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Projekt Hörsturz Rezension Runde 41

Runde 41 im Projekt Hörsturz ist angesagt und es gibt einige interessante Neuerungen. Die wichtigsten, die mir als Veranstalter hoffentlich ein wenig Arbeit sparen und den Teilnehmern mehr Sicherheit für die Korrektheit meiner Auswertung jeder Runde bringen werden, geschehen unter der Oberfläche. Offensichtlich zu sehen ist dagegen an sich nur die kleinste: Von jetzt an wird nicht mehr in Halbschritten auf einer Skala von 0 bis 5 bewertet sondern in vollen Schritten von 0 bis 10. Die Skala erlaubt damit also genau so viele Zwischenschritte wie die alte. Aber genug der technischen Dinge – kommen wir zu den Songs!

Pflichtsongs

The Thermals – I Don’t Believe You

(von JuliaL49)
Die Thermals fand ich ja mal ganz schick. So außer “Here’s Your Future” ist nicht viel hängen geblieben. Dazu sind sie doch ein wenig zu beliebig. “I Don’t Believe You” ist auch so ein ganz netter Song, dem es aber an Kanten mangelt und schnell wieder vergessen ist.

Rating: ★★★★★★☆☆☆☆ 

Mona – Listen To Your Love

(von Nummer Neun)
Unter dem Namen “Mona” hätte ich mir jetzt so’n Mädel mit Akustik-Gitarre vorgestellt. Ist aber dann doch eher so Indierock. Der Anfang machte auch erst Lust auf mehr, was sich aber im Laufe des Songs leider eher abschwächt. Schlecht ist das jetzt gar nicht, aber irgendwie fehlt mir was, um den Song wirklich mögen zu können.

Rating: ★★★★★★☆☆☆☆ 

Buzzcocks – Ever Fallen In Love (With Some You Shouldn’t)

(von maloney8032)
Vermutlich trete ich jetzt in irgend ein Fettnäpfchen, wenn ich diesen Song langweilig finde, denn immerhin ist das Ding ja nun mal ein Punk-Klassiker. Da ich aber ja mit den “echten” Punk nur selten was anfangen kann und mich lieber mit allem drum herum beschäftige, kann ich dem Song nun mal einfach noch sooo viel abgewinnen. Ich glaube, heute wird ein 6-Punkte-Tag…

Rating: ★★★★★★☆☆☆☆ 

The Phoenix Foundation – Bitte Bitte

(von Graval)
Der MacGyver-verweisende Bandname ließ ja trotz des Songtitels nicht auf einen deutschsprachigen Song schließen[1] und bis auf das Wort Bitte, das wohl im Song auch wirklich so gemeint ist, bleibt’s auch englisch. Musikalisch gibt’s leider nur wenig spektakulären, leicht an Bob Dylan erinnernden Softrock.

Rating: ★★★★★★☆☆☆☆ 

Okkervil River – Lost Coastlines

(von Mausz)
Mit Okkervil River bin ich ja nie so wirklich warm geworden, auch wenn sie eindeutig ein paar tolle Songs haben. “Lost Coastlines” ist immerhin eines dieser Stücke, die man hier und da immer mal gern gehört hat, ohne ihn dabei zu bewusst wahrzunehmen. Da kann ich aber auch mal nen Punkt mehr rausrücken!

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

In Extremo – Der Rattenfänger

(von Onkelosi)
Ein typischer Onkelosi-Vorschlag. Immerhin gab’s auch schon schlimmere Stücke, aber dieser lahme Metal-Mittelalter-Verschnitt liegt mir nun mal gar nicht. Das können andere Bands einfach besser und klischeeärmer.

Rating: ★★★☆☆☆☆☆☆☆ 

Cave In – In the Stream of Commerce

(von Kristin)
Kristin hat wieder was anstrengenderes im Angebot, aber ich mag ja anstrengende Musik. Cave In waren mir völlig unbekannt, der komplexe Song macht aber absolut Lust auf mehr. Da steckt weit mehr drin, als man mit dem ersten Hören aufnehmen kann. Die Band merke ich mir!

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

Sublime – Santeria

(von Freddi)
Sublime kennt man ja. Für nen Sommerabend mal ganz nett, aber insgesamt war die Band irgendwie doch nie so mein Favorit, wenn’s um Ska ging. Vielleicht muss man die Band aber auch einfach mal live gesehen haben, um die Musik wirklich toll zu finden, wie es ja irgendwie bei vielen Ska-Bands der Fall ist…

Rating: ★★★★★★☆☆☆☆ 

Slaughter Of The Bluegrass – Punish My Heaven

(von Tenza)
Kuriose Coverbands gibt’s ja einige, mal wirklich toll, mal aber auch absolut peinlich. Slaughter Of The Bluegrass bringen aber zumindest nach diesem Song zu urteilen absolut Spaß. Das ist jetzt nichts, was ich mir ständig anhören würde, aber für gewisse Situationen echt spitze.

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Mike Doughty – I Hear The Bells

(von Sorkin)
Bei Mike Doughty klingelt doch was. Ach ja, die Stimme entlarvt’s – er war ja der Sänger von Soul Coughing. Der Song hat zwar auch stilistische Parallelen, ist aber um einiges seichter als noch in seiner alten Band. Sehr schade, dass die Band sich damals aufgelöst hatte, denn solo kann mir seine Musik nicht so wirklich zusagen, wo ich ihn doch viel besser kenne.

Rating: ★★★★★★☆☆☆☆ 

Mit durchschnittlich 6,3 Punkten kommt die Runde fast genau so durchschnittlich weg, wie die meisten ihrer Songs. Ein bisschen mehr Auf und Ab ist mir da ja lieber! Aber mal sehen, was die Bonussongs in der Hinsicht so bringen!

Bonussongs

Bodo Wartke – … da wird auch dein Herz sein

(von Konzertheld)
Oha, kirchliche Musik ist ja immer ein schwieriges Thema bei mir. Erst recht, wenn sie so langweilig wie hier vorgetragen wird. Schmalzig, mit völlig uninteressanter Stimme und abgegriffenen Klavierlinien vorgetragen, textlich auch typisch friedlich und nichtssagend klischeehaft positiv. Ne, ist gar nicht meine Tasse Tee! Schade schade, wenn man bedenkt, dass der Kerl ja mit “Ja Schatz” auch ganz gute Satire drauf hat…

Rating: ★★☆☆☆☆☆☆☆☆ 

David Rovics – Song For Bradley Manning

(von Michael)
Ach ja, moderne Protestmusik. Sowas scheitert bei mir ja an dem Problem, dass für mich Musik und Text gut sein müssen, oder das eine zumindest so genial, dass ich beim anderen ein Auge zudrücken kann, wobei ich der Musik größeren Stellenwert beimesse als dem Text. So hat dieser Song nun mal einfach keine Chance, auch wenn der Text an sich gut ist.

Rating: ★★★★☆☆☆☆☆☆ 

Foy Vance – Hope, Peace and Love (live)

(von cimddwc)
So aus dem Publikum bei einem Konzert aufgenommene Videos sind ja an sich für mich immer ein Abschaltgarant. Aber was der Junge da mit seiner Gitarre veranstaltet, lässt das Zucken im Klickfinger auf dem Stop-Button dann doch wieder weniger werden. Musiker, die so mit Sample-Techniken solo jammen können, haben bei mir ja sowies einen Stein im Brett und von Foy Vance werde ich mir auf alle Fälle mal mehr anhören.

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Icy Demons – Desert Toll / Spirit Guide

(von beetFreeQ)
Die Icy Demons sind ja so eine Band, die man mit nur einem Song auch so rein gar nicht ausreichend vorstellen kann. Dieses mehr oder weniger instrumentale Stück ist mit seiner melancholischen, irgendwie fast morbiden Stimmung zwar mein liebstes von ihnen, aber sie haben auch sogar überraschend zugängliche Songs mit Gesang im Angebot. Echt tolle Band!

Rating: ★★★★★★★★★★ 

Kate Nash – Foundations (Live)

(von Mars)
Als der Song vorgeschlagen wurde, wunderten sich ja einige, warum denn so ein bekannter Song vorgeschlagen wird, aber da ich ja mal so absolut kein Radio höre und fast nie den Fernseher an habe, kenne ich den Song wirklich nicht. Er bestätigt mich aber auch wieder darin, dass ich nichts verpasse, wenn ich kein Radio höre, wobei ich da auch schon weit schlimmeres gehört habe. Ist halt geschmacksneutraler, austauschbarer Pop von der Stange.

Rating: ★★★★★☆☆☆☆☆ 

Pinback – Fortress

(von Fabian)
Ah, Pinback. Irgendwie schafft die Band es ja, mir auch seichteren Rock nahe zu bringen, weil sie ihn mit allerlei tollen Details anreichern. “Fortress” ist natürlich ein Klassiker, aber auch nicht ganz so spitze wie z.B.”Avignon” (in der Full Band Version) oder “Chaos Engine”.

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

Sam Reynolds – Fugitive

(von Dr. Borstel)
So langsam kann ich diese ganzen romantischen Singer/Songwriter/Gitarrenzupfer ja nicht mehr hören. Klingt am Ende doch irgendwo alles austauschbar, wenn nicht zumindest noch ein paar ungewöhnliche Elemente den Song auflockern. Hier wird zwar nach und nach mit ein paar weiteren Instrumenten nachgeholfen und die Stimme des Sängers kann an sich auch gefallen, aber es will einfach absolut kein Funke überspringen. Vielleicht haben mir zu viele langweilige Vertreter des Genres es einfach kaputt gemacht…

Rating: ★★★★★☆☆☆☆☆ 

VIZA – Fork In The Road

(von Konna)
Oha, Konna ist sei drei Runden wieder dabei und schlägt schon zum zweiten Mal einen Song vor, den ich wirklich mag. Viza sind so eine Band, die mit ihrer Mischung aus Balkan, Cabaret und Mu-Metal wirklich tolle Songs schreiben, wenn auch einige leicht an meinem Geschmack vorbei gehen. “Fork In The Road” ist aber einer ihrer besten Songs!

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

Im Gesamtschnitt ergibt das ganze 6,4 Punkte, was ja nur einen kleinen Ticken besser als die Pflichtsongs allein ist, aber dank der Bandbreite zwischen gut und schlecht in den Bonussongs doch echt mehr Spaß brachte!

Mein Vorschlag für Runde 42

In der kommenden Runde haben wir ja mal wieder ein vorgegebenes Thema, das dieses Mal “multilingual” lautet. Erlaubt sind nur Songs, in denen auf anderen Sprachen als Deutsch oder Englisch gesungen wird. Natürlich würde man da vermuten, dass meine erste Wahl auf Kaizers Orchestra fallen wird, aber da ich mir sicher bin, dass sie von mindestens einer anderen Person vorgeschlagen werden, gibt’s doch was anderes von mir.

Mein Vorschlag ist diesmal eine Band, in der eine heute sehr bekannte Sängerin 1982 als 17-jährige ihre Punk-Hörner abgestoßen hat. Für die, die nach dem Namen der Band nicht wissen, um wen es geht, will ich den Namen mal nicht spoilern – an der Stimme wird man sie aber 100%ig erkennen!

Tappi Tíkarrass – Hrollur

  1. witzigerweise gibt’s aber wohl eine deutsche Jugend-Bigband mit dem selben Namen []

Kommentare

1

Ah, ein Pinback-Kenner! Sogar vom B-Material. Sehr schön.
Fortress würde ich heute auch nicht mehr in die Top 5 meiner Lieblingssongs packen, aber es war das erste, was ich von ihnen hörte und es packte mich auf Anhieb.
Daher hielt ich es für die beste Wahl für das Projekt. Blue Screen Life ist heute mein Lieblingsalbum von ihnen und das hat sehr lange zum Zünden gebraucht.

geschrieben von Fabian
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2

Danke! Bin froh, dass es auch Menschen gibt, die die Band nicht einfach abstempeln. Das Jupiter-Album ist großartig. Die neueren Sachen sind weitaus geradliniger, aber auch richtig toll!

Auch unbedingt Stephen Brodskys andere Projekte austesten: Pet Genius ist eins seiner genialen Projekte, das es leider auch schon wieder nicht mehr gibt. Und The Octave Museum mit dem tollen Song Kid Defender. Uuuund sein letztes Soloalbum mit dem furchtbar tollen Spacegirl Saturn. Musst Du alles hören.

geschrieben von Kristin
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3

Ach, dass der Buzzcocks-Song als so lahme Ente angesehen wird, kommt dadurch, dass eine murksig hochgeladene Version genommen wurde. Eigentlich hat der richtig Drive. Sehr, sehr schade.

geschrieben von juliaL49
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4

@Fabian: Ja, Avignon war in der Variante glaube ich der erste Song, den ich von der Band gehört hatte. Wie ich damals dazu kam, weiß ich gar nicht mehr.

@Kristin: Da hab ich ja einiges zu tun – werde mir die Tipps aber alle mal anhören. Danke! 🙂

@juliaL49: Naja, stilistisch ist mir der Song schon zu langweilig. Dass da eine besser abgemischte Version mehr hilft, bezweifle ich. Ich kann den Song für die kommenden Bewertungen aber auch noch austauschen, wenn du nen besseren Link weißt.

geschrieben von beetFreeQ
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5

Erschreckend, dass ich plötzlich Songs vorschlage, die dir auch gefallen! 😉 In der nächsten normalen Runde wird das sicher wieder anders. 🙂

geschrieben von Konna
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