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Projekt HörsturzRezension Runde 53

Eigentlich hatte ich ja nicht vor, mein Blog fast die ganze Woche beitragsfrei zu halten. Aber da ich mal wieder für ein paar Tage zum Kunden musste und man abends lieber doch noch ein wenig länger beim Feierabendbier saß, blieb’s hier halt etwas ruhiger. Muss ja auch mal sein. Jetzt bin ich aber wieder voll da und weil mir nach guter Musik ist, will ich gleich mal zu aller erst die aktuelle Runde im Projekt Hörsturz bewerten. Der überdurchschnittlich hohe Anteil an bekannten Namen in dieser Runde (nur zwei Bands kenne ich gar nicht) macht Hoffnung, dass ich auch wirklich gute Musik geliefert bekomme!

Pflichtsongs

The Low Anthem – Hey, All You Hippies!

(von Gondorff)
The Low Anthem hab ich auch mal irgendwann auf dem Schirm gehabt, dann aber doch nicht so wirklich darauf behalten. Dieser Song schafft es auch nicht unbedingt, mich wieder zu überreden, die Band öfter zu hören. Zu viel konservativer, countryesker Folk und zu wenig Indie für meinen Geschmack. Das geht zwar gut ins Ohr, aber mindestens ebenso gut wieder heraus.

Rating: ★★★★★★☆☆☆☆ 

Serj Tankian – Empty Walls

(von cimddwc)
Mit dem Solowerk des SOAD-Frontmanns habe ich mich auch schon öfters beschäftigt. Ein wenig zwiegespalten lässt mich seine Musik leider oft zurück. Zu oft versucht er, genau so wie System Of A Down zu klingen, dabei könnte er doch viel freier experimentieren. Da macht auch “Empty Walls” nicht viel Unterschied. Der Song hätte so (vielleicht ein wenig härter) auch von SOAD stammen können. Das macht ihn nicht schlecht (immerhin mag ich SOAD gern), aber er wäre auch nicht unbedingt einer ihrer besten Songs. Da hätte “Elect The Dead” bessere Kandidaten parat gehabt.

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

Medications – Surprise!

(von Kristin)
Ich hab mich die letzte Zeit zwar viel mit Math-Rock beschäftigt, über die Band Medications bin ich dabei aber nicht gestolpert. Glücklicherweise bügelt die Kristin diesen Makel wieder aus. Der Post-Punk-Anteil ist in meinen Augen zumindest in “Surprise!” auch weit höher als der mathematische, was dem Song aber einen ordentlich eigenen Klang gibt. Ich bin zwar noch nicht 100%ig überzeugt, werde mich aber definitiv mit den Alben der Band auf Spotify beschäftigen!

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Tera Melos – Frozen Zoo

(von beetFreeQ)
Apropos Math-Rock. Tera Melos gehören ja mit zu den bekanntesten Vertretern des Genres, wobei ich auch eher zufällig über sie gestolpert bin, anstatt an jeder Ecke davon zu hören. “Frozen Zoo” ist so ziemlich ihr eingängigster Song und in meinen Augen auch ihr bester. Wer sich mehr mit den Jungs beschäftigen will, kann sich auf komplexe Rhythmen, wenig ohrenschmeichelnde Melodien, aber viel zu entdecken einstellen!

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

Kanye West & Jay-Z – Murder To Exellence

(von David)
Au weia. Sowohl mit Kanye West als auch Jay-Z verbinde ich alles andere als gute Musik und viel Charts-Schmonz. Der Beginn von “Murder To Excellence” lässt mich zwar erst optimistisch aufhorchen, aber sobald die beiden zu rappen beginnen und die Samples offensichtlich werden, gibt’s den zu erwartenden Dämpfer. Ist jetzt zwar nicht absoluter Mist, aber so einen Stil bekommen die Roots doch viel besser und vor allem ohne Samples auf die Reihe.

Rating: ★★★★★☆☆☆☆☆ 

Grails – All The Colors Of The Dark

(von Michael)
Ah ja, die Grails. Irgendwie ist mir das aktuelle Album der Band wegen zu vieler guter Neuentdeckungen zu schnell wieder vom virtuellen Plattenteller verschwunden. Das muss ich definitiv wieder ändern, wenn mir die wohlige Kopfkino-Atmosphäre von “All The Colors Of The Dark” wieder ins Ohr schießt. Ich liebe ja so Progressive/Post Rock, der wie frisch aus einem alten Pulp-Schinken klingt[1]. Erst recht, wenn die Band es versteht, dem Schmalz dabei so schön fern zu bleiben wie die Grails!

Rating: ★★★★★★★★★★ 

The Indelicates – I am Koresh

(von JuliaL49)
Mit den Indelicates bin ich ja leider bisher nicht warm geworden. Während sie auf ihrem 2010er Album zwei wirklich geniale Songs zu bieten hatten, versumpfte alles andere in einer klischeereichen, kitschigen Reise durch klassische Rock/Pop-Genres. “I Am Koresh” macht da wieder ein wenig optimistisch. Zwar ist der Song auch nicht unbedingt genial und klingt hier und da doch wieder etwas abgegriffen, macht aber mehr Spaß als was ich zuletzt noch von dem Duo in Erinnerung hatte.

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

The Black Lips – Modern Art

(von Nummer Neun)
“Arabia Mountain”, das aktuelle Album der Black Lips hab ich ja irgendwie bisher völlig an mir vorbei gehen lassen. Wenn ich mir Modern Art so anhöre, sollte ich das aber unbedingt mal ändern. Fluffiger Garage Rock, der zwar nicht weltbewegend ist, aber einfach mal absolut Spaß bringt.

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

Calvin Harris – Feel So Close

(von Mars)
Das Debut-Album “I Created Disco” von Calvin Harris mochte ich damals ja sehr gern. Als seine Musik dann einige Zeit später aber durch die Verwendung in Germany’s Next Top Model so allgegenwärtig war, verlor ich langsam das Interesse. Hört man sich “Feel So Close” so an, kommt mir auch das Gefühl auf, der Junge hat sich mittlerweile zu sehr vom Chartserfolg beeinflussen lassen. Das klingt mir alles zu gefällig, chartspoppig. Muss ich nicht haben…

Rating: ★★★★★☆☆☆☆☆ 

Adolar – Ich bin Slide

(von Dr. Borstel)
Ich würde mich ja nicht wundern, wenn die Band sich ihren Namen beim Zeichentrick-Serienklassiker “Adolars phantastische Abenteuer[2] ausgeliehen hat. Musikalisch gibt’s aber kein Retro-Flair sondern ziemlich unspektakulären Indierock in deutscher Sprache. Da haben wir auch schon das Problem, das ich mit der Band habe: deutschsprachiger Gesang funktioniert in meinen Ohren nur ganz selten und Adolar sind keine dieser Ausnahmen. Da am instrumentalen Unterbau leider auch nichts besonderes heraus sticht, bleibt von der Musik auch nix hängen. Kaum ist der Song vorbei, hab ich schon nicht mehr die geringste Ahnung, wie er so klang…

Rating: ★★★☆☆☆☆☆☆☆ 

Mit 6,9 Punkten war das mal wieder eine Runde mit überraschend hohem Schnitt, die sowohl bekanntes aus auch neues für mich parat hielt. So kann das weiter gehen. Natürlich will ich aber auch den einsamen Bonussong dieser Ausgabe nicht vergessen!

Bonussongs

Braid – Brass Knuckle Sandwich

(von Fabian)
Fabian wirft bis auf die Bläser mitten drin ziemlich ereignislosen Emo/Hardcore-Punk ins Rennen. Da ich mit dem Genre noch nie was anfangen konnte, lässt mich auch das hier absolut kalt. Da kann die Band noch so einflussreich gewesen sein. Sorry.

Rating: ★★★☆☆☆☆☆☆☆ 

Hmm, das war wohl nix. Naja, soll mich auch nicht stören, denn es war ja genug gutes dabei!

Mein Vorschlag für Runde 54

“Liveversionen” lautet das Thema der kommenden Sonderrunde. Zwar finde ich wie die meisten auch, dass Livemusik natürlich direkt vor Ort auf dem Konzert viel besser ist, aber auch Aufnahmen solcher Live-Performances haben definitiv ihre Daseinsberechtigung, denn nicht selten variieren gute Bands ihre Songs live ordentlich, bringen geniale, ausufernde Soli unter und verlieren natürlich auch die gewisse Sterilität, die eine Studioaufnahme oft innehat. SChön ist es da doch, wenn diese einmaligen Versionen für die Ewigkeit festgehalten wurden.

Es war nicht ganz einfach, den richtigen Song für diese Runde zu finden, denn ich kenne viel zu viele tolle Live-Aufnahmen. Letztendlich konnte ich mich aber doch für einen wirklich tollen Song entscheiden. Glücklicherweise bringt eine meiner liebsten Bands nämlich diesen Monat ihr erstes neues Album seit 12 Jahren heraus und war die vergangenen Monate fleißig am Touren. Und da wir es hier mit drei der an ihren Instrumenten begnadetsten Menschen zu tun haben, muss ich natürlich Primus ins Rennen schicken! Allerdings gibt’s keinen der ohne Frage spitzenmäßigen neuen Songs, sondern die absolut geniale Live-Fassung ihres Klassikers “Tommy The Cat” vom Hangout Fest 2011, in die Les Claypool auch wieder traditionell sein Solo-Instrumental “The Awakening” eingewoben hat!

Primus – Tommy The Cat

  1. Was bei diesem Song eh nicht weiter verwundert, wo er doch ein Cover der Titelmusik zum gleichnamigen Pulp-Streifen von 1972 ist []
  2. damals in West-Deutschland als “Archibald der Weltraumtrotter” bekannt []

Kommentare

1

Wusste gar nicht, dass “All The Colors Of The Dark” ein Cover ist. Wieder was gelernt. :-)

geschrieben von Michael
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2

Freut mich, dass Dir Medications gefallen. Mit dem Song/Album habe ich die Band lieben gelernt. Aber auch ihre neue Platte “Completely Removed”, die allerdings etwas anders klingt, ist sehr empfehlenswert: Favoriten sind Seasons (http://www.youtube.com/watch?v=5VNVykX6OXs) und Long Day (http://www.youtube.com/watch?v=p4-jO5hPl8E). Aber hör Dir mal beide Alben komplett durch. :)

geschrieben von Kristin
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3

@Kris­tin: Danke – ich werd mal reinhören. Das aktuelle Album hab ich schon bei Spotify gefunden und für morgen vorgemerkt!

geschrieben von beetFreeQ
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But I just have to Explode

Björk

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