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Projekt Hörsturz Rezension Runde 40

So ein schöner sonniger Sonntag lädt ja eigentlich zu einem Spaziergang ein. Aber wenn man den Tag vorher schon ausgiebig über den Kieler Umschlag[1] gewandert ist und dann den Abend mit dem viel zu süffigen Kieler Bier in der Brauerei verbracht hat, freut man sich nach einem kleinen Brumschädel und mit geschundenen Füßen dann doch über einen faulen Tag. Da passt Musik natürlich perfekt. Also schauen wir uns mal die aktuelle Runde im Projekt Hörsturz an!

Pflichtsongs

31Knots – The Savage Boutique

(von Kristin)
Die 31knots habe ich ja schon unter der Hand mal von Kristin empfohlen bekommen und seitdem so einige Male gehört. “The Savaghe Boutique” kannte ich allerdings noch nicht. Der Song gefällt mir sogar nochmal besser als die, die ich bisher so gehört hatte! Tolle, ungewöhnliche Mischung, die ich vielleicht ein klein Wenig in Richtung Modest Mouse stecken würde. Toller schräger Ohrwurm!

Rating: ★★★★★ 

Max Raabe – Küssen kann man nicht alleine

(von Mars)
Oha, Max Raabe ist ja auch so ein Grenzgänger. Hat einige wirklich tolle Songs im Angebot, teils aber auch reichlich Fremdschämpotential. “Küssen kann man nicht alleine” gehört glücklicherweise nicht zu letzterer Kategorie, allerdings haut er mich auch nicht so wirklich vom Hocker. Textlich ganz witzig, musikalisch ein wenig mau. Kann man sich mal anhören, muss aber nicht oft wiederholt werden!

Rating: ★★½☆☆ 

The National – Bloodbuzz Ohio

(von Dr. Borstel)
Ja, The National – eine ganz ordentliche Band, die aber derart gehypet und heillos überbewertet wird, dass einem immer wieder die Lust an der Musik vergeht. So kann mich auch “Bloodbuzz Ohio” so rein gar nicht in den Bann ziehen. Der Song ist ganz nett, aber geht auch direkt wieder aus dem Ohr raus, nachdem er den Weg hinein gefunden hat. Brauchbares Radionebenbeifutter, wenn man nix besseres zur Verfügung hat.

Rating: ★★½☆☆ 

Fountains Of Wayne – Red Dragon Tattoo

(von maloney8032)
Also so eine Musik gehörte ja mal zu meinen Guilty Pleasures. Da das aber zu einer Zeit war, als ich noch nicht wirklich viel Musikgeschmack hatte, kann ich damit heute nun rein gar nichts mehr anfangen. Das ist halt langweiliger College Rock von der Stange, der zumindest glücklicherweise nicht ganz so pathetisch ist, wie viele andere Vertreter seiner Zunft. Obwohl – streicht das “nicht ganz so” vor dem pathetisch – ich bin gerade am Keyboard-Solo angekommen!

Rating: ★☆☆☆☆ 

Hey Rosetta! – Yer Spring

(von JuliaL49)
Wenn mir zu einem Song so rein gar nichts einfallen will, heißt das entweder, dass ich vor Genialität total weggeblasen bin oder das Stück einfach mal langweilig ist. Dieser Song springt fast zwischen beiden Extremen. Die ruhigeren Passagen sind leider wirklich ziemlich beliebig, wenn der Song aber zwischendurch Fahrt aufnimmt, Streicher hinzukommen und er aus dem ülichen Sonschema ausbricht, scheint da ein tolles Stück Musik durch. Schade, dass er sich nicht so ganz entscheiden kann.

Rating: ★★★½☆ 

I Blame Coco – Selfmachine

(von David)
Ah ja, Sting’s Tochter ist ja im Moment auch in aller Munde. Schön, dass ich da direkt mal die Gelegenheit habe, mir ein Bild zu machen. So wirklich viel von ihrem Vater hat sie ja nicht abbekommen. Stellenweise scheinen zwischen gefährlich nach Autotune klingenden Passagen ja stimmliche Ähnlichkeiten zum großen Vater auf. Musikalisch hat sich die Gute aber auf langweiligsten 08-15-Chartspop verlassen. So wird das nix… An sich auch kein Wunder, dass sich die meisten Kommentare unter dem Video nur um ihre Schönheit und nicht um die Musik drehen.

Rating: ★★☆☆☆ 

X-Ray Dog – Time Will Tell

(von Steve)
Au weia – was für ein grausiges Yoga/Wellness/Kitsch-CD-Gedudel hat Steve denn da ausgegraben? Da fehlen ja nur noch die Panflöten, um das Stück zu der vollkommensten Foltermusik zu machen…. Aaaaargh – es kommt ja sogar noch schlimmer. An eine Synthie-Version dieser Grausamkeit von einem Instrument hatte ich nicht gedacht. Sehr geschickter Zug, muss ich sagen. Warum habe ich damals nicht auch Minuspunkte in der Wertung erlaubt?

Rating: ☆☆☆☆☆ 

The Unicorns – Sea Ghost

(von Freddi)
So hat man Flöte zu spielen 😀 – Nachdem die Flöten dann abklingen, folgt sympathischer Indie-Rock, der wirklich Spaß bringt, aber dann irgendwie doch nicht wirklich hängen bleibt. Auch so ein Nebenbei-Ding, das man mal ganz gern hört, aber doch irgendwie nie gezielt anmacht.

Rating: ★★★½☆ 

Tyondai Braxton – Platinum Rows

(von beetFreeQ)
Ich habe zu meinem Vorschlag ja sehr unterschiedliche Bewertungen erwartet. Und auch die “Das ist doch Filmmusik, die hört man doch nicht ohne Film”-Meinungen habe ich erwartet. Für mich ist das aber auch völlig ohne einen Film (den es hierzu ohnehin nicht gibt) absolut spannende Musik. Sicher nicht zu jeder Gelegenheit geeignete, aber doch absolut kopfkinolastige, mitreißende Avantgarde-Klassik, die tonnenweise Details zum Entdecken bietet!

Rating: ★★★★★ 

Black Stone Cherry – Blame it on the Boom Boom

(von cimddwc)
Ein wenig Dicke-Eier-Rock zum Abschluss. Lässt sich anhören, zuweilen sicher auch gut mit ein wenig Luftgitarre unterstützen. Würde ich mir jetzt auch nicht gezielt in die Playlist packen, aber gefallen kann’s schon ganz ordentlich!

Rating: ★★★½☆ 

Mit 2,85 fällt diese Runde für meine Verhältnisse doch ein wenig mau aus. Viel Füllmaterial dabei, aber auch Ausreißer nach oben und unten. Von daher kann ich mich da an sich gar nicht beklagen. Schauen wir mal, wie sich dagegen die fünf übrigens Bonussongs schlagen!

Bonussongs

Escape With Romeo – It’s Loneliness (Wumpscut remix)

(von Konna)
Ah, Konna ist nach seinem spitzenmäßigen Vorschlag der letzten Runde wieder in alten, so gar nicht mit meinem Geschmack kompatiblen Gefilden unterwegs. Was man an diesem schlechten Technobeat, den billigen Synth-/Gitarren-Riffs und dem langweiligen Gesang mögen kann, bleibt mir ein Rätsel…

Rating: ★☆☆☆☆ 

Fever Ray – When I Grow Up

(von Kamil)
Absolut groß! Mehr muss ich nicht sagen!

Rating: ★★★★★ 

Motocade – Holy Moly

(von Graval)
Huch – mist! Da hab ich ja echt Titel und Künstler vertauscht. Wird sofort geändert (auch wenn die meisten jetzt schon mit dem falschen Namen gearbeitet haben). Musikalisch ist das übrigens ganz ordentlicher Indie, der mir ein wenig zu sehr auf die Charts schielt.

Rating: ★★★☆☆ 

Kylesa – Spiral Shadow

(von Tenza)
Aha, das ist also (laut Wiki) Sludge Metal. Klingt interessant, kann zwar beim ersten Hören noch nicht vollends überzeugen, macht aber Lust, sich mit weiteren Songs der Band und dem Genre generell zu beschäftigen!

Rating: ★★★★☆ 

The Blue Van – Run to the Sun

(von Basti)
Ein Rezensionsexemplar des aktuellen Albums der Dänen hab ich hier auch noch rumliegen und für kommende Woche vorgesehen. Ganz so euphorisch wie Basti bin ich allerdings nicht. Die Band hat zwar ganz schicke, ohrwurmige Songs auf das Album gepackt, klingt aber ein wenig zu überproduziert und glatt. Da waren die älteren Scheiben etwas besser! “Run To The Sun” hat aber immerhin schon mal nen Ohrwurmizitätsbonus!

Rating: ★★★★☆ 

Die Bonussongs bringen die Runde auf eine fast glatte 3(,03333333333333333333333333333) und steigern den Schnitt damit noch ein wenig. Und da ich sogar noch ein neues Genre für mich entdeckt habe, werde ich auch weiterhin unbedingt dabei bleiben, die Bonussongs mit zu bewerten!

Mein Vorschlag für Runde 41

Manchmal sitze ich ja schon ein wenig in der Zwickmühle. Auf der einen Seite will ich natürlich etwas wirklich tolles vorschlagen, das möglichst noch wenige kennen, auf der anderen Seite blogge ich meine Neuentdeckungen ja auch gern, womit sie dann schon bekannt wären. Drum mach ich’s diesmal anders herum und schlage einen Song vor, zu dem ich dann auch während der laufenden Runde dann noch mal etwas schreiben werde. Mein Vorschlag stammt dieses Mal nämlich von den Icy Demons, die ich über Man Man entdeckt habe. Ähnlich verrückte Musik, die auch genau so spitze ist. Meine Wahl fiel dabei auf das verschroben melancholische “Desert Toll / Spirit Guide” von ihrem 2003er Debut “Fight Back”! Viel Spaß damit!

  1. historisches Volksfest in Kiel mit Mittelaltermarkt und und und []

Kommentare

1

😀 Der Ohrwurmizitätsbonus gefällt mir sehr gut!!! 😉

geschrieben von Basti
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2

Woooot, noch nie Sludge Metal gehört?
Kein Isis? Kein Neurosis?
Das ist aber eine böse musikalische Bildungslücke – ich helfe gerne durch das Projekt mit, diese bei der Wurzel zu packen. 🙂

geschrieben von Fabian
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3

@Fabian: Zumindest nicht in dem Bewusstsein, dass es Sludge ist. Isis und Neurosis sind mir schon mal begegnet, aber so wirklich viel habe ich bisher nicht von denen gehört. Wird aber sicher jetzt mal geändert!

geschrieben von beetFreeQ
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