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FilmkritikThe Dark Knight Rises

Age has robbed you of your strength! Victory has defeated you!

Da hat Christopher Nolan sich ja was eingebrockt! Liefert er doch mit “The Dark Knight” mal eben einen der meist gefeierten Filme aller Zeiten ab, ohne sich geschickt aus der Affaire zu ziehen und diesen als letzten Teil seiner Batman-Reihe zu konzipieren. Was folgte, ist ein unglaublicher Hype um den Nachfolger, dem dieser von vorn herein kaum gerecht werden konnte. Nun hat sich das Finale der Nolanschen Batman-Trilogie ins Kino getraut und schlägt sich gar nicht mal so übel!

Nachdem Batman im Vorgänger Harvey Dent aka Two Face zur Strecke brachte, dessen Taten aber auf sich nahm, um Gotham zu schützen, zog Bruce Wayne sich als gebrochener Mann aus der Öffentlichkeit zurück. Nicht zuletzt dank des rigorosen “Dent-Act”, der schnellere Verurteilungen von Kriminellen ermöglichte, wurden die Dienste des Batman nicht mehr gebraucht, bis allerdings der Söldner Bane nach Gotham kommt und die Stadt in Angst und Schrecken versetzt.

Auf den ersten Blick wirkt die Story des heiß erwarteten Streifens etwas lieblos ausgedacht. Glücklicherweise steckt unter der Oberfläche aber eine sich nach und nach immer mehr entfaltende, komplexe Geschichte voller Symbolik und Querverweisen zu den ersten beiden Streifen, die sowohl Kenner der Comics als auch Unbedarfte öfters Aha-Erlebnisse beschert. Die 164 Minuten des Films wurden fast zu gut gefüllt, denn Verschnaufpausen zwischen der Action und enthüllenden Handlungssträngen sind rar gesät.

Diese dichte Atmosphäre verschleiert, teils mehr, teils weniger gut, ach einige kleine Schwächen, die natürlich das gefundene Fressen für kritische Stimmen nach diesem utopischen Hype darstellen. Neben der im Originalton doch gewöhnungsbedürftigen Stimme Banes, die nur noch vom der etwas zu übertriebenen Bassstimme Batmans getoppt wird[1], leidet der Streifen vor allem an einigen Storylöchern und hier und da überraschend holpriger Schauspielerei von Christian Bale und Marion Cotillard, die nicht hätten sein müssen.

Für mich persönlich litt das Sehvergnügen aber glücklicherweise kaum darunter. Im Gegenteil machten viele gerade für Fans geniale Details im Streifen die Schwächen locker wieder wett. Beispielsweise wird Selina Kyle im ganzen Film, passend zum realistischeren Ansatz der Nolan-Fassung, zwar nie Catwoman genannt, dennoch lebt der Charakter natürlich von seinen katzenhaften Zügen und bekommt sogar auf subtile und äußerst gelungene Weise Katzenohren auf den Kopf, ohne lächerlich zu wirken.

Sicher, “The Dark Knight Rises” wird seinem Hype nicht gerecht und gehört sicher auch nicht zu den aller besten Filmen von Christopher Nolan. Angesichts der Tatsache, dass Nolan bisher ausschließlich ausgesprochen gute Streifen abgeliefert hat und der Hype um das Batman-Finale unglaubliche Ausmaße annahm, muss der Film diese Prädikate auch gar nicht aufweisen, um trotzdem ein absolut sehenswerter und guter Film zu sein. Ich kann nur empfehlen, ihn wie ich im Originalton zu sehen und möglichst Spoiler zu meiden, denn der Film geizt nicht mit Enthüllungen.

Zu guter Letzt muss ich mal ein Lob für das Studio Filmtheater aussprechen. Ich muss sagen, dass ich Jahre nicht mehr in Kiels ältestem Kino war und es damals nicht wirklich lohnenswert war. Seit der Neueröffnung 2009 haben die Betreiber das Lichtspielhaus aber wieder zu altem Glanz verholfen und locken mit einer Mischung aus Blockbustern und interessanten Indiefilmen sowie einem tollen, weit von den großen Ketten entfernten Ambiente die Cineasten ins Haus. Besonders die Tatsache, dass in Zukunft verstärkt Filme im Originalton gezeigt werden, wird mich garantiert öfters dort hin locken. Zum Auftakt zeigen die Jungs mutigerweise “The Dark Knight Rises” ausschließlich als OmU!

Rating: ★★★★★★★★½☆ 

  1. Beides nehme ich aber weitaus lieber, als die nach den Trailern zu urteilenden ausdruckslosen Sprechern der deutschen Synchro! []

Kommentare

1

Ich mochte viel an dem Film, vor allem Bane. Aber der Film hat so viele eklatante Schwächen in der Story und vor allem an dem so hoch gelobten “Realismus” in der Nolan-Trilogie ist einfach nicht existent.
Das Ende enttäuschte mich dann maßlos – da schreibe ich gar nicht mehr, damit ich nicht Gefahr laufe zu spoilern.

geschrieben von Dos Corazones
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2

Kann dir nur zustimmen. Wird dem Hype nicht ganz gerecht, aber ist dennoch ein toller Film, der eindeutig auch ein ganz gutes Ende der Trilogie ist :D.

geschrieben von Lordy
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