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FilmkritikJohn Carter

When I saw you, I believed it was a sign… that something new can come into this world.


Bürgerkriegsveteran John Carter wird, nachdem er eine mysteriöse Höhle voller Gold entdeckt, durch ein Amulett auf den Mars teleportiert, wo er mitten in den Krieg zwischen den Städten Helium und Zodanga gerät. Dank seiner durch die geringere Schwerkraft enorme Sprungkraft zeigt er sich schnell als Hoffnungsträger der verzweifelten Prinzessin Dejah.

Wer die Vorlage kennt, weiß, dass er kein hochgestochenes, modernes Sci-Fi-Epos erwarten kann. Dennoch suggerierten die 250 Mio. Dollar Budget und die Trailer im Vorfeld, dass Disney mit Wall-E- und Nemo-Regisseur Andrew Stanton genau das aus der Vorlage machen wollte. Herausgekommen ist ein Mischling, der nicht so ganz weiß, ob er sich augenzwinkernd dem Pulp hingeben soll oder ein ernstzunehmendes Epos sein will.

Die ursprüngliche, mittlerweile 100 Jahre alte Story wirkt nach heutigem Empfinden natürlich ziemlich antiquiert. Der halbnackte Held, die ebenso leicht bekleidete Prinzessin, zwei fantastische Völker im Krieg, dazu ein primitiveres Alienvolk, viele Kämpfe und allerlei Schlachten. Die üblichen Pulp-Zutaten der damaligen Zeit eben. Dennoch erlangte John Carter einen Erfolg, der bis heute hielt und natürlich auch schon oft Hollywood auf den Plan rief. nach unzähligen, nicht selten wegen mangelnder technischer Möglichkeiten gescheiterten Versuchen gelang es dann endlich Disney und Pixar das Material umzusetzen.

Vielleicht hätten aber gerade geringere technische Mittel dem nicht wirklich ernst zu nehmenden Pulp-Stoff gut getan. Die Hochglanz-Optik und überraschend ernste Erzählweise passt so gar nicht zur Story. Der Film schreit nach Komik und Action, wird aber durch langatmige Szenen und zu hölzerne, sich zu ernst nehmende Darsteller um sein Potential beraubt.

Es gibt aber auch Positives zu vermelden. Der pfeilschnelle Alienhund hat den Preis für das sympathischste Filmmaskottchen der letzten Jahre verdient. Die 3D-Inszenierung ist wunderbar unaufgesetzt und in meinen Augen sogar noch ein großer Fortschritt zu der teils verunglückten Technik von Avatar. Auch das natürlich stark auf Fortsetzung ausgelegte Ende versöhnt überraschend mit den Unzulänglichkeiten der hahnebüchenen Story.

“John Carter” ist kein wirklich schlechter Film, aber er ist sicher auch nicht das geworden, was sich viele Fans der Vorlage gewünscht hätten. Andrew Stanton hat sich hier keinen Gefallen getan, denn Stoff und Regisseur passten einfach nicht so wirklich zusammen. Ob nun beispielsweise die mal im Gespräch befindlichen Robert Rodriguez oder Jon Favreau die Sache besser gemacht hätten, wird man nicht erfahren. Dennoch werde ich mir die wohl schon in Arbeit befindliche Fortsetzung ansehen, sofern sie es denn ins Kino schafft, denn irgendwie will man doch wissen, wie es mit den Völkern des Mars weiter geht. Und ein wenig hirnlose Popcorn-Action mit schicken Bildern hat ja auch noch nie geschadet.

Rating: ★★★★★★☆☆☆☆ 

Kommentare

1

Kann ich alles nicht verstehen, da alle, die ich kenne den Film richtig toll fanden und ich erwäge, ein zweites mal ins Kino zu John Carter gehe.
J. Zeidler

geschrieben von J. Zeidler
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