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FilmkritikMoonrise Kingdom

Dear Suzy, walk four hundred yards due north from your house to the dirt path which has not got any name on it. Turn right and follow to the end. I will meet you in the meadow.

Der in den 60ern in einem Pfadfinder-Lager auf einer kleinen Insel lebende Waisenjunge Sam verliebt sich in die gleichaltrige Suzy und reißt zusammen mit ihr aus, um dem langweiligen Alltagsleben zu entkommen. Scout Master Ward, Polizist Sharp und Suzys Eltern machen sich verzweifelt auf die Suche nach dem beiden, denn ein Jahrhundert-Sturm bahnt sich an.

Was sich auf den ersten Blick wie die Zusammenfassung eines dramatischen Katastrophenfilms liest, ist das Setting einer der liebenswürdigsten Abenteuer-Komödien seit langem. Regisseur Wes Anderson bediente sich bei den Erfahrungen aus seinen vorhergehenden Filmen und baute aus den Familienproblemen der Royal Tenenbaums, der Abenteuerlust der Tiefseetaucher und dem Coming-Of-Age-Element aus Rushmore sein bisher wohl schönstes Werk.

Überraschend wenige übliche Anderson-Darsteller (Bill Murray und Jason Schwartzman) sind diesmal dabei, dafür holte der Regisseur sich mit Edward Norton, Bruce Willis, Frances McDormand, Tilda Swinton und Harvey Keitel weitere hochkarätige Schauspieler ins Boot, die – vor allem im Falle von Willis – aus ihren vertrauten Genres ausbrechen und ihr Können beweisen.

An die Wand gespielt werden sie allerdings allesamt von den Newcomern Kara Hayward und Jared Gilman, die das flüchtende Kinderpaar einfach genial auf die Leinwand bringen. Sie schafften es sogar, dass Wes Anderson den wirklich nur gespielten Zungenkuss für echte Leidenschaft hielt, obwohl es für beide immerhin erst 13-Jährigen der erste Zungenkuss war.

Natürlich kommt auch Moonrise Kingdom mit den zu erwartenden, verschrobenen und kunstvoll verspielten Details daher, die man an Anderson-Filmen so liebt. Alles ist perfekt inszeniert, selbst bei einem Unfall auf den ersten Blick zufällig losgehende Feuerwerksraketen sind penibel choreographiert. Zusammen mit dem ebenso makellos zusammengestellten Soundtrack ergibt sich ein Gesamtpaket, das man so schnell nicht vergessen wird.

Nur wenige Regisseure haben einen so eindeutig erkennbaren Stil wie Wes Anderson. Während Hasser eh einen Bogen drum machen, dürften die meisten Fans sicherlich ohne viel zu überlegen das Geld für die Kinokarten zücken und es auch sicher nicht bereuen. Wer Neuling in der wunderbaren Welt des Wes Anderson ist, wird aber vermutlich keinen besseren Film als Einstieg finden als diesen! Unbedingt anschauen!

Rating: ★★★★★★★★★½ 

Kommentare

1

Das war tatsächlich mein erster Film von Wes Anderson – und der hat mich mit seinem einzigartigen Humor, seiner Detailverliebtheit und allen voran dem hervorragenden Cast echt umgehauen. Seitdem kam ich immerhin noch zu seinem FANTASTIC MR. FOX, dem zwar ebenfalls viel Herzblut anzumerken war, insgesamt aber recht flau daherkam. MOONRISE KINGDOM ist zumindest bis dato meine persönliche Komödie des Jahres.

geschrieben von Dos Corazones
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2

@Dos Corazones: Im Vergleich kann Mr. Fox auch nicht mithalten, wobei ich den Film auch sehr gern mag. Als nächsten Anderson würde ich ja “Die Tiefseetaucher” empfehlen. Den hat “Moonrise Kingdom” in meinen Augen nur ganz knapp geschlagen.

geschrieben von beetFreeQ
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Kein Wind bewegt die Stille,
die Luft ist regungslos,
als wenn die Welt an diesem Ort in ihrem Atmen innehält

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