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Projekt HörsturzRezension Runde 61

Was macht man so, wenn man mit dicker Erkältung allein die Zeit totschlagen muss? Bloggen kommt mir da in den Sinn. Und da ich die aktuelle Runde im Projekt Hörsturz noch nicht bewertet habe, wird das direkt mal erledigt. Acht Songs sind wieder einmal zusammen gekommen und vier der Songs, sogar sechs der Interpreten kenne ich. Ein guter Schnitt würde ich sagen, der sich auch auf die Wertungen auswirken dürfte, vor allem, da mir fast alle der bekannten Interpreten generell gut gefallen!

Pflichtsongs

Various Cruelties – Great Unknown

(von JuliaL49)
Den Anfang macht gleich der erste der zwei Interpreten, die ich vorher nicht kannte. Seichter Indie-Rock/Pop schallt mir ans Ohr und lässt gleich Assoziationen mit Vampire Weekend, den Arctic Monkeys und viel zu vielen anderen hochkommen. In so einem überfüllten Genre muss ein Song ja mindestens eins der folgenden zwei Kriterien erfüllen, um mir zu gefallen: Er muss dem Genre eine interessante eigene Facette geben oder er sollte eine verdammt gute Ohrwurm-Melodie besitzen. Neue Facetten sucht man leider vergebens. Zwar hat der Song seine eigene Linie, die aber auch nur aus bekannten Bausteinen besteht. Leider fehlt allerdings auch der Ohrwurm. Nachdem die letzten Töne verklungen sind, frage ich mich schon, wie die Melodie doch gleich war. So wird das leider nix.

Rating: ★★★★☆☆☆☆☆☆ 

Autobot – der nächste Song heisst “Fick dich”

(von Sebastian)
Der zweite mir unbekannte Interpret folgt auf dem Fuß und hat auf deutsch gesungenen, akustischen Punk im Angebot. Auch hier gelten in etwa die Kriterien, die ich schon bei “Great Unknown” aufstellte, wobei es beim Punk statt des Ohrwurms auch gern ein guter Text sein darf. Leider kann auch der Song hier in keiner der Kategorien punkten. Stilistisch haben wir hier simple Akkorde, eine öde Stimme und wenig Abwechslung – nix besonderes für Punk (mal abgesehen vom Unplugged-Faktor). Melodie ist eh Fehlanzeige und der Text löst nur gelangweiltes Achselzucken aus. Nix für mich also.

Rating: ★★★☆☆☆☆☆☆☆ 

The Electric Prunes – Sold To The Highest Bidder

(von Michael)
Die Electric Prunes kenne ich vom genialen “Nuggets”-Sampler, auf dem tonnenweise vergessene, psychedelische Garage-Perlen aus den 60ern versammelt sind. “Sold To The Highest Bidder” war mir bisher allerdings unbekannt. Der Song ist zwar nicht so genial wie beispielsweise “I Had Too Much To Dream (Last Night)”, kommt aber dennoch mit einem schicken Psychedelic-Gewand daher und kann damit sowieso schon bei mir punkten. Das bestätigt mich darin, dass ich mir die Band auch abseits der Nuggets-Songs genauer ansehen sollte!

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Lana Del Rey – National Anthem

(von David)
Lana Del Rey wird ja derzeit anscheinend von jedem gefeiert, egal ob Indie oder Mainstream. Wieder mal ein Hype, den ich nicht nachvollziehen kann. Stimmlich finde ich die Dame nun nicht so extrem interessant und stilistisch ist dieser Song auch gleich noch ne Ecke mainstreamig-glattgebügelter als das noch ganz okaye “Born To Die”. Ne, ich weiß schon, warum ich versuche, fast alle Massenmedien zu meiden und unabhängig auf Musik-Suche zu gehen.

Rating: ★★★★☆☆☆☆☆☆ 

Pain of Salvation – Ashes (live)

(von cimddwc)
Pain Of Salvation stehen für ordentlichen Progressive Metal, der zwar auch mal ein wenig in Schmalz abdriftet, das aber doch angenehm dosiert. Und da so Progressive Metal ja ein kleines Guilty Pleasure für mich ist, kenne ich “Ashes” auch, allerdings bisher nur in der Studio-Fassung. Zwar ist der Song jetzt mangels Progressive im Metal nicht einer meiner liebsten der Band, die Live-Fassung kommt aber schön episch daher und gewinnt noch ein wenig gegenüber dem Original.

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Wye Oak – Holy Holy

(von Kristin)
Auch “Holy Holy” von Wye Oak ist mir kein unbekannter Song. Zwar konnte ihr Album “Civilian” mich im vergangenen Jahr nicht so sehr begeistern, dass es den Sprung in die Top 30 geschafft hat, aber so den einen oder anderen Durchlauf habe ich ihm schon gegönnt. “Holy Holy” ist ein Favorit des Albums, denn er hat sich eine angenehme, shoegazige Art von Monotonie, die ein wohliges Gefühl im Magen erzeugt.

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

O’Death – Alamar

(von beetFreeQ)
O’Death haben mich in 2011 so richtig weggehauen. Die Band war mir vorher irgendwie immer wieder vom Radar verschwunden, rechtzeitig zu meinen Bestenlisten hatte es dann aber endlich Klick gemacht. “Alamar” ist nur einer der vielen genialen Songs in der unnachahmlichen Art von schmutzigem Folk, der die Band so einzigartig macht. Ganz großes Kino, das sich im Kopf abspielt!

Rating: ★★★★★★★★★★ 

Peter Licht – Sonnendeck

(von Konzertheld)
Ich war mir anfangs ja nicht so sicher, ob ich PeterLicht nun unter Guilty Pleasure ablegen sollte, oder er mir eigentlich nicht peinlich sein muss. “Sonnendeck” war sein großer Hit, schöner Dada-Text, der einen kleinen Sommerhit abgab. Das Stück gefällt mir aber heute immer noch wie damals. Seitdem ich ihn vor drei Jahren live gesehen und als tollen Songwriter schätzen gelernt habe, ist das Guilty vor dem Pleasure aber sowieso längst weggestrichen.

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

6,875 ist doch ein ganz gute Schnitt, muss ich sagen. Leider war bei den mir unbekannten Bands diesmal nichts für mich dabei, aber da kommt sicher mal wieder was.

Mein Vorschlag für Runde 63

Da ich ja auch ne Weile nix wirklich elektronisches mehr hatte, greife ich für die kommende Runde mal auf Free The Robots zurück, den ich hier bisher sowieso zu selten erwähnt habe! Sein Album “Ctrl Alt Delete” hatte ich 2010 nachlässig nur auf Platz 25 der Bestenliste gelassen, rückblickend wäre es aber eindeutig ein Top-10-Kandidat gewesen. “Sci-Fidelity” ist da ein perfektes Beispiel des tollen Stils zwischen Hip-Hop, Jazz und Glitch.

Free The Robots – Sci-Fidelity

Kommentare

1

Was ? So eine schlechte Bewertung für Autobot ?
Wie kann das nur sein ? ;)

Ich finde Autobot derzeit ziemlich überzeugend und gelungen, aber vom rein musikalischen Aspekt wird deine Bewertung schon in Ordnung gehen.

Irgendwann werde ich mal Tagessieger werden mit einem vollkommen überzeugenden, spannenden und gelungenen Musikstück.

geschrieben von Sebastian
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2

@Sebas­tian: Ja sorry, aber der Song hat leider absolut nicht meinen Nerv getroffen. Ist halt alles subjektiv! Ich bin aber auch immer wieder überrascht, welche Songs denn generell in der Runde ankommen und welche durchfallen.

geschrieben von beetFreeQ
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3

@beet­FreeQ: War nicht persönlich gemeint, ich weiß ja wie das ist mit dem eigenen Geschmack und das dieser nicht der Geschmack aller ist.

Aber stimmt, es ist immer wieder überraschend welche Songs gut abschneiden und welche durchfallen.
Manchmal wundere ich mich hier auch ziemlich, bin aber auch immer wieder überrascht über die Ergebnisse.

geschrieben von Sebastian
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Kein Wind bewegt die Stille,
die Luft ist regungslos,
als wenn die Welt an diesem Ort in ihrem Atmen innehält

Kante

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