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gelesen Ed Brubaker / Sean Phillips - Incognito

…sometimes making a mistake just feels so fucking good.

Zack Overkill, einst zusammen mit seinem Zwillingsbruder Xander Superschurke in der Organisation von Black Death, fristet ein trostloses Dasein als Bürohengst in einem Zeugenschutzprogramm, nachdem das Duo in eine Falle gelockt wurde und sein Bruder dabei ums Leben kam. Durch Medikamente seiner Kräfte beraubt, kann er sich nicht an das normale Leben gewöhnen. Als er beginnt Drogen zu nehmen, merkt er, dass diese seine Kräfte wieder herstellen und er begeht einen folgenschweren Fehler.

Ed Brubaker hatte sich schon mit seiner Reihe “Criminal” einen Namen gemacht und erzählte in “Sleeper” von einem Superhelden, der Undercover in eine Superschurken-Organisation eingeschleust wird. In “Incognito” greift er auf seine Erfahrungen in diesen Serien zurück und dreht den Spieß dabei um. Dem Leser wird ein unsympathischer Superschurke vorgesetzt und zum ungewollten Helden einer wendungsreichen und spannenden Geschichte gemacht, in der er überraschend an Profil gewinnt.

“Incognito” zieht seine Inspiration vor allem aus Pulp-Geschichten der frühen 30er und leiht sich für einige Nebenfiguren wie Professor Zeppelin oder Lazarus die damaligen Helden Doc Savage und Shadow aus. Ein weiterer großer Einfluss ist das Noir-Genre, das dem Pulp an sich gar nicht so unähnlich ist. Die Kombination wird kurzerhand in die Gegenwart verfrachtet, wobei sich Brubaker bei keinem bekannten Helden-Universum bediente, sondern sein eigenes kreierte.

Dank der anfangs gleichgültigen und brutalen Hauptfigur Zack Overkill, die nach und nach an Persönlichkeit gewinnt und überraschende Entscheidungen trifft, kann die Story von Anfang an fesseln. Spätestens ab Band 2 der sechsteiligen Reihe mag man die Comics nicht mehr aus der Hand legen, bis man sie durch hat, was einem bei insgesamt 176 Seiten auch nicht so schwer fallen sollte. In dieser kurzen Spanne wird aber eine vielschichtige Geschichte erzählt, die in “Incognito: Bad Influences” zurecht mittlerweile eine Fortsetzung erhalten hat.

Dass “Incognito” definitiv nichts für Kinder ist, sollte bei Brubaker klar sein. Overkill und einige andere Charaktere gehen alles andere als zimperlich mit “normalen” Menschen um, die Sprache ist direkt und visuell wird alles von Sean Phillips in wunderbar passende, aber doch ordentlich brutale Bilder gepackt. Ich habe die englische Ausgabe mit allen sechs Teilen in einem Band gelesen, kann also nicht sagen, wie gut die deutsche Fassung gelungen ist. Im Original ist “Incognito” aber ein erfrischend anderer “Heldencomic”. Die Filmrechte sind übrigens auch schon vergeben, was auf einen wirklich sehenswerten Film hoffen lässt.

Rating: ★★★★★★★★½☆ 

Bei Amazon gibt’s die Sammelausgabe mit allen sechs Teilen auf deutsch[1] und englisch. Die Fortsetzung wird im Juni 2011 erhältlich sein.

  1. Es werden zwar nur 132 Seiten angegeben, aber da das zu viel für nur einen Teil der Reihe wäre und zudem nur dieses eine Buch auf deutsch verfügbar ist, gehe ich zumindest davon aus, dass es der Sammelband ist. Ich übernehme aber keine Garantie []
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