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Remembering The 90s1997Musik

In dieser Reihe möchte ich mal ein wenig mit dem schlechten Ruf der 90er aufräumen. Dabei geht’s mir in erster Linie um die Musik und Filme der einzelnen Jahre, die ich in den Beiträgen genauer beleuchten will. Kommen wir damit nun also zum Jahr…

1997

Wie schon in der letzten Ausgabe angekündigt, folgt nun der zweite Teil zum Jahr 1997, der sich nach der überbordenden Menge an guten Filmen nun mit der noch größeren Menge toller Musik aus dem Jahr beschäftigt. Verlieren wir also nicht zu viele Worte sondern stürzen uns in die 28 Songs starke Playlist!

Musik

Apollo 440 – Krupa

Viele werden diesen Technosong sofort wieder erkennen, diente er doch zur Untermalung diverser Sendungen und wurde vor allem als Sport-Soundtrack mißbraucht. Apollo 440 spielten auf ihrem zweiten Album stark mit dem Mainstream, hatten neben den Chartshits aber auch so einige anspruchsvolle Sachen am Start!

Daft Punk – Around The World

Noch um einiges bekannter dürfte dieser Track sein, denn er durfte wohl in keiner Disco fehlen. Daft Punk kamen 1997 aus dem nichts und avancierten mit ihrem damals wegweisenden Stil sofort zu den wichtigsten House-Produzenten.

Fantastic Plastic Machine – Dear Mr. Salesman

Aus einer weit obskureren Ecke kommt das japanische Projekt Fantastic Plastic Machine. Mit zuckersüßem Retro-Pop und Big-Beat-Gesample passte die Musik perfekt in die damals auf dem Höhenflug befindliche Japano-Welle, der ich auch ziemlich verfallen war.

The Herbaliser – Mr. Chombee Has The Flaw

Das Label Ninja Tune feierte in der zweiten Hälfte der 90er seine wohl größten Erfolge und die britische Hip-Hop-Truppe hatten einen wichtigen Anteil daran. Ihr oft zwischen Instrumental-Jazz und Oldschool-Hip-Hop wechselnde Stil prägte den Sound des ganzen Labels.

Amon Tobin – Easy Muffin

Anderes stilprägendes Element des Ninja-Tune-Erfolges war definitiv auch Amon Tobin, der 1997 sein erstes Album unter diesem Namen veröffentlichte und auf geniale Weise obskure Samples mit Breakbeats zu perfekten Kopfkino-Soundtracks verschwurbelte.

Plaid – Fer

Ähnlich erging es auch dem Warp-Label, dessen Aushängeschild damals neben dem noch folgenden Aphex Twin auch Plaid waren. Die Jungs sind bis heute mit ihren widersprüchlichen disharmonischen Ohrwürmern ein ganz eigenes Genre beackern.

Portishead – All Mine

Portishead gelten als die Begründer des von ihnen selbst verhassten “Trip Hop”. Heute weiß man es natürlich besser und erkennt in ihrer Musik fernab von irgendwelchen Genrebezeichnungen absolut zeitlose Klassiker!

Björk – 5 Years

“Homogenic” war für Björk das Album auf den Hoch ihres kreativen Schaffens, die Perfektion ihrer Kombi aus Komplexität und Zugänglichkeit, die sie danach mehr und mehr zu ersterem wandern ließ.

Squarepusher – Male Pill Pt. 13

Squarepusher scherte sich hingegen noch nie um Zugänglichkeit, schafft es mit seinem Mix aus aberwitzigen polyrhytmischen Breakbeats und improvisiertem Jazz aber, zum Underground-Star zu avancieren.

Photek – Ni-Ten-Ichi-Ryu (Two Sword Technique)

Das Genre Drum & Bass befand sich 1997 auf seinem absoluten Höhepunkt und brachte einige der wichtigsten Klassiker des Genres hervor – so z.B. “Ni-Ten-Ichi-Ryu” …

Roni Size & Reprazent – Brown Paper Bag

… und natürlich “Brown Paper Bag”, das zudem noch auf “New Forms”, dem Genre-Referenz-Album schlechthin sein Zuhause hat!

The Chemical Brothers – Block Rockin’ Beats

Auch die Chemical Brothers kann man mit Fug und Recht zu wegweisenden Künstlern zählen. Begründeten sie mit ihrem Debut noch das ganze Genre Big Beat, führen sie es auf “Dig Your Own Hole” zur Perfektion, um danach so langsam die Fühler in andere Sphären auszustrecken.

The Prodigy – Diesel Power

Für The Prodigy war 1997 auch ein wichtiges Jahr, denn mit ihrem Album “Fat Of The Land” mixten sie perfekt Elektronik mit Punk-Attitüde und wurden zu Superstars. Leider sorgte der Hype um das Album dafür, dass die ebenso genialen Nachfolger verrissen wurden…

Aphex Twin – Come To Daddy

Wer 1997 etwas verstörendes sehen und hören wollte, kramte einfach das Video zu “Come To Daddy” heraus. Aphex Twin wurde mit dem sperrigen Song unerwartet aber zurecht zum Underground-Superstar.

Primal Scream – Kowalski

“Vanishing Point”, das 1997er Album von Primal Scream gilt wie so viele dieser Liste als Klassiker, was es nicht zuletzt dem Übersong “Kowalski” zu verdanken hat. Immerhin brachte die Band zusammen mit anderen endgültig die Genregrenzen zum Fallen und brachte zusammen, was zusammen gehört.

Faith No More – Ashes To Ashes

Faith No More spaltete mit ihrem letzten Album “Album Of The Year” die Fans und Kritiker. Von den einen verrissen, von den anderen geliebt, hatte die Scheibe immerhin einige der wichtigsten Hits der Band im Gepäck – beispielsweise “Ashes To Ashes”.

Radiohead – Paranoid Android

Auf zum nächsten Klassiker. Radiohead trieb auf “OK Computer” zur Perfektion, was sich auf dem Vorgänger schon ankündigte. Hiermit spielte die Band sich endgültig in eine eigene Liga und ihr eigenes Genre und erntete damit trotz hoch komplexer Songs riesige Erfolge.

Primus – Shake Hands With Beef

Ähnlich zwiespältig wie Faith No Mores “Album Of The Year” wurde damals auch Primus’ “Brown Album” aufgenommen. Die Band selbst weigerte sich lange, Songs daraus zu spielen, da sie mit dem ungewohnten Kurs der Scheibe unzufrieden waren. Mittlerweile sieht man alles etwas lockerer, die Band spielt wieder Songs aus der Scheibe und der geneigte Fan hat gelernt, die rauhe Schönheit des Albums zu schätzen.

Molotov – Quitate Que Ma’sturbas (Perra Arrabalera)

Auf dem Höhepunkt meiner Pubertät kam mir damals eine Band wie Molotov gerade recht. Auch wenn ich von den vor Humor unter der Gürtellinie wimmelnden Lyrics aufgrund der Sprache nichts verstand, hatte der Crossover-Sound es mir angetan. Guilty Pleasure, das ich auch heute gern noch mal hervor hole.

The Aquabats – Captain Hampton And The Midget Pirates

Auch in die Fun-Rock-Kerbe schlagen die Aquabats, die mit ihrem geekigen B-Movie- und Superhelden-Ska allerdings erst einige Jahre später meine Ohren fand. Von 1997 stammt jeden Falls ihr bestes Album, das ich auch Ska-Hassern ans Ohr legen kann!

Blur – Song 2

Auch Blur hatten ihren Höhenflug im Jahr 1997. Mit ihrem Album “Blur” wurde ihnen endlich der gebührende Erfolg zuteil und “Song 2” gilt noch heute als Party-Klassiker.

Modest Mouse – Heart Cooks Brain

Ähnlich wie Radiohead konnten sich auch Modest Mouse mit jedem Album nach und nach in den Rock-Olymp spielen. Ihr zweites Album “The Lonesome Crowded West” stellt dabei einen wichtigen Pfeiler dar und landet in diversen Listen der besten Indie-Alben der 90er.

Marcy Playground – Saint Joe On The School Bus

Marcy Playground wurde nie so wirklich der große Erfolg zuteil, den sie verdient gehabt hätten. Ihr selbst betiteltes Debut hatte mit “Sex And Candy” und “Saint Joe On The School Bus” immerhin zwei kleine Indie-Hits zu bieten, danach blieben sie aber trotz konstant guter Alben ziemlich unbemerkt.

Silverchair – Petrol & Chlorine

Mit “Freak Show” spielte sich die Grunge-Band 1997 endgültig in den Mainstream, zeigte aber zugleich seine experimentelle, psychedelische Seite mit Klassikern wie “Petrol & Chlorine”.

Kante – Anatomie (Entfernt)

Kante waren mit ihrem Debut noch einige Zeit von ihrem Durchbruch entfernt. Vermutlich war ihre erste Scheibe vielen noch zu komplex, lebten die Jungs sich darauf doch in einer zu weiten Teilen instrumentalen Mischung aus experimentellem Jazz und Rock aus, die es aber absolut wert ist, erarbeitet zu werden!

Nick Cave & The Bad Seeds – Into My Arms

Ein unerwartet introvertiertes Album spielte Nick Cave mit “The Boatman’s Call” ein. “Into My Arms” gilt zu Recht als einer seiner besten Songs.

Nuyorican Soul – I Am The Black Gold Of The Sun

Als ambitioniertes Projekt wurde Nuyorican Soul ins Leben gerufen und brachte House-Produzenten mit Musikern der Jazz-Szene zusammen. “I Am The Black Gold Of The Sun” ist das beste Beispiel einer geglückten Melange aus epischem Vocal-Jazz und Elektronik.

Wizards Of Ooze – Burt & Bambee!

Kommen wir gegen Ende noch zu etwas obskureren Bands. Die eine aberwitzige Mischung aus Progressive Rock, Funk und Soul spielenden Wizards Of Ooze stammen aus Belgien und schwappten 1997 mit ihrer aus den ersten beiden nur in Belgien erschienenen Alben zusammen gestellten Compilation “Zambeezy” auch nach Deutschland. Leider war nach nur einem weiteren Album Schluss, da die Band nicht den erhofften Erfolg mit ihrer durchgeknallten Musik erreichten.

Squirrel Nut Zippers – Hell

Auch die Squirrel Nut Zippers sind hierzulande eher unbekannt. Im Zuge der in den 90ern grassierenden Retro-Swing-Welle konnte die Band sich vor allem durch ihren unterschwelligen Humor und den unaufgeregten, authentischen Stil durchsetzen. Während die eigentliche Swing-Welle wieder abebbte, genießen die Zippers nach wie vor Kultstatus unter Fans.

Danger! Danger!
High Voltage!

Electric Six

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