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Love is a Mixtape Teil 1: Das Konzept

The making of a great compilation tape, like breaking up, is hard to do and takes ages longer than it might seem. You gotta kick off with a killer, to grab attention. Then you got to take it up a notch, but you don’t wanna blow your wad, so then you got to cool it off a notch. There are a lot of rules.

aus High Fidelity

Die Cassette mag als Musikmedium so gut wie ausgestorben sein, das Mixtape wird aber nie verschwinden. Ob man es nun Mixtape nennt oder ihm einen anderen Namen gibt, ob man es wirklich noch nostalgisch auf Cassette aufnimmt oder die CD wählt, die Kunst der perfekten Zusammenstellung von verschiedenen Songs zu einem eigenen, fließenden Werk, wird die Zeit überdauern.

Unlängst ist ja auch gerade in Bloggerkreisen durch Saschas “Mixtape-Wichteln” wieder das Mixtape-Fieber entfacht worden und da dachte ich mir bevor die nächste Runde startet, stelle ich doch mal ein paar Tipps zusammen, wie man seinen Mix perfektioniert. Denn ein gutes Tape ist weit mehr als eine lose Zusammenstellung von Lieblingssongs!

In vermutlich drei Teilen werde ich den Werdegang eines Mixtapes von der Konzeption über die Zusammenstellung der Songs bis zum Feinschliff und der Gestaltung eines Covers dokumentieren. In diesem ersten Part werde ich die Ideenfindung beleuchten. Was will man mit seinem Tape erreichen?

Das Thema

Bevor man sich überhaupt mal an das Heraussuchen von Songs macht, sollte man sich erst einmal Gedanken machen, wo die Reise hingehen soll. Welches Ziel verfolgt man mit dem Mixtape? Das ist eine wichtige Überlegung, die das Abstecken eines Themas maßgeblich beeinflusst. Soll es die große Liebesbekundung für die Angebetete/den Angebeteten werden? Will man guten Freunden besondere Musik näher bringen? Soll das Tape ein bestimmtes Event beschallen?

Je nach Beweggrund legt sich das eigentliche Thema des Tapes fast von allein fest. Die Liebesbekundung ist bereits ein abgestecktes Thema, je nach Event (Silvesterparty, Lagerfeuer am Strand o.ä.) schweben auch sofort Songs vor dem inneren Ohr. Diese Themenfindung sollte man vor allem auch dazu nutzen, die Eignung des Tapes zu hinterfragen. Wenn man eigentlich gar kein Thema hat oder nur ein paar Lieblingssongs empfehlen will, wäre ein richtiges Mixtape nicht unbedingt das Mittel der Wahl.

Allerdings ist es auch wichtig, das gewählte Thema selbst auf Eignung zu prüfen. Das schönste Konzept nützt nichts, wenn man keine Songs findet, um es mit Leben zu füllen. Außerdem sollte ein Thema auch in gewissen Teilen sowohl die Persönlichkeit des Zusammenstellers widerspiegeln, als auch auf den oder die Empfänger abgestimmt sein. Was hat der Jazzfan von einem reinen Metal-Mixtape, wenn es nicht auf seine Vorlieben eingeht?

Zu guter letzt sollte natürlich auch der Pool an geeigneten Songs stimmen. Ein Mixtape wird erst dann zu etwas Besonderem, wenn es einen Flow hat, die Songs ineinander übergehen, als seien sie dazu geschaffen.[1] Es ist zum Beispiel sicher kein leichtes Unterfangen, diesen Flow mit Songs aus den unterschiedlichsten Genres daher zu zaubern, die nur durch das die Verwendung des Wortes “Love” im Songtitel zusammen passen. Genau so sollte man sich überlegen, welchen Stellenwert man den Lyrics beimisst. Sollen die Songs auch textlich zusammen passen, wird es natürlich noch mal eine schwierigere Auwahl.

Das Medium

Hat man sich auf ein Thema festgelegt, ist als nächstes das geeignete Medium für dieses Tape zu finden. Puristen werden natürlich nichts anderes als die gute alte Cassette zulassen wollen, zähneknirschend vielleicht noch die qualitativ etwas schlechteren 90-Minuten-Bänder. Wer dem Thema wie ich aber offener gegenübersteht, dem eröffnen sich fast unendliche Möglichkeiten.

Naheliegend wäre natürlich die CD, mit einem Brenner schnell erstellt und für den Empfänger komfortabel zu hören. In gewissem Maß bietet sich auch das Internet mit verschiedenen Musik-Diensten als Medium an. Grooveshark wäre beispielsweise eine gute Wahl, vor allem, da man dort legal im eigenen Besitz befindliche Songs, die in deren Library fehlen, auch selbst hochladen kann.

Wenn der Empfänger auch bei einem der nach und nach auftauchenden Streaming-Dienste mit Abo-Modell angemeldet ist, wäre auch die Playlist-Funktion von Spotify, Simfy oder Napster in Erwägung zu ziehen. Diese haben wie auch Grooveshark den Vorteil, über eine riesige Songauswahl zu verfügen, die den Umfang der eigenen Plattensammlung sicher extrem übersteigt, allerdings wird man dort vermutlich auch gewisse Bands oder Songs vermissen, die es eben nicht auf diesen Diensten gibt. Außerdem wird die eigentliche Auswahl der Songs natürlich auch nicht leichter, wenn man ein kaum überschaubares Angebot an Songs zur Verfügung hat.

Ein weiterer möglicher Nachteil von Onlinediensten ist allerdings auch nicht zu unterschätzen: Es ist nie sichergestellt, dass zum einen der Dienst und zum Anderen die einzelnen Songs dauerhaft erreichbar sein werden. Und es wäre doch schade, das liebevoll zusammengestellte Tape durch Rechtsstreitigkeiten zwischen Onlineplattform und Plattenlabel auseinander brechen zu sehen. Da käme dann – für die Verächter physischer Medien – aber auch immer noch die M3U-Playlist mit den passenden MP3s in Frage.

Natürlich darf man bei der Wahl des Mediums auch nie vergessen, dass diese teilweise gewisse technische Einschränkungen in Sachen Qualität oder auch Umfang haben. Eine CD oder Cassette schränkt die Länge des Tape schon stark ein. Natürlich ist man dagegen beispielsweise bei Grooveshark frei, seine Zusammenstellung auf 24 Stunden oder mehr auszudehnen, aber das ist nicht nur für den Zuhörer ein kaum zumutbares Unterfangen. Die Länge sollte für den Ausdruck des Tapes angemessen sein, die Aufmerksamkeitsspanne des Zuhörers aber auch nicht übermäßig strapazieren.

Abschluss der Planungen

Sobald das Thema und die technischen Rahmenbedinungen mit Medium und angestrebter Länge feststehen, kann man sich an die Auswahl der Songs machen. Das wird aber Thema des nächsten Teils werden, in dem wir diese Songs auch in den entsprechenden Flow bringen. Und wer hat überhaupt gesagt, man müsse sich dabei auf Songs beschränken?

Foto: AndYaDontStop unter CC_Lizenz

  1. Damit wird sich der nächste Teil umfassend beschäftigen []

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[…] ein Thema gefunden, aber die Arbeit am Mixtape beginnt damit erst so richtig. Wie ich schon im vergangenen Teil schrieb, nützt das beste Thema nichts, wenn man nicht auch geeignete Songs dazu findet. Im zweiten […]

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