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Filmkritik Black Swan

Stop being so fucking weak!

Die junge Nina lebt sehr zur Freude ihrer Mutter nur für das Ballet, hat dabei kaum Privatleben und auch keine Freunde. Ihr strenger Ballettlehrer gibt ihr die Hauptrolle in einer Version von Schwanensee, in der sie sowohl den weißen als auch den schwarzen Schwan spielen soll. Unter dem Druck und der unbewussten Entdeckung ihrer eigenen Sexualität droht sie langsam verrückt zu werden.

“Black Swan” ist so ein Film, der an sich gar nicht in mein übliches Beuteschema passt. Ballett liegt mir ja so rein gar nicht und zu hochgestochen verschwurbelt muss ich’s auch nicht unbedingt haben. Wenn aber Darren Aronofsky der Regisseur eines solchen Films ist, riskiere ich doch mal einen Blick. Sicher, “Black Swan” lebt von seinem Ballett-Szenario und der dramatischen Handlung, aber Aronofsy wäre nicht er selbst, wenn er ein reines Genrestück gedreht hätte.

Der Film ist ein Psychodrama, das geschickt mit Metaphern spielt und die Ängste und Paranoia von Nina in den Vordergrund stellt, um dem Zuschauer lange im Unklaren zu lassen, was sich wirklich abspielt und was in ihrem Kopf geschieht. Aronofsky spielt klar seine in “Pi” und “Requiem For A Dream” perfektionierten Stärken aus und schafft es, trotz einer kafkaesken Geschichte nicht in Lynch’schen Verschwurbelungen zu versinken. Auch die Wahl der Darsteller hätte nicht besser getroffen werden können, allen voran Natalie Portman und Mila Kunis, die beide für ihre Rollen aufwendiges Ballett-Training über sich ergehen ließen, um ihre Rollen glaubwürdig ins Licht zu setzen.

Auch wenn ich dem Film seine Brillanz anerkenne und er sicher einen festen Platz in meiner Filmsammlung bekommen wird, halte ich ihn rein subjektiv für den bisher schwächsten Film des Regisseurs. “Black Swan” kann dem Aronofskyschen Universum keine wirklich neue Facette hinzufügen, sondern bedient sich nur äußerst geschickt an den Stil-Elementen, die seine Vorgänger bereits zur Perfektion brachten. Im direkten Vergleich kann er dabei in meinen Augen nur den kürzeren ziehen. Nichts desto trotz gönne ich ihm die vielen Oscar-Nominierungen, denn bei einem Regisseur wie Aronofsky kann selbst ein schwacher Film zu den besten des Jahres zählen.

Rating: ★★★★★★★★½☆ 

Kommentare

1

Das Jahr ist ja noch jung, da kann noch viel kommen 😉 (Hoffentlich)

geschrieben von David
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2

@David: Ja, das bezog sich auch gar nicht speziell auf 2011, sondern war eher noch auf 2010 gemünzt, weil der Film doch so viele Oscar-Nominierungen bekommen hat.

geschrieben von beetFreeQ
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3

Jep, ist Aronofkys schwächster Film, sehe ich auch so. Nur empfand ich BLACK SWAN um einiges schlechter als du. Hier hat er leider ziemlich enttäuscht, gerade dieses ,,geschickt mit Metaphern” spielen war vielleicht handwerklich geschickt, aber leider ohne Feingefühl für mehr. Und der Oscar für Portman hätte eigentlich an Bening gehen müssen ^^

geschrieben von Khitos
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4

@Khitos: Och, das Feingefühl war in meinen Augen schon vorhanden. Und Natalie Portman hat meines Erachtens wirklich begnadet gespielt. Wobei ich “The Kids Are All Right” bisher nicht gesehen habe und daher keine Vergleiche ziehen kann, wie gerechtfertigt der Oscar war.

geschrieben von beetFreeQ
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