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StöckchenFilm-Alphabet

So ein Stöckchen hatte ich ja auch lang nicht im Angebot. Da passt es gut, dass die Sumi am Wochenende gerade eins bei sich verbloggt hat, das mir sehr gut in den Kram passt. Wie der Name es andeutet, geht es darum, zu möglichst jedem Buchstaben des Alphabets einen Film zu nennen. Dieser sollte idealerweise aus der eigenen DVD-Sammlung stammen und nicht zu bekannt sein, man will ja auch unbekannte Kleinode empfehlen. Da lege ich direkt mal los und hoffe, nicht zu viele Buchstaben leer lassen zu müssen! Daher werde ich in Ausnahmefällen auch einen Film nennen, den ich noch nicht besitze und das entsprechend kennzeichnen! Ich gehe übrigens nach den Originaltiteln vor, nenne aber wenn abweichend auch den deutschen Titel dazu.

#: 11:14

Filme mit Ziffern oder Sonderzeichen am Anfang habe ich nicht viele in meiner Sammlung. Ein besonderes Exemplar ist aber 11:14, ein Indiefilm, in dem sich mehrere unabhängige Geschehenisse um 23:14 einer bestimmten Nacht tragisch überschneiden. Sehr sehenswert!

A: A Serious Man

Der Buchstabe A machte es mir erwartungsgemäß schon um einiges schwerer, mich für einen Film zu entscheiden. Da wären mir spontan gleich mehrere Filme in den Sinn gekommen, u.a. der von Sumi genannte “Adams Äpfel” oder auch “Adaption”. Entschieden habe ich mich für den grandiosen “A Serious Man”, den vermutlich persönlichsten, in sich gekehrtesten Film der Coen-Brüder.

B: Bunny And The Bull

Kommen wir zum vermutlich unbekanntesten Film meiner Auswahl. “Bunny And The Bull” ist das Kino-Debut des britischen Regisseurs Paul King, der auf der Insel schon vorher durch die sehr psychedelische Comedy-Serie “The Mighty Boosh” bekannt war. Dass weder Serie noch Film in Deutschland erschienen und nur als Import zu haben sind, sollte euch aber nicht davon abhalten, diese Kleinode genauer anzuschauen! Es lohnt sich!

C: Coffee and Cigarettes

Jim Jarmusch taucht in dieser Liste nicht nur ein Mal auf. Seine Filme sind fast ausnahmslos großartig, aber dank ihrer Ruhe und Langsamkeit leider nur von wenigen wirklich mit Aufmerksamkeit bedacht. “Coffee And Cigarettes” ist dabei ein Episodenfilm, in dem verschiedene bekannte Personen wie Bill Murray, Iggy Pop, die White Stripes oder Tom Waits in irgend einer Art und Weise mit Kaffee und Zigaretten interagieren und dabei oft unheimlich komisch wirken.

D: Delicatessen

Jean-Pierre Jeunets großen Erfolg “Die fabelhafte Welt der Amelie” kennt vermutlich jeder. Dass der selbe Regisseur zuvor aber eher morbide, düstere Filme wie “Die Stadt der verlorenen Kinder”, “Delicatessen” oder “Alien: Resurrection” drehte, mag da im ersten Moment gar nicht so recht ins Bild passen. SChaut man sich diese Filme aber an, wird man schnell seine unnachahmliche Handschrift wieder erkennen.

E: El Dia de la Bestia

Álex de la Iglesia ist bei Fans schon lange für seine obskuren Fantasy- und Horrorfilme bekannt. Der spanische Regisseur schuf mit “El Dia De La Bestia” sein in meinen Augen bestes Werk und eine tolle schwarz humorige Satire auf Religionen und Kulte.

F: The Fall

Regisseur Tarsem Singh bringt es in mehr als zehn Jahren auf gerade mal zwei abgeschlossene Filme (und einen fast fertigen), aber seine visionäre Handschrift hat ordentlich Eindruck hinterlassen. Das unkonventionelle, vor unglaublich schönen Kulissen nur so wimmelnde Märchen-Drama “The Fall” gehört für mich zu den großartigsten Werken, die je gedreht wurden.

G: Ghost Dog

Auf den ersten Blick ist “Ghost Dog” mit seinen Samurai- und Hip-Hop-Elementen ja etwas vollkommen ungewöhnliches für Regisseur Jim Jarmusch. Allerdings ist auch dieser Film in seinem Inneren ein typischer Jarmusch, den sich auch Menschen mit Abneigungen gegen fernöstliches oder Sprechgesang dringendst anschauen sollten!

H: Human Nature

Michel Gondrys Spielfilmdebut ist vielleicht nicht sein bester Film, aber das hat für einen fast durchweg genialen Regisseur nicht viel zu sagen. Eine tolle, verschrobene Komödie um das Wesen der Menschheit!

I: The Imaginarium of Doctor Parnassus

(Das Kabinett des Dr. Parnassus)
Terry Gilliams aktuellster Film ist vielen nur als wirrer letzter Film von Darsteller Heath Ledger im Sinn. Das tut dem Werk aber Unrecht, denn der ambitionierte Fantasystreifen ist weit mehr als die Summe seiner Teile und erweist dem während der Dreharbeiten verstorbenen Heath Ledger auch respektvoll die Ehre.

J: Jabberwocky

Terry Gilliam zum Zweiten mit einem ähnlich unterschätzten Film. Der noch zu Zeiten von Monty Python entstandene Fantasyfilm ist ein tolles Beispiel für den britischen Humor seiner Zeit, ohne so überdreht zu wirken, wie Monty Python selbst.

K: Kiss, Kiss, Bang, Bang

Robert Downey Jr. ist mittlerweile ja einer der bekanntesten Darsteller. Kurz vor seinem endgültigen Durchbruch der letzten Jahre drehte er aber noch die leider ein wenig untergegangene Gaunerkomödie “Kiss, Kiss, Bang, Bang”.

L: Lars and the Real Girl

(Lars und die Frauen)
Auch Ryan Gosling entwickelt sich so langsam zu einem im Mainstream bekannten Schauspieler. Die wunderbar skurrile Indie-Komödie “Lars and the Real Girl”, in dem er eine Gummipuppe für seine echte Freundin hält, hatte es aber noch nicht zu einem Blockbuster geschafft.

M: Mary and Max

(Mary & Max oder Schrumpfen Schafe wenn es regnet?)
Auch für liebevolle Animationsfilme ist in diesem Alphabet ein Platz. “Mary & Max” dreht sich um die skurrile Brieffreundschaft zwischen dem kleinen australischen Mädchen Mary und dem am Asperger-Syndrom leidenden New Yorker Max. Ein absolut wunderschöner Film fern ab der üblichen Pixar-Blockbuster, den jeder dringend mal gesehen haben sollte!

N: Night on Earth

Ich war ja überrascht, wie wenige Filme mit N ich in meiner Sammlung habe. Es hätten aber noch so viele sein können, meine Wahl wäre vermutlich immer auf Jim Jarmusch’s unvergleichlichen Episodenfilm “Night On Earth” gefallen. Für mich einer der absolut besten Filme aller Zeiten!

O: O Brother, Where Art Thou?

Die tolle von den Coen-Brüdern inszenierte Neuinterpretation der Odyssee dürfte einer der bekanntesten Filme dieser Liste sein, aber O ist ja auch nicht grad der einfachste Film, muss ich sagen!

P: Punch-Drunk Love

Auf den ersten Blick erscheint “Punch Drunk Love” als typische Rom-Com mit Adam Sandler in der Hauptrolle, doch weit gefehlt! Der wunderbare Streifen von Paul Thomas Anderson (“There Will Be Blood”) beweist nicht nur, dass Liebeskomödien absolut intelligent und ausgefallen sein können, sondern auch dass Adam Sandler ein wirklich toller Schauspieler sein kann, wenn er denn will!

Q: —

Zu dem Buchstaben Q ist mir leider absolut kein Film bekannt. Wer Empfehlungen hat, ist dringend erbeten, sie mit mir zu teilen!

R: Requiem for a Dream

Zu diesem absolut genialen Drogen-Drama von Darren Aronofsky (“Black Swan”) muss man vermutlich nicht viele Worte verlieren. Unbedingt anschauen, selbst wenn man mit der Thematik ansonsten nicht viel anfangen kann! Der Film wird euch überwältigen!

S: Synecdoche, New York

Charlie Kaufman konnte schon durch die seine von Spike Jonze und Michel Gondry verfilmten Drehbücher als Liebhaber skurriler Szenarien und Handlungen auffallen und Preise einheimsen. Bei “Synecdoche, New York” saß er selbst im Regiesessel und bewies, dass er auch in der Rolle genial sein kann.

T: Tideland

Irgendwie haben es gerade die unterschätzten Werke Terry Gilliams in meine Liste geschafft, aber die allseits geliebten sind ja auch seine bekanntesten. Tideland erschien im selben Jahr wie “Brothers Grimm” und wurde eben so von der Kritik zerrissen. Dabei hat dieses surreale Drama unter der Oberfläche unheimlich viel Tiefe und nahm im Endeffekt die Idee von “Pans Labyrinth” genial vorweg.

U: Up in the Air

Einen Überraschungserfolg wie Juno zu toppen, ist sicher nicht einfach. Regisseur Jason Reitman schaffte es aber mit “Up in the Air” souverän, diesen großen Erfolg zu toppen, obwohl der Film seltsamerweise weit unbekannter erscheint als Juno selbst.

V: Vidocq

Dieser leicht steampunkige Fantasy-Film ist ein Highlight des französischen Kinos, schaffte es aber nicht so wirklich, im Mainstream zu landen. Vermutlich war er den Massen einfach stilistisch zu künstlerisch und abgehoben.

W: Welcome to Collinwood

(Safecrackers oder Diebe haben’s schwer)
Hier haben wir es wieder mal mit einem Beispiel von blöder deutscher Vermarktung zu tun. Die “Übersetzung” des Titels lässt die sympathische Gaunerkomödie plumper erscheinen, als sie eigentlich ist.

X: —

Wie schon die Sumi kann auch ich nicht wirklich etwas zu X beitragen, da ich zum Einen keinen der X-Men- oder xXx-Filme in meiner Sammlung habe und diese zum Anderen auch eh zu bekannt und in meinen Augen auch nicht gut genug für die Liste wären.

Y: Yellow Submarine

Im Gegensatz zu X mache ich bei Y mal eine Ausnahme, denn Yellow Submarine kennt vermutlich wirklich jeder. Allerdings ist der surreal-experimentelle Animationsfilm der Beatles ein tolles Beispiel, dass es auch mal die wirklich stilistisch außergewöhnlichen Filme in den Mainstream schaffen können.

Z: Zodiac

Zu guter letzt stimme ich bei Z mit Sumi überein[1] und empfehle den von David Fincher inszenierten, akribisch genau recherchierten Thriller “Zodiac”.

Fazit

Dass ich nur bei zwei Buchstaben passen muss und ansonsten wirklich alle Filme aus meiner Sammlung stellen konnte, hätte ich so gar nicht erwartet. Dabei habe ich lang nicht zu jedem Buchstaben den einzigen Film genannt, den ich zur Verfügung gehabt hätte. Aber es sollten ja auch ein paar wirklich unbekannte, aber dennoch tolle Filme dabei sein und ich denke das Ziel habe ich ganz gut erreicht!

Wer das Stöckchen übernehmen mag, darf es sich ungeniert nehmen! Ihr könnt mir aber auch gern eure Zustimmungen oder Abweichungen zu den einzelnen Buchstaben in den Kommentaren mitteilen. Neue Filmtipps kann ich nie genug bekommen!

  1. was sicher auch öfter hätte passieren können, denn viele der von ihr genannten Filme habe ich auch in meiner Sammlung []

Kommentare

1

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll: “A Serious Man” ist geil! “Kiss, Kiss, Bang, Bang” ist noch geiler! “Mary and Max” sollte man auf jeden Fall gesehen haben! “Punch-​​Drunk Love” hat eindrucksvoll gezeigt, dass Sandler schauspielern kann, wenn man ihm den richtigen Stoff gibt; also Dramen! “Up in the Air” ist in meinen Augen ein absolutes Meisterwerk! Den kann ich immer wieder sehen.

Leider noch nicht gesehen: “Cof­fee and Cigarettes” wird so schnell woe möglich nachgeholt; genau wie “O Bro­ther, Where Art Thou?” (immer noch nicht gesehen! Schande über mich!), “Wel­come to Collinwood” und auf jeden Fall “Zodiac” (hab nur das Buch gelesen; und das war schon super!)

Nicht ganz zu gut fand ich “The Ima­gi­na­rium of Doc­tor Parnassus” und “Lars and the Real Girl”.

geschrieben von Gondorff
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2

@Gon­dorff: Da treffen sich Herren mit Geschmack, muss ich sagen. 😉

geschrieben von beetFreeQ
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3

Die Auswahl ist echt gut…vor allem kann ich die Liebe zu einigen Filmen ohne Frage teilen!

Werd auch die Tage mal son ne Liste erstellen.
Wird aber lange dauern bis ich mich zwischen den verschiedenen Filmen entschieden hab ^^

geschrieben von Stylons
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4

@Sty­lons: Ja, mir ist es bei vielen auch schwer gefallen genau einen auszuwählen.

geschrieben von beetFreeQ
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Got to be a chocolate Jesus
Good enough for me

Tom Waits

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