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Rare WavesBjörk

Ich hatte ja als Konsequenz aus meiner Umfragen-Auswertung versprochen, endlich mal die Beitragsreihe “Rare Waves” zu unbekannten Songs populärer Künstler fortzusetzen. Das will ich hiermit nun einlösen und glücklicherweise macht mir Youtube auch keinen Strich durch die Rechnung, denn netterweise sind Raritäten und B-Seiten vieler Künstler im Gegensatz zu den bekannten Stücken oft nicht gesperrt. Und so habe ich einmal wieder tief gegraben und dieses Mal für euch so einige tolle, obskure und vor allem unbekannte Songs herausgesucht, die Björk in ihrer mittlerweile 36-jährigen Karriere aufgenommen hat.

Während viele sicherlich zumindest ihre frühen Bands wie die Sugarcubes kennen, so werden bestimmt selbst für große Fans doch so einige Neuentdeckungen dabei sein und die meisten davon sind weit mehr als langweilige Abfallprodukte von Album-Sessions! Der einzige Wermutstropfen: Ich musste mich doch stark einschränken, denn vor allem in den frühen Jahren hat Björk wirklich viel tolles Material veröffentlicht, das es nie auf Alben geschafft hat. Ich denke, ich habe aber die subjektiv besten herausgefischt!

I Love To Love


Die meines Wissens erste Aufnahme einer singenden Björk ist dieses Cover von “I Love To Love”, das sie 1976 im Alter von gerade mal elf Jahren aufnahm. Nachdem ihre Eltern den Song an die einzige isländische Radiostation schickte und der Song dort gespielt wurde, bekam die Sängerin ihren ersten Plattenvertrag.

Jóhannes Kjarval


Auf dem heute unter Fans sehr begehrtem Debut-Album, das sie auch noch als Elfjährige aufnahm, befand sich neben einigen Covern und skandinavischen Traditionals auch dieser Instrumentalsong, den sie damals selbst komponiert hatte. Das Klavier wird von ihrem Stiefvater gespielt, während sie selbst an der Flöte zu hören ist. Erstaunlich, wie ein so junges Kind einen derart melancholischen Song schreiben kann.

Tappi Tíkarrass – Hrollur


Nach einigen Experimenten mit verschiedenen sehr kurzlebigen Bands zwischen Punk und Jazz-Fusion, von denen leider keine Aufnahmen zu finden waren, fand sich die mittlerweile 16-jährige in der Band Tappi Tíkarrass wieder, mit der sie sogar ein Album aufnahm und in Island einigen Erfolg hatte. “Hrollur” stammt allerdings nicht davon, sondern wurde vermutlich nur live gespielt.

KUKL – Anna


Nachdem Tappi Tíkarrass sich auflösten, machte Björk 1983 mit der Avantgarde-Gothic-Truppe KUKL weiter und entwickelte so langsam ihren heute für sie so typischen Gesangsstil. Dieses rare offizielle Video zum Song “Anna” gibt einen guten Einblick, wie ungewöhnlich sie damals schon war. Zwei Alben veröffentlichte die Band und begleitete Björk auch durch ihre Schwangerschaft, während der sie sogar von einer älteren Frau verklagt wurde, weil sie einen Herzinfarkt erlitt, nachdem sie Björk bei einem Auftritt mit nacktem Bauch sah, während diese im siebten Monat schwanger war.

Sugarcubes – Deus


Die Musik der Band KUKL begann nach und nach aus dem Ruder zu laufen und die Band löste sich auf. Einige Mitglieder, darunter auch Björk, kamen 1986 aber wieder zusammen und begannen unter dem gleichen Namen eher poppige Musik zu machen, benannten sich aber bald in Sugarcubes um und feierten mit ihrer Musik erstmals auch international große Erfolge.

Björk Guðmundsdóttir & tríó Guðmundar Ingólfssonar – Kata Rokkar


Noch während sie mit den Sugarcubes spielte, widmete sich die Isländerin 1990 noch mal dem Jazz und nahm mit dem Tríó Guðmundar Ingólfssonar das Album “Gling Gló” auf, eine Sammlung von teils auf isländisch gesungenen bekannten und neu geschriebenen Jazzsongs. “Kata Rokkar” ist mein Favorit des Albums.

Stígðu Mig


1992 lösten sich letztendlich auch die Sugarcubes auf und Björk begann, sich komplett ihrer Solo-Karriere zu widmen. Ihr erstes Solowerk seit Kindertagen hieß passend zum Neuanfang “Debut” und machte Björk 1993 in kurzer Zeit zu einer der bekanntesten Indiekünstlerinnen überhaupt. Das minimalistisch-akustische “Stígðu Mig” war die B-Seite ihrer zweiten Single “Venus As A Boy” und zeigte, dass sich die Sängerin nicht nur auf die Elektronik spezialisiert hatte, die ihr Album dominierte[1].

Charlene


“Charlene” war die B-Seite zur Single “Isobel” von ihrem Nachfolgealbum “Post”, hätte aber eindeutig mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt.

Sod Off


Das nur mit Streichern unterlegte, wunderschöne “Sod Off” erschient 1997 nach ihrem Album “Homogenic” als B-Seite von “Joga”. Der Song passte stilistisch noch ziemlich gut zum Album…

So Broken


… was man von der zweiten B-Seite der Single eher nicht sagen kann. Der ebenfalls rein akustische Song geht überraschenderweise eher in Mariachi-Richtung und zeigt eine ganz andere tolle Seite der Ausnahmekünstlerin.

Gloomy Sunday


1998 spielte Björk den Klassiker “Gloomy Sunday” live in Walden Woods und schuf damit die gänsehautreizendste Version des Songs, die ich kenne.

Verandi


Nach ihrem Zwischenspiel als Schauspielerin in “Dancer In The Dark” mit passendem Soundtrack widmete Björk sich 2001 ihrem Album “Vespertine”, das bis heute meinen absoluten Favoriten von ihr darstellt. Zu “Hidden Place” gab es gleich eine ganze Reihe von interessanten B-Seiten. Ich habe mich hier für das geniale, episch instrumentierte “Verandi” entschieden.

Amphibian

“Amphibian” erschien als B-Seite zur dritten Vespertine-Single “Cocoon” und kann vor allem mit seiner sphärischen Instrumentierung überzeugen. Wie ihr schon seht, ließ sich der Song leider als einziger nicht einbetten. Drum folgt mir bitte direkt zu Youtube! Es lohnt sich!

The Boho Dance


2000 entstand diese Coverversion zu Joni Mitchells “The Boho Dance”. Sie wurde aber erst 2007 auf einer Tribut-Compilation zur Sängerin veröffentlicht.

The Comet Song


Leider kam Björk nach Vespertine irgendwie davon ab, unveröffentlichte Songs als B-Seiten zu verwenden, so dass wir hiermit einige Alben übersprungen haben und abschließend bei einer Single angelangt sind, die Björk für den Soundtrack zum Animationsfilm “Moomins and the Comet Chase” einspielte.

  1. Ich hätte ja noch viel lieber ihr ähnlich geartetes Stück “Sidasta Eg” vorgestellt, aber leider ist das Video in Deutschland mal wieder gesperrt… []
I smell sex and candy

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