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Projekt Hörsturz
Rezension Runde 43

Ich bin ja immer jemand, der meint nicht leicht krank zu werden und sich auch nicht bei der vom Virus frontal getroffenen Freundin anzustecken. Dabei werde ich immer eines besseren belehrt und liege entsprechend auch gerade flach. Und da das Wetter auch nicht unbedingt die Laune hebt und den Heilungsprozess ankurbeln will, muss eben die Musik herhalten. Die hat’s noch immer gerichtet. Da schlage ich doch direkt mal zwei Fliegen mit einer Klappe und bewerte die aktuelle Hörsturzrunde außerhalb meines fast schon üblichen Rhythmus an einem Freitag!

Pflichtsongs

Sinsemilia & NTM – Pass’ le Oinj

(von Sorkin)
Französisch ist ja so eine Sprache, die in Kombination mit einer sanften oder wahlweise auch rauhen Frauenstimme sehr schön klingen kann. Mit rappenden Männern ist sie dagegen meiner Meinung nach nicht so kompatibel. Dazu kommt, dass der Song zwar schön oldschoolig ist, aber doch irgendwie nichts besonderes hat. Ne, da gibt’s besseres.

Rating: ★★★★★☆☆☆☆☆ 

Yeasayer – Ambling Alp

(von Graval)
Während Ambling Alp für viele ja scheinbar zu den eher schwachen Songs der Band gehören, halte ich ihn für einen der besten. Ich kann gar nicht sagen, warum. Die Melodie, die Lyrics, die Dramaturgie – alles passt perfekt zusammen. Absoluter Hit, der auch nach weit dreistelligem Hören immer noch begeistern kann.

Rating: ★★★★★★★★★★ 

Ben Harper – Paris Sunrise #7, Lifeline (Live)

(von Freddi)
Für Ben Harper muss die Stimmung passen. In der falschen kommt er mir oft eindeutig zu schmalzig rüber, in der richtigen mag ich seine Musik aber doch. Freddi geht hier den für Fans leichten Weg und nimmt eine ausufernde Live-Kombi zweier Songs, die allerdings für Harper-Neulinge vielleicht eher abschreckend wirkt. Mir ist die erste Hälfte in meiner derzeitigen Stimmung auch wenig wenig zu viel Geplänkel. “Lifetime” mag ich generell aber.

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

Tunng – Arms

(von Mars)
Entspannt akustisch bleibt’s auch bei Tunng. Doch die Band lässt ihren Foltronica auch hier durchblitzen, was den Song für mich sehr sympathisch macht. Allerdings hat die Band auch Spannenderes zu bieten. “Arms” ist jetzt kein schlechter Song, aber für Tunng-Verhältnisse nun mal eben nur mittelmäßig.

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

Strom & Wasser – Gut Gut

(von beetFreeQ)
Strom & Wasser vorzuschlagen ist an sich nicht ganz leicht, denn die Band wirkt auf den ersten Blick teils gerade für Skeptiker des deutschen Gesangs wie mich doch etwas cheesy, kann aber bei genauerem Hinschauen durch wirklich tolle Texte auffallen. Die musikalische Untermalung zwischen Folk, Punk, Polka, Ska, Samba, Tango und wer weiß was sonst noch tut in Kombination mit der rauhen Stimme von Heinz Ratz aber ihren Teil, um die Musik doch schnell sympathisch zu machen. Unbedingt noch mehr Songs anhören, denn mit nur einem Song allein springt der Funke selten gleich über!

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

The Little Willies – Streets of Baltimore

(von JuliaL49)
Die Little Willies konnte ich ja beim letzten Songzeilenrätsel bei der Julia dank schlauer Recherche erraten. Gekannt habe ich ihn vorher nicht und nachdem ich das nun tue, weiß ich auch warum. Dieser schmalzige Country-Sound liegt mir nun mal so absolut gar nicht. Da könnte mir auch jemand den neuesten Truckstop-Song oder wahlweise beliebige deutsche Schlager vorsetzen und mir würde es gleichermaßen vor Abneigung kalt den Rücken runterlaufen. Es ist eine dünne Grenze, die interessanten Country für mich von abgrundtief grausamem trennt, und diese ist hier eindeutig überschritten.

Rating: ☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆ 

Voltaire – Land of the Dead

(von maloney8032)
Voltaire habe ich schon mal so nebenbei wahrgenommen, mich aber dann doch irgendwie nicht näher mit ihnen befasst. Der Song klingt mir aber nach einer ganz spaßigen Swing-Folk-Steampunk-Mischung, die glücklicherweise trotz des Genres nur textlich seine Goth-Bezüge hat. Erinnert mich ja ein wenig an die allerdings im Vergleich ungeschlagenen Lee Press-On And The Nails, von denen ich aber kein ordentliches Video im Netz finde.

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

Joe Bonamassa – The Meaning of the Blues

(von cimddwc)
Man gut dass ich den Kerl grad noch mal gegoogelt habe. Ich hätte das Ding sonst sofort in die dunkelste 80s/90s-Synth-Rock-Guitar-Porn-Phase gesteckt. Dass dieser Song aber von einem vergleichsweise jungen Typen (OK, immerhin drei Jahre älter als ich) stammt und auf seinem 2011er Album drauf ist, hat mich dann doch ziemlich verdutzt. Allerdings muss ich sagen, dass der Song damit für mich direkt noch mal leicht schlechter da steht, denn ich hatte gehofft, so einen Sound in den 90ern wirklich endgültig hinter uns gelassen zu haben…

Rating: ★★☆☆☆☆☆☆☆☆ 

The Pains of Being Pure at Heart – Belong

(von Dr. Borstel)
Ich muss ja zugeben, dass ich den Hype um diese Band nie wirklich verstanden habe. Immer wieder habe ich versucht, mich mit ihnen anzufreunden, geklappt hat es aber leider nie. Da ändert auch “Belong” nicht viel dran, obwohl er ganz angenehm an die Silversun Pickups erinnert, die aber doch noch um einiges besser sind. Ist ganz nett und kein Abschaltkandidat, aber definitiv auch nix, was mich wirklich lange bei der Stange hält.

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

Mister Heavenly – Mister Heavenly

(von Kristin)
Mister Heavenly waren mir vor Kristins Vorschlag noch gänzlich unbekannt, die einzelnen Bestandteile der Band aber definitiv nicht, denn hier haben sich Honus Honus (Man Man), Nicholas Thorburn (Islands / The Unicorns) und Joe Plummer (Modest Mouse), live noch unterstützt von Michael Cera, zusammen getan und genau so klingt die Musik auch. Da gehört sicher noch der eine oder andere weitere Hördurchlauf dazu, um es wirklich genial zu finden, aber das Potential ist sehr groß!

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

6,3 ist eine ziemlich durchschnittliche Wertung für meine Verhältnisse, es war aber auf der ganzen Skala was dabei. So soll es sein. Mal sehen, was die verbliebenen fünf Bonussongs daran ändern.

Bonussongs

Anberlin – The Feel Good Drag

(von Konna)
Anberlin hatte ich ja für ne Deutschrock-Band gehalten. Die Jungs stammen zwar doch aus den USA, machen mich musikalisch aber auch nicht mehr an als eben so eine vermutete Deutschrock-Band. Diese Musik ist ein typisches Beispiel dafür, dass der Begriff “Alternative Rock” heutzutage dafür total unsinnig geworden ist, denn alternativ ist an diesem auf Kommerz getrimmten Rock echt nix mehr.

Rating: ★★★★☆☆☆☆☆☆ 

Deerhunter – Memory Boy

(von Fabian)
Deerhunter ereilt exakt das gleiche Schicksal wie The Pains Of Being Pure At Heart. Da fehlt einfach das Besondere für mich, um’s zu wirklich toller Musik zu machen!

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

Grand Magus – Like The Oar Strikes The Water

(von Tenza)
Wenn man so ein absolut cheesiges Albumcover wie in dem Video da vor sich sieht, weiß man ja sofort, was einen erwartet. Recht bekömmlicher Metal, der sicher nicht schlecht ist, aber auch nicht wirklich hinter dem Ofen hervor lockt.

Rating: ★★★★★★☆☆☆☆ 

He Is We – Light A Way

(von Khitos)
Hmm, das ist wieder so Musik, die man nur mögen kann, wenn man in der entsprechenden “Cute&Cuddly”-Stimmung ist. Aber ich glaube selbst dann wäre mir das zu chartspoppig/schmalzig…

Rating: ★★★☆☆☆☆☆☆☆ 

Paramore – crushcrushcrush

(von Konzertheld)
Ich war ja drauf und dran, hier einfach das selbe zu schreiben wie zu Anberlin. Dann habe ich aber entschieden, dass ich Anberlin damit unrecht täte.

Rating: ★★☆☆☆☆☆☆☆☆ 

Leider haben die Bonussongs den Gesamtschnitt auf ganze 5,667 Punkte herunter gezogen[1]. Aber das ist immerhin ein Zeichen, dass der Zufallsgenerator dieses Mal ein ordentliches Händchen hatte!

Mein Vorschlag für Runde 44

Irgendwie fällt es mir ja zunehmend schwerer, mich für einen Song zu entscheiden. Nicht, weil die Auswahl geringer wird, sondern eher im Gegenteil! Ich habe in letzter Zeit fast zu viel tolle Musik entdeckt. Von daher habe ich mir vorgenommen, einfach das erste zu nehmen, was mir da in den Kopf kommt. Wer mich kennt, wird wissen, dass das einfach nur zum Scheitern verurteilt sein kann. So habe ich also doch wieder eine Stunde rumüberlegt und mich mit “Regular Barbary” dann doch für einen Song entschieden, den ich schon einige Male eher nebenbei im Blog hatte, zu dem mich aber brennend eure Meinung interessiert, einfach weil der Song so unbeschreiblich toll ist. Das Album dazu ist übrigens immer noch kostenlos zu haben und ich kann nur dringendst dazu raten!

A Backward Glance On A Travel Road – Regular Barbary

  1. Allein lägen die Bonussongs bei fast vernichtenden 4,4 Punkten []

Kommentare

1

Mit den sieben Punkten kann ich aber gut leben, danke 😉 . Ohnehin habe ich schon von Mehreren gehört, dass sie den Hype (der dann doch gar nicht mal so hypig ausfiel) nicht nachvollziehen können. Ich kann das auch nachvollziehen. Unter anderem hat es bei mir beinahe ein Jahr gedauert, bis das Debütalbum bei mir einen Nerv getroffen hat (und seitdem zu meinem meistgehörten Album überhaupt geworden ist). Muss man nicht lieben, ich tu’s und bin froh drüber.

geschrieben von Dr. Borstel
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2

@Dr. Borstel: Naja, ich hatte nur das Gefühl an jeder Ecke im Web was über die Band zu lesen. Da kam mir das schon wie ein ziemlicher Hype vor – zumindest in dem Bereich des Netzes, den ich so lese. 😉

Wer weiß, vielleicht macht’s bei mir irgend wann auch noch mal Klick und die Band wird für mich auch mehr als angenehme Nebenbeibeschallung!

geschrieben von beetFreeQ
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Be excellent to each other. And... Party on, dudes!

Bill & Ted

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