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Klassiker des RockPaint It, Black

I see a line of cars and they’re all painted black
With flowers and my love, both never to come back

Die Rolling Stones gelten als eine der langlebigsten und einflussreichsten Bands überhaupt. Sie haben unzählige große Hits hinter sich, die fast jeder mitsummen kann. Ein auf den ersten Blick ausgefallenerer ist da schon das psychedelisch-experimentelle “Paint It Black”. Allerdings schafften die Stones es damit 1966 auf Platz 1 in den USA und UK sowie die 2 in Deutschland. Die nächste Nummer 1 wurde erst zwei Jahre später mit “Jumpin’ Jack Flash” erreicht. Auch in den Hitlisten der Musikmagazine rangiert der Song unter den besten. Grund genug, sich mal ein paar Facts und Coverversionen dazu unter die Lupe zu nehmen.

  • Ursprünglich hatte der Songtitel kein Komma, aber das Plattenlabel Decca fügte dieses kurzerhand auf der Single ein und es blieb seitdem bestehen. Der Grund ist unbekannt. Einige vermuten dahinter ein rassistisches Statement, was aber reine Vermutung bleibt[1]
  • Die Band stellte sich den Song ursprünglich als langsames Soulstück vor. Während der Aufnahmesessions spielte Bill Wyman das Intro allerdings scherzhaft an einer Orgel im Stil jüdischer Hochzeitsmusik. Nachdem Charlie Watts leicht orientalische Drums dazu spielte, behielt man das schnellere Tempo bei und ersetzte das Intro durch den von Brian Jones gespielten Sitar, der dem Song seinen großen Wiedererkennungswert verleiht.
  • Auf den ersten Blick handeln die Lyrics von einem Mann, der um seine verstorbene Freundin trauert. Es ist aber auch möglich, dass die Stones damit ausdrücken wollten, dass man sich alles schwarz malen kann. Andere gehen von einem Protest gegen den Vietman-Krieg oder dem Runterkommen nach psychoaktiven Drogen aus. Eine genaue Aussage der Stones ist mir aber nicht bekannt.
  • Die gesamte Band war maßgeblich an der Entstehung des Songs beteiligt, weshalb er die damals bei den Stones üblichen Credits “Nanker/Phelge” haben müsste. Auf der Veröffentlichung sind aber doch nur Jagger und Richards angegeben.

  1. The Rolling Stones
    Das Original ist natürlich ungeschlagen.
  2. The Standells
    Auf ihrem sehr erfolgreichen Album “Dirty Water” platzierten die Standells nur wenige Monate nach dem Original ein relativ klassisches, aber mit leicht veränderten Lyrics versehenes Cover des Songs.
  3. Gábor Szabó
    Jazz-Veteran Gábor Szabó gab auch schon im selben Jahr ein tolles, instrumentales Cover zum Besten.
  4. Karel Gott – Rot und schwarz
    Diese Eindeutschung des Songs hatten wir ja vor einer Weile erst in einer Origins-Ausgabe. Hier gehört sie natürlich auch hinein, allein aus Kuriositätsgründen!
  5. Eric Burdon & The Animals
    Eric Burdon hat sich gleich zwei Mal ziemlich unterschiedlich mit dem Song beschäftigt. Erst entstand diese melancholisch-psychedelische Live-Version des Stücks mit den Animals…
  6. Eric Burdon & War
    … um etwas später durch die eingängigere, allerdings auch mehr als doppelt so lange Version der Band War ersetzt zu werden. Die Länge von mehr als 13 Minuten entstand übrigens, weil Eric Burdon hier intensiv eigenes Material einwob und gegen Ende wieder zum ursprünglichen Song zurück kam.
  7. Exuma
    Der Folklore/Freak-Folk-Musiker Exuma erschuf auch eine ziemlich ausdrucksstarke Version des Songs.
  8. The Meteors
    Anstatt die unzähligen Punk- und Goth-Versionen des Songs aufzulisten, packe ich lieber die Psychobilly-Variante der Meteors in die Liste.
  9. U2
    Als B-Seite schaffte es auch ein Cover von U2 zur Veröffentlichung.
  10. Grip Inc.
    Mit Metal-Versionen kann man sich natürlich auch tot schmeißen. Exemplarisch hier das meiner Ansicht nach tollste Exemplar von Dave Lombardos Groove-Metallern Grip Inc.
  11. The Residents
    Etwas ausgefallener wird es bei der Avantgarde-Band The Residents, die vollständig auf Drums verzichteten und ziemlich synthetisch wabernd daher kommen.
  12. Firewater
    Zu guter Letzt mein liebstes Cover von den genialen Firewater, denen die Stones mit Sitar und orientalischen Einflüssen natürlich sehr in die Hände spielten. Dennoch ist diese Version mit der sehr ähnlichen Instrumentierung doch eine der eigenständigsten, die das Original freier interpretieren.
  1. Das Komma hat in der englischen Grammatik keine so festen Regeln wie im Deutschen und kann daher auch mal frei im Satz verwendet werden. []

Kommentare

1

Der Song heißt echt “Paint It, Black”? Das sieht irgendwie komisch aus. So richtig wahrgenommen habe ich den erst, als der vor ein paar Jahren in einer Werbung (Telekom?) vorkam.

geschrieben von David
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2

@David: Ja, ich hab’s auch erst wirklich wahrgenommen, als ich Infos zum Song rausgesucht hab. Bin auch der Meinung, dass er meistens ohne Komma geschrieben wird, wenn irgendwo jemand drüber schreibt. Aber grad wegen der Anekdote dazu hab ich das Komma bewusst drin gelassen.

geschrieben von beetFreeQ
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