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Origins #23Famous Remixes

Gerade in unserer kommerzialisierten Musikwelt sind wir es fast schon gewöhnt, dass Coverversionen aus dem Boden sprießen wie nichts gutes. Oft von Retortenbands gespielt, die nicht mal geboren waren, als das Original erschien, und natürlich oft genug noch weit erfolgreicher und damit bekannter als dieses. Was für Cover nichts besonderes ist, trifft auf einen Remix allerdings weit seltener zu. Gerade in der elektronischen Musik gehören ein paar Remixe zum guten Ton auf einer Single, diese ordnen sich aber meist dem Original unter, was natürlich auch dran liegt, dass sie für diesen als Beiwerk erscheinen. Es kommt aber doch hier und da mal vor, dass so ein Remix weit größere Bekanntheit erlangt als die zugrunde liegende Fassung und nicht selten für das eigentliche Original gehalten wird. Drei dieser Beispiele habe ich euch heute aufbereitet!

Moloko – Sing It Back (Boris Musical Mix)



Wer 1999 in einem Disco-fähigen Alter war, wird unter Garantie nicht um diesen Song herum gekommen sein. Moloko, bis dahin eher in Indie-Kreisen für ihren Trip-Hop bekannt, landeten mit einem Housetrack den Sommerhit schlechthin. Mit dem Original wäre in einer Disco dagegen kein Blumentopf zu gewinnen gewesen. Für Róisín Murphy war das eher melancholisch holpernde Stück im Herzen immer tanzbar und so entschied man sich, die Singleveröffentlichung nur mit Remixes zu bestreiten und das Original außen vor zu lassen. Die Version von Boris Dlugosch wurde dabei zum Aushängeschild und sorgte für den plötzlichen Ruhm, der stilistisch auch die folgende Single “The Time Is Now” beeinflusste, wenngleich diese glücklicherweise nicht in House abdriftete. Mir persönlich gefällt das Original ja auch besser.

Cornershop – Brimful Of Asha (Norman Cook Remix)

http://www.youtube.com/watch?v=W6QG_7y4ujU

Noch zwei Jahre weiter zurück geht Cornershops “Brimful Of Asha”. Als laidback Indie-Rock konnte der Song zwar gefallen, sorgte aber nicht gerade für Höhenflüge in den Charts. In den Clubs fand sich aber eine limitierte 12″ eines Remixes von Norman Cook (besser bekannt als Fatboy Slim), die plötzlich auch im Radio lief und ein Hörerfavorit wurde. Die Zweitauflage der Single, diesmal natürlich inklusive Remix, stieg dann natürlich auch direkt in die Charts ein und machte die Band erst recht bekannt. Welche ich persönlich besser finde, kann ich kaum entscheiden.

Tori Amos – Professional Widow (Armand’s Star Trunk Funkin’ Mix)


http://www.youtube.com/watch?v=JIS2U8grY1E
Tori Amos hatte bis zu ihrem Album “Boys For Pele” mit Elektronik oder treibenden Rhythmen absolut nichts am Hut. Als aber kurzerhand ihr Song Professional Widow von Armand Van Helden remixt wurde, entdeckte sie die Rhythmik für sich, was ihre späteren Werke positiv beeinflussen sollte. Genau so beeinflusste die Version aber auch ihren kommerziellen Erfolg, denn dank der Remixfassung eroberte der Song verschiedene Charts, wenngleich er in meinen Augen bei weitem nicht an das Original heran kommt.

I’ll unlock you immediately. Then we’ll run amok. Or if you’re too tired we’ll walk amok.

Casino Royale (1967)

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