freeQnet-Logo
freeQnet

Projekt Hörsturz Rezension Runde 39

Da will ich mich doch auch mal ans Bewerten der aktuellen Hörsturz-Runde machen. Diesmal handelt es sich wieder um eine Sonderrunde und das Thema lautet “instrumental”. Da ich ja generell sehr gern instrumentale Musik höre, auch Klassik nicht abgeneigt bin und auch den einen oder anderen tollen Post-Rock-Song erwarte, stürze ich mich direkt mal in die von den Teilnehmern vorgeschlagenen Stücke!

Pflichtsongs

Ludovico Einaudi – Fuori dal mundo

(von Konna)
Dass man bei einer Band schon am Namen den zu erwartenden Sound erraten kann, ist ja nix besonderes, wenn es sich aber um einen Solo-Künstler ohne speziellen Künstlernamen handelt, ist das schon was besonderes. Wer aber Ludovico Einaudi heißt, kann an sich ja nur klassische Musik machen, oder? Das Stück selbst ist wohl eine Soundtrack-Komposition, die aber auch ganz gut ohne Film funktioniert. Nicht wirklich weltbewegend, aber ganz angenehm ohne zu kitschig zu werden.

Rating: ★★★☆☆ 

Explosions In The Sky – Your Hand In Mine

(von Khitos)
Ah, da haben wir ja auch schon den Post-Rock. Die Explosions In The Sky sind mir natürlich ein Begriff, auch wenn ich den Hype, der teilweise um sie gemacht wird, nicht ganz nachvollziehen kann. Gute Musik machen sie aber nichts desto trotz. Das ist so ein Sound, der zum Wegträumen einlädt. Relativ ereignislos und doch irgendwie episch.

Rating: ★★★★☆ 

Boards of Canada – Skyliner

(von Fabian)
Elektronische Musik ist natürlich auch ein passender Sound für diese Runde, wo sich doch ein Großteil der instrumentalen Musik heutzutage elektronisch abspielt. Boards Of Canada habe ich in den 90ern des öfteren gehört (vor allem “Music Has The Right To Children”), aber nie den vollen Zugang zu ihrer Musik gefunden. Irgendwo fehlte mir immer etwas Melodie, etwas vertrautes. Wenn ich mir Skyliner aber so anhöre, sollte ich vielleicht doch mal wieder mehr reinhören.

Rating: ★★★★☆ 

Goblin – Tenebre

(von Heiko)
Weiter geht’s mit italienischem Progressive Rock. An sich nichts schlechtes, aber Goblin haben leider die Angewohnheit, neben einigen tollen Stücken (vor allem auf “Profondo Rosso”) auch einiges Belangloses und Kitschiges rauszuhauen. “Tenebre” bewegt sich ein wenig auf der Grenze zwischen beiden Extremen. Nicht wirklich toll, aber es gibt schlechteres von ihnen.

Rating: ★★★☆☆ 

Moby – Shot In The Back Of The Head

(von Konzertheld)
Hab ich schon mal erwähnt, wie sehr ich Moby verachte und ihn für einen dilettantischen Möchtegernmusiker halte? Ja? Gut, dann muss ich mich ja nicht wiederholen. “Shot In The Back Of The Head” ist ein gutes Beispiel, denn wenn man’s mal genau nimmt, hat der Song außer ein paar Samples, einem schlecht gespielten Schlagzeug und belanglosen Flächen nicht wirklich was zu bieten. Und genau so läuft fast seine gesamte Musik jenseits der frühen elektronischen Sachen ab. Brrrr….

Rating: ☆☆☆☆☆ 

Red Snapper – They’re Hanging Me Tonight

(von beetFreeQ)
Ah Red Snapper. Eine Band, die ich unbedingt noch mal live erleben muss, bevor sie sich vielleicht zum zweiten Mal auflösen. Ihre musikalische Bandbreite reicht von Surf-Rock über Trip Hop und Jazz zu Post-Rock und soll nach Hörensagen live noch viel genialer rüberkommen. “They’re Hanging Me Tonight” ist als eher sphärischer, ruhiger Vertreter ihrer Musik eines dieser wirklich seltenen Stücke, die fast jedes Mal eine wohlige Gänsehaut hervorrufen. Einfach makellos genial!

Rating: ★★★★★ 

Unleashed – Across The Open Sea

(von Fini)
Für Death Metal hält sich dieser Song aber gehörig zurück. Generell schätze ich es ja, wenn Metalbands mehr können, als nur drauf los zu knüppeln, aber hier wird das alles dann nach anfänglichem Gefallen dann doch etwas langweilig. Die etwas klischeereiche Orgel macht’s da leider auch nicht besser…

Rating: ★★☆☆☆ 

Daniel Olsén – Me And My Paper Plane

(von David)
Klingt ja knuffig. Leider leider erscheinen so schicke Indiespiele wie Ilomilo ja viel zu selten auch für den PC. Sonst könnte ich das Stück vermutlich auch auswendig. Aber auch ohne das Spiel gespielt zu haben, kann das Stück gefallen. Wohlfühlmusik darf so klingen, als habe sie das kuscheligste Fell, das ein Musikstück so haben kann!

Rating: ★★★★☆ 

François de Roubaix – Dernier domicile connu

(von beam)
François de Roubaix gehört zu den genialsten Soundtrack-Komponisten der 70er und blieb leider viel zu unbekannt. Nur dank Samples aus Stücken wie diesem bleibt seine Musik auch heute noch am Leben. Drum hab ich ihn auch schon des öfteren in meinen Origins- und Musica-Obscura-Beiträgen untergebracht. “Dernier domicile connu” ist aber bisher wirklich mein liebstes Stück von ihm, obwohl ich den Film, aus dem es stammt, nie gesehen habe.

Rating: ★★★★★ 

Late Of The Pier – VW

(von Kamil)
Von Kamil konnte ich mir ja an sich auch nix ruhiges vorstellen. “Late Of The Pier” waren mir bisher unbekannt, aber ich glaube, das werde ich mal ändern. Der Song hat nämlich eine schöne Dramaturgie, leichten Impro-Charakter und kann damit ziemlich überzeugen.

Rating: ★★★★½ 

3,45 Punkte sind ein ziemlich guter Schnitt, der noch um einiges besser hätte ausfallen können, wenn nicht gerade einer meinem wenigen Hassmusiker darunter gewesen wäre. Mal sehen, ob die Bonussongs den hohen Schnitt halten können! Die Kommentare zu den einzelnen Songs fallen diesmal aber kürzer aus.

Bonussongs

Bedlam Bards – On the Drift

(von JuliaL49)
Für Firefly vergesse ich sogar regelmäßig meine Country-Abneigung.

Rating: ★★★★½ 

Clint Mansell – Lux Aeterna

(von Mars)
Ich liebe die Musik von Clint Mansell und auch die des Kronos Quartets. Um so besser, dass Mars die Originalversion mit dem Quartett und nicht die HdR-Trailer-Orchester-Version gewählt hat! Absolut großartiges Stück!

Rating: ★★★★★ 

Don Caballero – Mmmmm Acting, I Love Me Some Good Acting

(von Kristin)
Stimmt, Math-Rock hat auch noch ein wenig in dieser illustren Runde gefehlt. Don Caballero habe ich zu meiner Schande leider noch viel zu wenig gehört. Muss ich dringend ändern! Toller Song!

Rating: ★★★★★ 

General Union – Beerdrinker – Lock the door

(von Dr. Borstel)
Hmm, ja, Irish-Folk halt. Mal ganz schick, aber irgendwie kein Genre, das mich lang fesselt.

Rating: ★★½☆☆ 

Herb Alpert – Tijuana Taxi

(von maloney8032)
Ja, auch früher gab’s schon Fahrstuhlmusik. Einen Gnadenpunkt gibt’s, weil das Stück trotzdem so bekannt und schmissig ist, dass es jeder mitpfeifen könnte.

Rating: ★☆☆☆☆ 

Joe Hisaishi – Kaze no Toorimichi

(von Graval)
Hisaishi’s Musik ist einer der Grundpfeiler für die Genialität der Ghibli-Filme und das merkt man auch in diesem Live-Duett. Zwar leicht kitschig, aber das gehört hier einfach so!

Rating: ★★★★☆ 

Joe Satriani – The Extremist

(von cimddwc)
Satriani ist doch auch so einer dieser alternden Gitarrengötter, die nur noch so belanglosen Guitar-Porn machen, oder? So ganz 0 Punkte kann ich aber leider nicht geben, denn ich hab ja mit Dream Theater auch so eine in die Schiene passende Band in meiner Sammlung…

Rating: ★☆☆☆☆ 

Metallica – Orion

(von Tenza)
Da gefallen mir Metallica doch um einiges besser. Orion ist zwar aus heutiger Sicht ein wenig cheesy, hat aber seinen Platz unter den wegweisenden Metalsongs.

Rating: ★★★★☆ 

Pjotr Iljitsch Tschaikowsky – Schwanensee Finale Akt 1

(von Nummer Neun)
Ein wenig Tschaikowsky geht immer, erst recht, nachdem ich erst letztens “Black Swan” gesehen habe. Auch ballettfrei sehr genießbar!

Rating: ★★★★☆ 

The Go! Team – Bust-Out Brigade

(von Basti)
Mit The Go! Team bin ich irgendwie nie wirklich warm geworden. Der Song ändert daran auch nicht viel. Ich kann nicht mal sagen, woran’s liegt.

Rating: ★★½☆☆ 

Ugress – Spider Eyes (Italo Crime Remix)

(von dehkah)
Hmm, Agenten-mäßige Verwurstung des bekannten Songs mit viel Funk-Klischee und wenig Besonderheiten. Handwerklich gut, aber schnarchig belanglos.

Rating: ★★☆☆☆ 

Wolfgang Amadeus Mozart – Leck mich im Arsch

(von Onkelosi)
Wo steckt der Sinn, einen Kanon in einer Instrumental-Version hier vorzuschlagen? Ohne den Text und die damit verbundene Kuriosität, die ich vor ein paar Jahren sogar schon mal verbloggt hatte, ist das Stück reichlich belanglos…

Rating: ★☆☆☆☆ 

Der Gesamtschnitt beträgt diesmal 3,23 Punkte. Trotz einiger absoluter Highlights in den Bonussongs, haben diese den Schnitt also noch ein wenig nach unten korrigiert. Nichts desto trotz eine tolle Runde mit dem kleinen Makel, dass ich überdurchschnittliche viele der Songs bereits kannte.

Mein Vorschlag für Runde 40

Für die nächste Runde hab ich einen Song im Angebot, der eigentlich schon fast meine Wahl für diese geworden wäre, wenn er nicht teilweise mit verzerrten menschlichen Stimmen und Pfiffen arbeiten würde. Drum gibt’s das gute Stück eben dieses Mal. Ihr müsst aber stark sein, denn es gibt knapp über 10 Minuten Avantgarde-Musik von einem ehemaligen Mitglied der Battles zu hören, die meines Erachtens aber absolut bekömmlich und genial ist. Ich präsentiere: Tyondai Braxton – Platinum Rows.

http://www.youtube.com/watch?v=JE9n-T8Lp6Q

Kommentare

1

Das Album wird dir sicher zusagen. Ich bekommen nicht immer Gänsehaut, wenn ich VW anspiele.

geschrieben von kamil
antworten  •  Link
2

Und mit nicht meine ich noch.

geschrieben von kamil
antworten  •  Link
3

Wenn ich so von der Red Snapper-Bandbreite lese, muss ich Dir ja bald mal eine tolle Band ans Herz legen, die ich mir schon lange für das Projekt aufsparen wollte. Es klappt bloß nicht so richtig, weil sie in ihrer Gesamtheit so viel toller sind, als es ein einzelner Song je festhalten könnte. Aber ich kann mir die Band so richtig gut in Deinem Repertoire vorstellen. Sprich mich mal bei Skype an, dann verlinke ich Dir einige Songs.

Außerdem: Danke für die Punkte, und fuck yeah, Math Rock.

geschrieben von Kristin
antworten  •  Link
4

Scheint ja eine echt durchwachsene Runde zu sein. Mir graut es noch ein bisschen. Aber immerhin bist du den Bedlam Bards gewogen – can’t take the sky und so.

geschrieben von juliaL49
antworten  •  Link
5

Irish Folk scheint doch weniger Anklang zu finden, als ich dachte. Hätte doch Post-Rock vorschlagen sollen … Na ja, dann demnächst mal.

geschrieben von Dr. Borstel
antworten  •  Link
6

@kamil: Ja, werd’s mir die Tage auf alle Fälle mal anhören!

@Kristin: Wird gemacht. Du kannst so eine Band aber doch auch einfach mal mit ein paar Songbeispielen bloggen. Gibt ja an sich massig Möglichkeiten, wo man sich Songs ins Blog einbetten kann – sofern die Band natürlich nicht zu unbekannt ist!

@juliaL49: Ach, so durchwachsen fand ich sie nicht – sind doch immer gute und schlechte Songs dabei! Und du wirst auch größtenteils von Bläsern und Gescratche verschont. Mit Elektronik musste aber teilweise leben! 😉

@Dr. Borstel: Ach, die Abwechslung macht’s! Und da passt Irish Folk schon rein, auch wenn’s nun nicht so mein Genre ist.

geschrieben von beetFreeQ
antworten  •  Link
7

Bin bloß zu faul zum bloggen. Da müssen dann so viele Sätze zur Band rein und ein reines ‘Fuck Yeah’ reicht nicht immer. 😉

geschrieben von Kristin
antworten  •  Link

Trackbacks/Pingbacks

1

[…] […]

gesendet von Projekt Hörsturz – Runde 39: Instrumental – freeQnet
I smell sex and candy

Marcy Playground

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de blogoscoop Bloggeramt.de