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Projekt Hörsturz Rezension Runde 42

Irgendwie habe ich mir ja mittlerweile angewöhnt, meine Rezensionen zur jeweils aktuellen Hörsturzrunde fast zue Halbzeit am Samstag zu machen. Damit will ich heute, wo ich ja auch grad mal die Zeit habe, auch nicht brechen. Diese Ausgabe wird auch besonders interessant, denn unter dem Sonderrundenthema “Multilingual” waren nur Songs erlaubt, in denen auf anderen Sprachen als Deutsch oder Englisch gesungen wird. Schauen wir mal, was mich alles erwartet!

Pflichtsongs

Kvelertak – Utrydd dei Svake

(von Tenza)
An sich mag ich ja selten Musik, in der hauptsächlich gekreischt, gegrunzt oder gegröhlt wird. Das hier kann mich aber musikalisch durchaus fesseln und so schlimm ist sein Geschrei dann auch wieder nicht. Immerhin muss ich mich hier auch nicht ärgern, dass man das Geschrei ja gar nicht versteht, denn norwegisch verstehe ich trotz Kaizers Orchestra eh nicht. 😉 Mir gefällt hier vor allem die langsame Verwandlung des Songs von Hardcore über Black Metal und Rock & Roll in Folk.

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Zaz – Je Veux

(von David)
Das Cover der Compilation, auf der das Stück sein soll, lässt schlimmes erahnen. Ganz so böse ist das dann aber doch nicht. Hat was fluffig sommerlich poppiges, ist aber auch nix, was ich mir gezielt anhören würde. Ist ein angenehmes Nebenbei-Geplänkel zum Mitwippen. Bestünden die Charts nur aus sowas, könnte man sich aber durchaus mal Radio anmachen.

Rating: ★★★★★★☆☆☆☆ 

Wir sind Helden – La Réclamation

(von Konzertheld)
Bleiben wir noch ein wenig in der Chartsecke. Ich kenne Wir sind Helden zwar, habe diesen Song aber noch nie gehört und wusste auch nicht, dass sie manchmal französisch singen. Mir geht’s da ganz ähnlich wie bei Zaz – ganz nette Mitwippmusik für Nebenbei, die ich aber nicht gezielt anmachen würde.

Rating: ★★★★★★☆☆☆☆ 

Kaizers Orchestra – Svarte katter & flosshatter

(von beam)
Auf meine Beam ist Verlass. Immerhin hat sie eins der tollsten Stücke vom aktuellen Album der Kaizers vorgeschlagen und was wäre bloß diese Sonderrunde ohne diese geniale Band? “Svarter Katter & Flosshatter” (Schwarze Katze und Zylinder) ist mit seinem Orchester vielleicht nicht der typischste Song der Band, aber so abwechslungsreich, wie sie mittlerweile sind, gibt’s ihn eh nicht, den einen typischen Song.

Rating: ★★★★★★★★★★ 

Tappi Tíkarrass – Hrollur

(von beetFreeQ)
Ich muss ja zugeben, dass es mir schwer fiel, etwas vorzuschlagen, das nicht englisch war und auch nicht von Kaizers Orchestra stammt. Es ist nicht so, dass ich keine Auswahl gehabt hätte, aber irgendwie war ich mit keinem Song wirklich zufrieden, bis ich dann an Björk dachte. Die Gute hat ja schon mit 11 Jahren ihr erstes Album aufgenommen (inklusive selbst komponiertem Instrumental) und bis zu ihrem Solo-Durchbruch vorwiegend auf Isländisch gesungen. Also fiel meine Wahl auf ihre frühe Band Tappi Tíkarrass, die sich auf verschrobenen Punk spezialisierte und damit auch heute noch ziemlich frisch klingt. Außerdem hat das auch einen gewissen Aha-Faktor, oder?

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

Pizzicato Five – Mon Amour Tokyo

(von cimddwc)
Ah, die Pizzicato Five. Wie viele Japaner haben sie es ja auch drauf, von wirklich genialer Musik bis hin zu absolut klebrig-kitschigem Kram alles in ihrem Repertoire zu haben. Mir wären jetzt so einige tollere Songs als “Mon Amour Tokyo” eingefallen, aber das Stück ist schon ok. Auf der eben genannten Skala tendiert es ja immerhin zur positiven Seite.

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

Khaled – Aicha

(von Sorkin)
Hätte niemand gesagt, dass der Song ja so bekannt ist, wäre ich im ersten Moment nicht mal drüber gestolpert. Aber ich kenne leider auch die unsägliche englische, angehiphopte Version aus den Charts. Ich muss aber sagen, dass diese (Original?)-Version auch nicht wirklich besser ist. Kitsch as Kitsch can. Kann ich nicht bis zum Ende aushalten. Einen Gnadenpunkt gibt’s immerhin, weil die andere Version eben noch einen kleinen Ticken schlimmer ist.

Rating: ★☆☆☆☆☆☆☆☆☆ 

Moneybrother – Livet börjar här

(von JuliaL49)
Moneybrother sagt mir irgendwie was, aber nach den ersten Takten weiß ich auch, warum ich mich nie wirklich mit der Band beschäftigt habe. Die Musik gibt mir so rein gar nix, ist mir irgendwie zu klischeehaft und irgendwie auch nervig. Dummerweise habe ich auch das Gefühl, dass die Sprache ein wichtiger Grund für den Nervfaktor ist – die eignet sich in meinen Ohren zumindest mal in Kombination mit der Stimme nicht so wirklich zum Singen…

Rating: ★★★★★☆☆☆☆☆ 

Camille – La demeure d’un ciel (Acoustic)

(von Freddi)
Mit Camille wollte ich mich damals, als sie vor einer gefühlten Ewigkeit schon mal im Projekt auftauchte, schon genauer beschäftigen. Irgendwie muss sich das im Sande verlaufen haben. Das sollte ich jetzt aber mal dringend nachholen, denn auch dieser Song kann mich echt überzeugen. Wie sie allein mit ihrer wunderbaren Stimme und einem Sampler nach und nach Schicht über Schicht legt, ist schon toll.

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

hide – Dice

(von Khitos)
Japanischen Metal hört man auch nicht alle Tage. Irgendwie hat die Musik aber auch was bonbonartiges, was wohl typisch für Japan ist. So wirklich vom Hocker reißen kann mich das aber nicht. Geht irgendwie an meinen Geschmacksknospen vorbei.

Rating: ★★★★★★☆☆☆☆ 

Mit 6,7 Punkten fiel die Runde an sich ganz angenehm aus und beweist, dass man eben nicht nur auf englisch gut singen kann. Mal sehen, ob die Bonussongs da genau so gut mithalten können. Die Kommentare zu den einzelnen Songs fallen allerdings etwas kürzer aus.

Bonussongs

Belle Êpoque – Il Est Trop Tard

(von Kristin)
Belle Êpoque hieß glaube ich mal ein Ü30-Tanzschuppen in der Nachbarstadt meines Geburtsorts. Glücklicherweise klingt das hier nicht, als stamme es von der Hausband ;). Der Gesang kann mir ja absolut nicht so zusagen, aber mit Screamo konnte ich ja sowieso nie wirklich was anfangen. Musikalisch ist’s ansonsten aber gut.

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

Dead Can Dance – The Lotus Eaters

(von Fabian)
Dead Can Dance sind ja auch so eine Band, mit der ich mich bisher komischerweise nie wirklich beschäftigt habe, obwohl sie ziemlich gut in mein Beuteschema passen. “The Lotus Eaters” ist auch wieder ein Zeichen dafür, das dringend mal nachzuholen.

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

Dengue Fever – One Thousand Tears of a Tarantula

(von Graval)
Dengue Fever hatten wir ja auch schon mal und schon damals war ich begeistert von der Musik. Dieser Song gefällt mir gleich noch besser als der von damals. Jetzt muss nur noch jemand den psychedelischen, indischen James-Bond-Streifen drehen, für den der Song dann als Soundtrack fungiert.

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

DJ Reno – Je veux te voir DANCER

(von Mars)
Mash-Up haben wir ja auch sehr selten im Projekt. Der hier ist war schick zusammengemixt, gibt mir aber doch irgendwie nicht den wirklichen Kick. Der Gesang ist aber auch nicht grad unnervig. Und für den Rest höre ich doch lieber Daft Punk.

Rating: ★★★★★★☆☆☆☆ 

Loituma – Ievan Polkka

(von Konna)
Ich muss ja gestehen, dass ich ursprüngliche Acapella-Version des Songs, die dank des Porree-schwingenden Anime-Mädchens zum Meme avancierte, wirklich toll finde. Aber diese auf Charts gebürstete Kommerzversion hier kann mir sowas von gestohlen bleiben. War aber leider auch zu erwarten, dass den Song nach der Popularität so ein Schicksal ereilt… Für das Original hätt’s 10 Punkte gegeben!

Rating: ★★☆☆☆☆☆☆☆☆ 

Shout Out Louds – Spöken

(von Dr. Borstel)
Die Shout Out Louds sind mir zwar namentlich ein Begriff, aber irgendwie nie musikalisch hängen geblieben. Das Stück hier, das ja ein Cover eines Songs einer anderen Band mit dem selben Schicksal ist, klingt aber so, als ob ich beide Bands doch mal näher unter die Lupe nehmen sollte!

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Yoko Takahashi – Zankoku Na Tenshi No These (Neon Genesis Evangelion Opening)

(von maloney8032)
Neon Genesis Evangelion muss ich ja auch irgendwann mal sehen. Aber die Musik ist da noch der geringste Grund, denn die ist typischer japanischer Anime-Theme-Pop, der mir viel zu kitschig ist.

Rating: ★★☆☆☆☆☆☆☆☆ 

Als Gesamtschnitt ergibt das 6,47, also etwas niedriger als die Pflichtsongs allein, was einfach dran liegt, dass trotz wirklich toller Bonussongs eben auch zwei richtige Ausfälle dazwischen waren. Kann aber schlimmer sein und insgesamt habe ich diese Runde im Schnitt doch ne Ecke mehr interessanter Musik entdeckt als sonst.

Mein Vorschlag für Runde 43

An sich höre ich ja sehr selten deutschsprachige Musik, denn irgendwie schaffen es die meisten deutschen Bands nicht, sowohl musikalisch aus auch textlich wirklich herauszustechen und was Besonderes zu machen. Mit “Strom & Wasser” habe ich aber gerade erst eine Band für mich entdeckt, die eben in beiden Disziplinen wirklich toll ist. Da kann ich dann auch nicht auf die eventuell mal folgende Sonderrunde zu deutscher Musik warten. Drum gibt’s nach schwerer Entscheidung einfach mal den Song “Gut Gut” vom Album “Gossenhauer”.

Strom & Wasser – Gut Gut

Kommentare

1

Ich müsste allerdings anmerken, dass ich “Spöken” weder für die Shout Out Louds noch Band of Horses stilistisch besonders repräsentativ halte. Von meiner Warte aus lohnt sich die Beschäftigung zwar sehr, aber an meinem Vorschlag kann man das wohl nicht unbedingt festmachen, denn ansonsten klingen beide eher anders.

geschrieben von Dr. Borstel
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2

@Dr. Borstel: Ich lass mich da mal überraschen! Oft sind es ja gerade die eher unüblichen Songs, die auf eine Band aufmerksam machen und auch den eigentlichen Stil dann näher bringen.

geschrieben von beetFreeQ
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3

Ein deutscher Vorschlag? Ich hab Angst, beetFreeQ.

geschrieben von Kristin
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4

@Kristin: Keine Sorge – die Band ist echt gut. Finde ich zumindest. Hat was von Murder By Death.

geschrieben von beetFreeQ
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