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PlattenduellFeist - MetalsvsSt. Vincent - Strange Mercy

Fill me up and pour me out
Realize the doubt
We had the same feelings
The opposite time

Feist - MetalsIrgend etwas muss in den vier Jahren passiert sein, die Leslie Feist nun seit ihrem vergangenen Album “Reminder” mit seinem Überhit “1234″ verstreichen ließ. Die wohlig optimistische Atmosphäre ist düsteren Texten gewichen, der Pop hat nachdenklichem Folk Platz gemacht. Feist zieht graziös die logischen Konsequenzen, um der steigenden Popularität einen anspruchsvollen Gegenpol zu setzen und sich als ernstzunehmende Künstlerin zu behaupten. Dabei erschafft sie ihr bisher wohl wunderbarstes Album.

Wer Feist schon mit ihren vorherigen Alben verfallen war, konnte sich kaum vorstellen, dass sie sich mal den Kommerz hingeben würde und sie wird ihrem Ruf als Ausnahmekünstlerin gerecht. Beginnend mit dem unschlagbaren, sperrigen Opener “The Bad In Each Other” über die Tour der Force “A Commotion” bis zu den perfekt betitelten “Bittersweet Melodies” schenkt sie uns perfekt arrangierte Songs, die mit ausgewählten klassischen Instrumenten, teilweise kleinen Chören und ihrer ausdrucksstarken Stimme in Fleisch und Blut übergehen.

I’ve played dumb
When I knew better
Tried so hard
Just to be clever

Fast unumstößlich konnte man bisher davon ausgehen, dass jemand, der Feist zu seinen Lieblingskünstlern zählt, mindestens auch St. Vincent in der Sammlung hat, bedienten beide Damen doch harmonisch ähnliche Felder zwischen Indie Pop und Singer/Songwriter. Während erstere aber nun nach vier Jahren Ruhe einen Bruch schaffte, liefert Anny Clark nun wenige Wochen vor “Metals” mit “Strange Mercy” bereits ihr zweites Album in der Zeit ab und bleibt ihrem beschätzten Stil treu. Interessanterweise kann sie damit aber ebenso überzeugen wie die sechs Jahre ältere Feist.

Mit einer unnachahmlichen Leichtigkeit schüttelt St. Vincent elektronisch infizierte Songs aus dem Ärmel, die durchweg sowohl experimentell als auch absolut eingängig klingen. Ohne Scheu vor begrabenen Relikten aus der Synth-Pop-Ära der 80er paart sie synthetische Gitarren-Soli mit ungeraden Rhythmen und kryptischen Lyrics. Anny Clark perfektioniert souverän ihren Stil und beweist auf ganz andere Weise als ihre musikalische Schwester, welch außergewöhnliche Künstlerin sie ist.

Auch wenn beide Künstlerinnen sich mit ihren aktuellen Alben doch stilistisch voneinander entfernen, hält sie doch ihre besondere Art, anspruchsvolle Songs mit unnachahmlichen Melodien zu versehen, zusammen. Diesmal gibt es keinen Verlierer, beide Alben sind auf ganz eigene Weise geniale Werke. Es würde mich doch sehr wundern, wenn wir sie nicht auf diversen Bestenlisten dieses Jahres vereint wiederfinden!

Feist – Metals

Rating: ★★★★★★★★½☆ 


Anspieltipps: The Bad In Each Other, Graveyard, A Commotion, Undiscovered First

St. Vincent – Strange Mercy

Rating: ★★★★★★★★½☆ 


Anspieltipps: Cruel, Surgeon, Strange Mercy, Year Of The Tiger

Danger! Danger!
High Voltage!

Electric Six

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