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Projekt HörsturzRezension Runde 62

Mit dem Projekt Hörsturz verhält es sich ein wenig wie mit diesem Winter. Wenn man nicht mehr damit rechnet, dass er noch mal durchstartet, liegt draußen plötzlich Schnee. Mit dem Wiedereinstieg einiger alter Hasen, die jetzt via Rockwork Orange die Musikbloggerszene unsicher machen, könnte auch das Projekt Hörsturz zumindest zeitweise wieder etwas an Aufschwung gewinnen. Vielleicht finden sich dadurch ja auch noch ein paar Neueinsteiger. Ich halte auf alle Fälle weiter die Stellung und beglücke euch hier gleich mal mit dem mittlerweile 62. Rezensionsbeitrag zum Projekt Hörsturz!

Pflichtsongs

Reverend And The Makers – Silence Is Talking

(von LemonHead)
Der Bandname sagt mir irgendwie was, aber so richtig zuordnen kann ich’s nicht. Die ersten Takte warten gleich mal mit der Low-Rider-Melodie auf, die dann in einen stellenweise leicht an die Dandy Warhols und stark an die Butthole Surfers (vor allem “Pepper”) erinnernden Song übergeht. Aber irgendwie dann auch wieder nicht. So ganz weiß ich noch nicht, was ich aus dem Song machen soll, aber ich werde mir auf alle Fälle noch mehr von der Band anhören!

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

Xiu Xiu – Hi

(von Kristin)
Xiu Xiu ist auch so ein Name, der mir definitiv geläufig ist, den ich aber nie wirklich mit einzelnen Songs in Verbindung bringen konnte. Ich war irgendwie der Ansicht, dass es sich dabei um eine etwas exzentrische Sängerin handeln würde. Ein wenig passt der Song dann sogar zu diesem Bild, auch wenn hier wohl doch ein Mann singt. Auf alle Fälle klingt das spannend und die Joy-Division-Anleihen lassen aufhorchen. Werde ich mir auch auf die Merkliste setzen!

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Antimatter – Leaving Eden

(von Konna)
Oha, Konna und ich waren musikalisch ja bisher eher selten kompatibel. Antimatter klingen aber für den Anfang gar nicht mal so unbekömmlich. Eventuell liegt das aber auch nur dran, dass dem Song irgendwie die Ecken und Kanten fehlen und er relativ ereignislos vor sich hin plätschert. Der Song lässt sich zwar ganz gut nebenbei hören, allerdings muss man schon aufpassen, dass er einem nicht unbewusst eine depressive Stimmung verpasst, denn die strahlt er ziemlich stark aus.

Rating: ★★★★☆☆☆☆☆☆ 

Free The Robots – Sci-Fidelity

(von beetFreeQ)
Ganz besondere Stimmungen zu erzeugen ist auch ein Spezialgebiet von Chris Alfaro aka Free The Robots. “Sci-Fidelity” lässt sofort Pulp-Sci-Fi-Szenarien im Kopf entstehen und dreht seinen eigenen kleinen Kopfkinofilm. Ganz wunderbare Musik ist das!

Rating: ★★★★★★★★★★ 

Valleys – Tan Lines

(von Fabian)
Valleys sind mir zur Abwechslung mal absolut unbekannt. Entspannte Akkorde und mehrstimmiger Gesang schallen mir entgegen und ich fühle mich gleich geborgen. Aus dem fast schon etwas zu beliebigen Anfang schälen sich dann aber ein paar tolle, stellenweise psychedelische Elemente, die mir den Song von Takt zu Takt schmackhafter machen. Ich kann gar nicht genau sagen, was es ist, aber mir gefällt absolut, was ich hier höre. Noch eine Band für einen Platz ganz oben in der Merkliste!

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

French Films – Convict

(von JuliaL49)
Französische Filme schaue ich an sich ganz gern, französische Musik kenne ich dagegen eher wenig, aber das bekommen wir von den French Films auch nicht wirklich geboten. Stattdessen gibt’s Indierock aus – und das kommt fast etwas überraschend – Finnland! Der Song ist zwar relativ unspektakulär, hat aber irgendwie den gewissen Schmiss, den er braucht, um sich in meine Ohrmuscheln zu schmeicheln. Kann man sich ganz gut anhören!

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

Gary Clark Jr. – Bright Lights

(von David)
Ein Youtube-Kommentar sagt mir, dass wir es hier mit dem Sprössling eines mir unbekannten Blues-Sängers zu tun haben. Die Genre-Einflüsse sind klar zu hören und der Junge spielt ein wenig eine etwas zu glatt gebügelte Mischung aus Jimi Hendrix und Lenny Kravitz. Das Potential ist definitiv da, aber der Funke will irgendwie nicht so richtig überspringen…

Rating: ★★★★★☆☆☆☆☆ 

Filthy Thieving Bastards – Dumb Dead Goats

(von Michael)
Ich hatte ja etwas mehr Punk erwartet, als ich den Namen las, aber der folkige Rock, der mir entgegenschallt ist mir eindeutig lieber. Der Song erzeugt direkt gute Laune, ohne dabei zu aufdringlich zu sein. Vielleicht ist er sogar etwas zu unaufdringlich, denn viel mehr als angenehme Nebenbeibeschallung höre ich da am Ende leider doch nicht heraus.

Rating: ★★★★★★☆☆☆☆ 

Vanbot – Numb

(von Mars)
Es tut mir ja leid, aber die Stimme der Sängerin macht mir den Song gleich mit dem ersten Takt madig. Vermutlich gibt es einfach zu viele Chartsgören mit exakt der selben Konfektionsstimme, dass ich ordentliche Musik mit so einem Gesangsorgan nicht mehr wirklich zu würdigen weiß. Der elektronische Unterbau kann mich allerdings auch nicht so wirklich überzeugen. So ist es auch nicht wirklich schade, die Musik einfach mal nicht zu mögen.

Rating: ★★★☆☆☆☆☆☆☆ 

Kitty, Daisy & Lewis – I’m So Sorry (live at Banquet Records)

(von Sebastian)
Die drei Namen lassen sich ja irgendwie schwer auf die ganze Masse an Musikern aufteilen, die hier live losjammen und einen angenehmen Rocksteady/Ska auf die Beine stellen. Die schlechte Klangqualität nagt leider ein wenig am Hörgenuss, aber man hört dem Song schon seine Qualitäten an. Vor allem der Instrumentalpart gegen Ende entschädigt für den fast ein wenig langweiligen Gesangspart.

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

Mit durchschnittlich 6,6 Punkten ist die Runde gar nicht mal schlecht ausgefallen. Viel angenehmes Material und kaum Ausfälle dabei. So mag ich das, vor allem weil ein paar Neuentdeckungen dabei herausgesprungen sind!

Mein Vorschlag für Runde 63

Die nächste Sonderrunde steht an und dieses Mal ist zur Abwechslung auch mal die visuelle Seite gefragt. Das Thema “geniale Musikvideos” kommt ja wie gelegen, wo die Audio-Only-Seite Grooveshark in Deutschland sowieso grad ihren Dienst eingestellt hat.

Die Entscheidung, welches Video ich ins Rennen schicken soll, ist mir alles andere als leicht gefallen. Drum habe ich mich bei der Auswahl auf meine drei liebsten Video-Regisseure beschränkt, was aber ein wenig zur Folge hat, dass die Clips vielen sicher bekannt sein dürften. Letztendlich habe ich mich dann einfach mal für Chris Cunningham entschieden, der vor allem mit seinen verstörenden Videos für Aphex Twin für Aufsehen sorgte. Etwas unbekannter aber nicht weniger genial ist sein Video zu Squarepusher’s “Come On My Selector”, das zwar auch verstörend, aber vor allem witzig ist!

Squarepusher – Come On My Selector

Kommentare

1

Gary Clark Jr. ist der Sprössling von einem bekannten Blues-Musiker? Bei Wikipedia steht da nix von.
Er selbst sollte eigentlich sehr bekannt sein, mich hat’s echt gewundert, dass ich ihn nicht kannte. Na gut, ich kenne ja niemanden, hätte aber gedacht, dass der gute Mann allgemein bekannt ist. Ich zitiere mal die Wikipedia:

“Acclaimed as the savior of blues…”
“the leader of the Austin, Texas rock scene”
“Rolling Stone declared Clark “Best Young Gun” in its April 2011, “Best of Rock” issue”
“Mayor of Austin, Kirk Watson, proclaimed May 3, 2001 Gary Clark Jr. day. “

Aber muss man wohl in der Blues-Szene drinstecken, um sowas mitzukriegen.

geschrieben von David
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2

@David: Dass er der Sohn eines Blues-Musikers ist, hab ich bei Youtube aufgeschnappt und glaub ich auch noch an anderer Stelle gelesen. Aber das kann auch Unsinn sein. Gekannt hab ich ihn vorher allerdings auch nicht. Da ich aber auch so gut wie nie TV schaue oder Radio höre, bekomme ich auch nicht so mit, wer außerhalb der Websites, die ich so lese, grad im Rampenlicht steht.

geschrieben von beetFreeQ
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