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Rezension Battles - Gloss Drop

Dame un helado derritiéndose
…Simple yes my friend!

Battles - Gloss DropEs ist noch nicht all zu lang her, dass die Battles aus dem Nichts auf der Bildfläche auftauchten und den Math-Rock mit ihrem kauzigen Stil salonfähig machten. Seit ihrem Debut-Album “Mirrored” hat sich einiges getan. Viele Bands schwammen im Fahrwasser des Albums und mit Tyondai Braxton verließ das stilprägendste Mitglied die Band, um solo noch verrücktere Musik zu machen. Nun sind die verbliebenen Jungs mit ihrem zweiten Album zurück und alle blickten gespannt auf das Trio. Eins ist sicher, die Battles klingen nicht mehr wie zuvor. Aber klingen sie besser?

Math-Rock ist zwar ein weit gefasstes Genre, aber es gehört schon einiges dazu, “Gloss Drop” einfach so in diese Schublade zu stecken. Was die Jungs hier abliefern ist destillierter Wahnsinn, in dem Einflüsse aus unzähligen Genres auf den Kopf gestellt wurden, um nie dem Stillstand zu verfallen. In den nie zurückblickenden, sich von Sekunde zu Sekunde weiterentwickelnden Songs wird experimentiert, dass es eine wahre Freude ist. Post-Rock paart sich mit entstelltem Latino-Pop, afrikanische Polyrhythmen treffen auf etwas, das sich nur mit Math-Salsa notdürftig beschreiben lässt.

Anfangs wusste ich nicht wirklich, wie ich mit dem tief ineinander verzahnten, komplex-chaotischen Wirrwarr umgehen sollte. Aber je öfter ich das Album nun gehört habe, desto mehr hat es mich in sich hinein gesogen. Wie ein findiger Archäologe gräbt man pausenlos neue Details aus, kann nicht genug von dem Entdeckten bekommen. Sicher, “Gloss Drop” hat nur noch in Fragmenten mit dem genialen Vorgänger zu tun und Tyondai Braxton hat einen wichtigen Teil der damaligen Persönlichkeit der Band in seine Soloarbeit mitgenommen, aber ohne ihn schafft es die Band, aus einem Korsett auszubrechen und zu tun, was sie will, wobei sie eine ganz neue Art Identität aufbaut. Ich kann nicht sagen, welches ihrer Alben jetzt besser ist. Ich weiß nur, dass “Gloss Drop” absolut großartig ist!

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

Anspieltipps: Africastle, Ice Cream, My Machines, White Electric

“Gloss Drop” erschien am 03.06.2011 und ist u.a. auf Amazon als CD, LP mit MP3-Download sowie reinem MP3-Download erhältlich. Einen Albumstream findet man u.a. auf Simfy oder Grooveshark.

Ice Cream

Kommentare

1

Ich fand’s beim ersten Hören langweilig, beim zweiten belanglos. Ein völlig aufgeblasener Hype IMO.

geschrieben von tux.
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2

@tux.: Das Album ist sicher Geschmackssache und ich kenne mehrere, an denen es entweder belanglos vorbeizieht oder die sich das Chaos nicht lange anhören können. Bei mir hat’s mit dem Album aber Klick gemacht.

Von einem übertriebenen Hype habe ich da gar nicht viel mitbekommen.

geschrieben von beetFreeQ
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3

@beetFreeQ: Der Hype findet v.a. in Blogs statt. Als wäre dieses Album das allertollste des Jahrzehnts, mindestens.

geschrieben von tux.
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Bill & Ted

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