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Projekt Hörsturz
Rezension Runde 37

Nach der doch sehr spitzenmäßigen Runde 36 zum Thema “WTF?” kommt die Ausgabe 37 im Projekt Hörsturz wieder ohne Thema daher. Ich befürchte, der hohe Schnitt vom letzten Mal wird diese nicht halten können, aber ich lasse mich gern eines Besseren belehren. Legen wir also mit den Bewertungen los!

Pflichtsongs

Motörhead – Ace of Spades (Blues Version)

(von cimddwc)
Motörhead war noch nie wirklich mein Fall. Ich mag Lemmy’s Stimme nicht so gern und generell ist mir das zu sehr Dicke-Eier-Rock. Diese Blues-Version ihres bekanntesten Stücks schrumpft diese Eier ziemlich, was das Problem aber ins Gegenteil verkehrt: So ist das ganze zu zahm und langweilig…

Rating: ★★☆☆☆ 

Verket – Dom som blev över

(von Nummer Neun)
Haben Bloc Party sich umbenannt und schwedisch gelernt? Irgendwo dazwischen muss aber auch ein wenig von der Zielsicherheit für tolle Songs stecken geblieben sein. So wirklich fesseln kann das nicht. Ganz okayes Indie-Geplänkel, dem es an Eigenständigkeit und Ohrwurmität mangelt.

Rating: ★★☆☆☆ 

Mono und Nikitamann feat. Russkaja – Von Osten bis Westen

(von Sebastian)
Russkaja haben mir mal ein echt tolles Live-Erlebnis beschert, verloren aber nach ihrer Debut-EP viel Biss und gefielen mir in Studio-Aufnahmen nie so gut wie live. Hier geben sie sich nun für den grad so hippen Hauptstadt-Balkan-Reggae-Rap her. Kann mich nicht wirklich vom Hocker hauen. Die Einzigen, die mir in so einem Stil bisher ganz gut gefallen haben, waren Rotfront.

Rating: ★★½☆☆ 

The Cog is Dead – The Death of the Cog

(von Basti)
Ah, die kenn ich doch! The Cog Is Dead sind mir vor ner ganzen Weile schon mal über den Weg gelaufen, konnten sich damals aber mangels online verfügbarer Songs doch nicht ganz bei mir festsetzen. Mittlerweile gibt’s mehr von der Band, wie ich sehe. Muss ich mich dringend mehr mit befassen. “The Death Of The Cog” hat mir damals nämlich schon sehr gefallen. Schöner Steampunk-Sound ohne zu viel elektronischen Schnickschnack, den andere Bands des Genres so einbauen.

Rating: ★★★★☆ 

Brian Eno – An Ending (Ascent)

(von Dr. Borstel)
Was an Brian Eno so toll sein soll, habe ich ja nie verstanden. Sicher, war er für die elektronische Musik eine große Inspiration, aber wenn man sich so “Songs” wie diesen hier anhört, in denen so rein gar nix passiert, außer ein paar in Tonhöhe variierenden Flächensounds, dann kann man doch kaum anders als einschlafen. Mag aber vielleicht beabsichtigt sein…

Rating: ★☆☆☆☆ 

Tensheds – Flying Cars (Acoustic)

(von JuliaL49)
Sorry, aber ein Kerl, der Plüschkragen, Elvis-Tolle, Iro-Haarschnitt und Gothic-Klamotten kombiniert, sieht nicht nur reichlich peinlich aus, sondern sollte sich seine Musikwahl vielleicht noch mal überdenken. Mit dieser Singer-Songwriter-Ballade hätte das Video eigentlich sehr gut in die WTF-Runde gepasst. Nehmen wir aber mal alle Vorurteile weg und hören nur auf die Musik, bleibt ein reichlich schnarchiges Geklampfe mit irgendwie nicht zum Singen geschaffener Stimme.

Rating: ★½☆☆☆ 

MewithoutYou – In a Sweater Poorly Knit

(von Kristin)
Kristin to the Rescue! So muss Indie klingen! Eigenständig, mitreißend und alles andere als die üblichen Indie-Klischees bedienend. Hier stecken viele tolle Details drin, die sich erst nach und nach mit jedem Hören offenbaren. So transportiert man Emotionen und nicht mit drögem Akustik-Geklampfe. Bisher absolut die Entdeckung dieser Runde!

Rating: ★★★★★ 

Ronan Hardiman – Warriors

(von maloney8032)
Komisch, dass bisher keiner drüber gestolpert ist, dass das Stück ja aus Lord Of The Dance ist. Ich muss ja gestehen, dass ich diese Pseudo-Irischen Tanzshows damals ganz schick fand, wobei mir Riverdance doch ne ganze Ecke besser gefiel als der Lord. Musikalisch gesehen haben beide Shows so einiges echt schönes instrumentales zu bieten, wenn man die all zu schmalzigen Sachen weglässt. “Warriors” gehört aber zu den guten Stücken und kann mir auch heute noch gefallen.

Rating: ★★★★☆ 

Paradise Lost – The Rise Of Denial

(von Tenza)
Metal bin ich ja generell nicht abgeneigt, wenn er denn nicht zu klischeelastig ist. Paradise Lost hat mich dabei trotz des Bekanntheitsgrad nie wirklich gereizt. Dieser Song ändert daran auch nicht wirklich viel. Er ist zwar recht progressiv, aber irgendwie nicht in einer Art und Weise, die mir Lust auf mehr macht…

Rating: ★★½☆☆ 

Wauvenfold – JiGad

(von Fabian)
Nach den ersten Tönen hätte ich ja fast drauf gewettet, die Band sei auf dem Warp-Label zuhause. So IDM mit Bleeps und Clonks war ja zur Jahrtausendwende groß im Kommen und Warp das beste Label in dem Bereich. Wauvenfold hatten aber scheinbar mit Warp nix zu tun, klingen aber dennoch spannender als viele andere Projekte aus der Zeit, einfach weil sie trotz der Frickeligkeit eine gewisse Melodiösität behalten.

Rating: ★★★★☆ 

mit 2,85 Punkten liegt die Runde weit unter dem Schnitt der WTF-Ausgabe. Aber ich kann mich an sich nicht beschweren, denn ein paar Entdeckungen waren für mich doch wieder dabei. Vielleicht lauert ja auch noch die eine oder andere in den Bonussongs!

Bonussongs

Aimee Mann – Save me

(von Steve)
Ah ja, Magnolia! Toller Film, ganz netter Soundtrack, aber etwas unspannend ist dieser Song dann doch.

Rating: ★★½☆☆ 

Breaking Benjamin – Home

(von Kasumi)
Äh, das Video ist vermutlich nicht offiziell, oder? Unabhängig davon ist mir Breaking Benjamin ebenfalls viel zu unspannend. Emo-Rock von der Stange.

Rating: ★☆☆☆☆ 

I Fight Dragons – Welcome To The Breakdown

(von Heiko)
Schade schade. Der 8-bittige Anfang hat so viel Potential, aber dann kommt die typische grausame College-Rock-Soße drauf. Ibäh!

Rating: ★☆☆☆☆ 

Jasper – Neidlos

(von Konzertheld)
Reinhard Mey für Arme. Für den ganz netten Text gibt’s nen Gnadenpunkt!

Rating: ★☆☆☆☆ 

Lord Of The Rings (SNES) – Shire Theme

(von Onkelosi)
Ich habe als Mega-Drive-Kind zwar nie SNES gespielt und kenne daher die LOTR-Versoftung von damals auch nicht, aber dieses Stück erinnert schön an die guten alten 16bit-RPGs. Trotzdem kann ich nicht viele Punkte geben, denn so anhören würd’ ich’s mir normal auch nicht.

Rating: ★★½☆☆ 

Molotov Jukebox – Laid to Rest

(von Graval)
Irgendwie hat das was. Jazziger Rock mit Wohlfühlfaktor. Würde aber wohl nicht oft in meinen Player wandern.

Rating: ★★★½☆ 

The Herbaliser – Mrs Chombee Takes The Plunge (DJ Food Rebake)

(von beetFreeQ)
Klassiker, der zeigt, das Remixe weit mehr sein können, als einfache Vertechnoisierungen. Episch!

Rating: ★★★★★ 

2,65 Punkte bleiben mit den Bonussongs noch im Schnitt übrig. Da war leider nix mehr zu holen, wo ich meinen eigenen Vorschlag ja nun mal schon kenne. Aber das ist auch kein Beinbruch. Die nächste Runde wird sicher wieder etwas ergibiger!

Mein Vorschlag für Runde 38

Für die nächste Runde hab ich mal wieder ein wenig fluffigen Indie rausgesucht. Hatte ich ja auch lang nicht. The Mae Shi machen genau die richtige Art verspielten, verschrobenen, experimentellen, nerdigen Rock, den ich mag. “Pwnd” ist ein perfektes Beispiel für diesen Sound.

PS: Wer hier eben noch einen anderen Song gesehen hat: Leider ist mir erst nach Veröffentlichen des Beitrags aufgefallen, dass ich mir ja längst The Mae Shi zum Vorschlagen rausgesucht hatte. Pit Er Pat werden aber sicher demnächst auch noch dran kommen.

Kommentare

1

Vielen lieben Dank, wieder mal. Meintest Du das ernst mit der ‘Entdeckung’? Ich hatte nämlich befürchtet, diesmal einen Song vorgeschlagen zu haben, den schon fast jeder kennt. MewithoutYou gehören ja in der Indie-Welt schon eher den bekannten Hasen. Freut mich aber trotzdem sehr, dass Du es noch nicht kanntest und magst. :)

geschrieben von Kristin
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2

@Kristin: Also mir war die Band wirklich noch völlig unbekannt. War noch nicht mal vorher über den Namen gestolpert. Mir geht’s aber auch oft so, dass ich denke, eine bestimmte Band müsste fast jeder kennen, um dann zu merken, dass sie doch nur in gewissen Blogs bekannt sind und außerhalb kaum jemand davon gehört hat.

geschrieben von beetFreeQ
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3

Ja, scheint wohl so. In meinem damaligen Musikforum waren die ‘das Ding’ und irgendwie vermittelte mir das immer den Eindruck, die seien gut bekannt. Aber hab mich da wohl ein bisschen geirrt. Macht aber gar nichts, im Gegenteil. Ich freue mich ja, wenn jemand einen meiner Vorschläge für sich entdeckt.

geschrieben von Kristin
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