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gelesenClaudio Sanchez & Chondra Echert - Kill Audio

It’s days like these
that immortality’s a real bitch…


Kill Audio ist unsterblich und ziemlich davon gelangweilt. Auf der Suche nach seiner Bestimmung nimmt er den Auftrag an, die verrückt spielende Musik von Sight & Sound unter Kontrolle zu bringen. Zusammen mit einem sprechenden Kissen, einem Skelett im Bieberanzug und einem durchgeknallten Hahn muss er sich fortan mit rebellischen Stilen und intriganten Genres herumschlagen, um die Väter aller Stile zu finden.

Ich bin ja nicht wirklich ein Fan von Coheed and Cambria, von daher kam ich eher zufällig zu dem Comic “Kill Audio”, dessen Autor vor allem als Sänger und Gitarrist besagter Band bekannt ist. Als ich die Prämisse dieses Comics las, wusste ich aber, dass die Story genau mein Fall sein würde. Zugegeben, wer nichts mit durchgeknallten, psychedelischen Geschichten anfangen kann, braucht gar nicht erst weiter zu lesen. Alle anderen sollten einen Blick wagen.

Wer sich auf “Kill Audio” einlässt, wird sich an leider etwas schwer lesbare Sprechblasen und eine bis zum Ende des Buches nur schwer durchschaubaren Story gewöhnen müssen, doch das fällt bei den Aufgebot an verrückten Ideen und Details überraschend leicht gemacht. Vor allem die Tonnen an teils satirischen Verweisen zu Song-Klassikern und der Musikindustrie insgesamt machen “Kill Audio” zu einer wahren Fundgrube, die zu mehrfachem Lesen einlädt, was sicher auch dem Verständnis der Geschichte dient.

Stilistisch kann der in nur Graustufen und Rot gehaltene Comic vollends überzeugen. Zeichner Sheldon Vella hat ganze Arbeit geleistet und die surreale Welt “Sight & Sound” wunderbar lebendig werden lassen. Er schafft es in seinen Panels, Musik genial visuell darzustellen, dass man sofort den passenden Soundtrack dazu im Kopf hat. Man sollte allerdings keinen unruhigen Magen haben, denn die Tatsache, dass der Protagonist unsterblich ist, wird nicht selten grafisch ausgereizt. Nicht nur deshalb gehört das Buch sicher nicht in Kinderhände, die aber auch eh nicht viel Spaß an der seltsamen Story haben werden.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass Sanchez und seine Ehefrau Chondra Echert bei der Auswahl der referenzierten Songs einen großartigen, eklektischen Musikgeschmack an den Tag legen. Allein die “Recommended Listening”-Seiten am Ende jeder Ausgabe lassen das Herz jedes Musikliebhabers höher schlagen. Da nimmt man auch die etwas zu wirre Story und die wie schon erwähnt etwas unleserlichen Sprechblasen gern in Kauf.

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

“Kill Audio” ist im englischen Original als alle sechs Ausgaben umfassendes TPB erhältlich und kann u.a. bei Amazon erstanden werden. Eine deutsche Übersetzung gibt es meines Wissens nicht. Auf der offiziellen Website und der Facebook-Fanseite erfährt man außerdem etwas mehr über den Comic.

Every mix tape tells a story. Put them together, and they add up to the story of life.

Rob Sheffield

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