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Projekt HörsturzRezension Runde 54

In der aktuellen Runde im Projekt Hörsturz dreht sich alles um live vorgetragene Musik. Das Thema konnte sich nur knapp in der Umfrage durchsetzen und einige haben sich schon eher kritisch geäußert, da Live-Songs doch auch nur live erlebt wirklich gut sind. Das sehe ich aber anders.

Sicher, das Live-Erlebnis ist unschlagbar, aber das bedeutet nicht, dass aufgenommene Live-Versionen nun schlecht sind. Wenn eine Band live nix anderes macht, als ihre Albumversionen 1 zu 1 nachzuspielen, kann ich nachvollziehen, dass man deren Live-Aufnahmen nicht viel abgewinnen kann. Aber viele Bands kommen live eben gerade aus sich heraus, spielen einzigartige Versionen ihrer Songs, die oft viel mehr Energie und Herzblut rüberbringen als auf einem Album. Ein Video davon kann zwar auch nicht ganz das Erlebnis ersetzen, das man direkt beim Konzert hätte, aber immerhin kann man so Musik genießen, die man sonsg vielleicht nie so erlebt hätte, eben weil man nicht auf dem Konzert sein konnte oder es die Band vielleicht gar nicht mehr gibt!

Aber genug der verteidigenden Vorrede! Werfen wir uns in die virtuelle Moshpit und setzen zum Stage Dive an!

Pflichtsongs

Heywood Banks – Yeah Toast

(von Mars)
OK, direkt die Arena geht’s noch nicht, erst mal halten wir uns ein wenig im Frühstückfernsehen auf. Nach kurzer Einleitung sehen wir einen kauzigen Komiker mit Gabeln auf einem Toaster rumkloppen und von Toast erzählen. Ich kann mir nicht helfen, aber der Humor trifft mich sofort und ich komme aus dem Lachen nicht mehr heraus. Musikalisch vielleicht nicht genial, aber das Ding trifft meinen Humornerv einfach mal zu 100%!

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

The Wombats – Techno Fan (Live at Glastonbury 2011)

(von JuliaL49)
Nun sind wir aber in der Festival-Atmosphäre angekommen. Die Wombats kenne ich nur nebenbei, denn ihre Musik hab ich immer als ganz nett aber nix besonderes einsortiert. “Techno Fan” passt genau in dieses Schema. Auf einem Konzert würde ich vermutlich locker mitwippen. Für Fans wird das sicher eine passene Mitsinghymne sein. So wirklich will sich bei mir aber keine Live-Atmosphäre einstellen und der Song wirkt auf mich ein wenig zu steril nach Schema gespielt. Aber da ich die Studioversion nicht kenne, kann ich das nur vermuten.

Rating: ★★★★★★☆☆☆☆ 

State Radio – Mansin Humanity

(von Michael)
State Radio höre ich hiermit das erste Mal. “Mansin Humanity” hat aber irgendwas, das mir gut gefällt. Die werde ich mir sicher mal genauer ansehen. Das Live-Feeling kommt hier auch besser rüber als noch bei den Wombats eben, was vielleicht auch an den kleinen Jams liegt, die hier eingestreut sind.

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

Placebo with Frank Black – Where is my Mind

(von Gondorff)
Kommen wir zu einem Klassiker, der irgendwie ja auch schon in diesem Quasi-Livecover ein eigener kleiner Klassiker wurde. Das Für ein Livekonzert ist das natürlich das I-Tüpfelchen. Hier ist es auch mal nicht so schlimm, dass sich Placebo so stark ans Original gehalten haben, denn immerhin haben sie Pixies-Frontmann Frank Black persönlich dabei! Trotzdem muss ich einen Punkt abziehen, denn das Cover kann in diesem Fall einfach mal nicht ganz ans Original heranreichen!

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

Blood Red Shoes – Surf Song

(von Konzertheld)
Oh, huch, da ist ja doch ein “Handy”-Video (ok, mag ne etwas bessere Kamera sein) eingeschlichen. Die Quali geht aber in Ordnung. Mit den Blood Red Shoes geht’s mir ansonsten aber ganz ähnlich wie den Wombats. Dass der Konzertheld hier auch noch ein eher lyric-armes Stück gewählt hat, hilft leider nicht so wirklich. Zwar hat der Song eine gewisse Energie und rockt auch ordentlich, aber um hängen zu bleiben, ist er mir doch irgendwie zu monoton. Das ist aber vermutlich wirklich so ein Fall, wo der Song vor Ort beim Konzert vermutlich viel besser funktioniert hätte.

Rating: ★★★★★★☆☆☆☆ 

Talk Talk – Chameleon Day / Living in Another World (Live at Montreux)

(von dehkah)
Jetzt geht’s ein wenig in die Vergangenheit, denn so ganz frisch sieht die Aufnahme nicht mehr aus und Talk Talk existieren ja auch schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Allerdings war das noch eine Band, die sich auf atemberaubende Live-Konzerte verstand. Dass die Band als Synthpop-Truppe auf dem renommierten Montreux Jazz Festival auftreten durfte, sagt schon viel aus. Die Aufnahme zeigt das auch eindrucksvoll. Das ist der Grund, warum ich sehr für aufgenommene Live-Performances bin!

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

Primus – Tommy The Cat (live at Hangover Fest 2011)

(von beetFreeQ)
Leider ist die Klangqualität meines Vorschlags dieses Mal doch nicht ganz so gut wie ich erst dachte. Keine Ahnung, was ich beim ersten Anhören da anders gehört habe… Aber egal, denn dieser absolute Klassiker von einem Song funktioniert auch so. Zwar ist die Einarbeitung von “The Awakening” als Bass-Solo nichts so einzigartiges (das tut Claypool relativ oft), aber gerade in Kombi mit dem erst seit kurzem wieder zur Band gestoßenen Ausnahmedrummer Jay Lane ein absolutes Fest! Primus sind eine dieser Bands, die ich dringends einmal Live sehen muss. Hoffentlich ergibt sich die Gelegenheit noch.

Rating: ★★★★★★★★★★ 

Madsen – Nachtbaden

(von Dr. Borstel)
Oha, Madsen hab ich ja entgegen meiner Abneigung der meisten deutschsprachigen Bands schon mal live auf den Populario-Festival gesehen. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass Nachtbaden dabei war. Allerdings war ich etwas abgelenkt, denn ich habe die willkommene “Pause” zum Organisieren von Abendessen auf dem Festival-Gelände genutzt. Jetzt im Nachhinein gehört ist der Song bis auf die etwas blöde Einleitung überraschend gut und ich hab damals vermutlich sicher ein wenig mitgewippt.

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

Andrew Bird – A Nervous Tic Motion of the Head to the Left

(von Kristin)
Ah, Andrew Birds Performance auf dem Bonnaroo 2006 war echt genial. Ich kenne sie zwar auch nur als Video, aber ohne dieses hätte man seine oft live stark improvisierten Songs nie so zu hören bekommen. Da schlägt Kristin als eher Live-Aufnahmen-Kritikern (ich hoffe, das darf ich so sagen), direkt das beste Video vor, um eben solche Aufnahmen zu verteidigen!

Rating: ★★★★★★★★★★ 

Robert Rodriguez/Chingon – Malagueña Salerosa

(von David)
Dass Robert Rodriguez selbst Musik macht, ist bisher an mir vorbei gegangen, wobei mir der Song aber aus dem Kill-Bill-OST bekannt ist. Allerdings trifft die Band entgegen dem ja ansonsten so stilsicheren Mix bei Tarantino-Soundtracks mal so gar nicht meinen Geschmack. Von daher hat das Stück leider gleich verloren, obwohl er sicher nicht schlecht ist.

Rating: ★★★☆☆☆☆☆☆☆ 

Ein Schnitt von 7,8 ist mal absolute Rekord. Die Live-Runde hat gehalten, was sie versprach! So kann’s auch gern in den Bonussongs weiter gehen!

Bonussongs

Airbourne – Born To Kill

(von cimddwc)
AC/DC? Ach ne, die heißen anders und niemand trägt ne Schul-Uniform. So wirklich viel Spaß hatte ich mit so einem Hardrock ja noch nie. Mal mit ganz ok, aber so wirklich vom Hocker haut’s mich nicht, weil’s irgendwo doch alles sehr ähnlich klingt. Live-Atmosphäre wird hier aber einige transportiert. Das muss man den Jungs lassen!

Rating: ★★★★★★☆☆☆☆ 

Florence and the Machine – Drumming Song

(von Ulf)
Ich glaub, die Gute hatte schon das eine oder andere Mal ihren Auftritt im Projekt Hörsturz, oder? So wirklich viel ist aber nie hängen geblieben. Da kann so eine Live-Aufnahme erst mal auch noch so viel dran ändern, denn das klingt mir stilistisch eher wie etwas, in das man sich erst mal in Ruhe vom Band rein hört. Hat zwar Potential, wird aber vermutlich wie viele Bands das Schicksal meines viel zu schlechten Gedächtnisses ereilen.

Rating: ★★★★★★☆☆☆☆ 

Karnivool – Simple Boy

(von Fabian)
Karnivool sind erst mal spitze. Progressive Metal, besonders in der weniger schmalzigen Variante, geht immer. So eine Musik ist auch prädestiniert für die Bühne, vorausgesetzt, die Band spielt auch wirklich so gut, wie es auf den Alben den Anschein hat. “Simple Boy” ist jetzt zwar nicht der beste Song der Band, kommt live aber gut rüber.

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

OK, so ganz konnten die Bonussongs den hohen Standard der Pflicht nicht halten, aber dennoch eine super Runde. Wann gab’s das schon mal? Viele Highlights und nur einen Ausfall? Von mir aus können wir das Thema jeder Zeit wiederholen. Allerdings kann live auch ein wenig ermüden, weshalb es auch gut ist, dass die kommende Runde wieder völlig ohne Thema auskommt.

Mein Vorschlag für Runde 55

So wirklich viel geniale neue Bands habe ich die letzten Tage gar nicht entdeckt. Drum schicke ich mit Wolf People mal eine ins Rennen, die ich vergangenes Jahr schon einige Male im Blog hatte, irgendwie aber nie für’s Projekt vorschlug. Meine Wahl fällt dabei auf “Empty Heart”, das so richtig schön zur Geltung bringt, dass wir hier eine waschechte britische Retro-Psychedelic-Rock-Band vor uns haben.

Empty Heart

Kommentare

1

Surf Song war eine Zugabe beim letzten BRS-Konzert bei dem ich war und kam da richtig gut. Ist nicht der beste Vorschlag für diese Runde, geb ich zu, mir fiel die Auswahl aber auch schwer, obwohl oder vielleicht gerade weil die Idee ja von mir war… der Witz an dem Song ist, dass die beiden sonst immer andersrum spielen, er an den Drums, sie an der Gitarre. Und “lyricarm” ist ja noch nett ausgedrückt. 😀

Übrigens gehören auch Florence & The Machine zu den Vorschlägen, die echt-live besser gekommen wären als Aufnahme-live.

geschrieben von Konzertheld
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2

@Kon­zert­held: Achso, gut zu wissen. So genau kenne ich die Band dann doch nicht 😉 Und bei Florence & The Machine haste sicher recht. Es gibt sowieso viele Bands, die ich erst gar nicht so mag, nachdem ich sie live gesehen hab, aber Fan werde und auch die vorher für mich eher langweiligen Studiosongs weit besser klingen, weil ich damit eben was verbinden kann.

geschrieben von beetFreeQ
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3

Oh ja, das Gefühl kenne ich auch. Gerade mein aktueller Musikgeschmack ist durch Festivals entstanden, wo ich die Band zuerst live bzw. nur bei Youtube und dann live gesehen habe. Das wertet viele Aufnahmen echt auf.

Übrigens hab ich hier immer noch das Problem mit den Silbentrennstrichen zwischen den Wörtern… was ist das? Oo

geschrieben von Konzertheld
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4

@Kon­zert­held: Ich nutze wie gesagt das Plugin “wp-typography”, das mir normalerweise unsichtbare Bindestriche (Soft-Hyphens) in die Wörter baut, um eben entsprechend umbrechen zu können. Normal sollen nur alte Browser diese nicht richtig interpretieren. Ich hab das Problem am Standard-Browser von Android allerdings auch gehabt. Nach etwas Recherche bin ich aber über einen Bug im Chrome-Browser gestoßen, der mit dem CSS-Befehl “text-rendering: optimizeLegibility” zusammenhängt und dann die Bindestriche doch anzeigt. Der Befehl sorgt dafür, dass Browser Ligaturen und andere Spezialitäten von Fonts nutzt, um den Text schöner und lesbarer zu machen. Ich hab ihn jetzt mal rausgenommen und siehe da, auf dem Android-Browser sind die Bindestriche jetzt nicht mehr zu sehen. Bitte prüfe mal, ob’s bei dir das Problem auch gelöst hat.

geschrieben von beetFreeQ
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5

Ja, in der Tat. Alles wieder ok. :)

geschrieben von Konzertheld
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6

@Kon­zert­held: Super! Mittlerweile hab ich auch einen anderen Anzeigefehler, der mich unter Android plagte, behoben bekommen!

geschrieben von beetFreeQ
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Danger! Danger!
High Voltage!

Electric Six

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