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Filmkritik
Scott Pilgrim vs. The World

We are Sex Bob-Omb and we are here to make you think about death and get sad and stuff.


Scott Pilgrim ist der etwas verschrobene Bassist der völlig unbekannten Band Sex Bob-Omb. Auf einer Party lernt er in Ramona Flowers die Frau seiner Träume kennen, muss jedoch schnell erkennen, dass ihre sieben Ex-Freunde noch nicht so ganz mit ihr abgeschlossen haben und ihn auf Leben und Tod herausfordern. Um Ramona nahe zu sein, nimmt er die Herausforderung an, muss sich allerdings auch mit seinen eigenen ehemaligen Beziehungen auseinander setzen.

Comicverfilmungen sind ja an sich nichts neues. Neben den vielen Superhelden-Filmen gehören auch Indie-Comics seit geraumer Zeit zu den beliebten Stoffen. Was Edgar Wright, Regisseur von Shaun Of The Dead und Hot Fuzz aus Bryan Lee O’Malley’s Comicreihe “Scott Pilgrim” gemacht hat, schlägt alles dagewesene um Längen.

Was in der TV-Serie zu Batman aus den 60ern noch absolut cheesy rüberkam, erhebt Wright in seinem Film zur Kunstform. In Comics dargestellte Geräusche werden auch im Film originalgetreu visualisiert, was besonders in den durchgeknallten Kämpfen zwischen Scott und den Exes zur Geltung kommt. Moderner als der 60s-Batman, aber doch wieder völlig retro sind zudem tonnenweise Anspielungen auf die 8/16bit-Videospiel-Ära, die sich nicht nur durch einen Pee-Balken in einer Klo-Szene ausdrücken.

Bryan Lee O’Malley’s völlig verrückte Visionen aus lesbischen Ninjas, übersinnlichen durch vegane Lebensweise ausgelösten Fähigkeiten oder asiatischen Zwillingen, die mit ihrer elektronischen Musik Energiedrachen erschaffen können, auf Zelluloid zu bannen, ohne sich in reines Effekte-Wirr-Warr zu verlieren, kann als ziemliches Kunststück gewertet werden. Wright ist es aber wunderbar gelungen und dank des ausnahmslos gelungenen Castings der Protagonisten (allen voran Michael Cera als Scott Pilgrim) kommen auch die Charaktere klar zur Geltung und gehen nicht in dem modernen Drogentraum unter.

Auch auf die Musik wurde besonderes Augenmerk gerichtet. Neben der illustren Auswahl an Rockbands wie Black Lips, Metric, den Rolling Stones kann man auch die im Film dargestellten fiktiven Bands, allen voran die von Beck übernommenen Sex Bob-Omb als ebenbürtig ansehen. Dazu kommt noch ein kongenialer Score vom heimlichen sechsten Radiohead-Mitglied Nigel Godrich, das sich stellenweise auch die Unterstützung von Beck, Dan The Automator oder Cornelius sicherte.

“Scott Pilgrim vs. The World” (deutscher Titel: “Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt”) ist dank seiner abgedrehten Ideen und gewöhnungsbedürftigen Storyline sicher nicht für jedermann geeignet. Wer sich aber auch mit ähnlich verrückten Animes/Mangas anfreunden kann oder noch tief in einer nostalgischen Beziehung zu seinem NES oder Mega Drive lebt, bekommt hier die Offenbarung serviert. Unbedingt mehrfach anschauen, um die Tonnen an Details und Referenzen gebührend zu würdigen!

Rating: ★★★★★★★★★½ 

Kommentare

1

Die Meinungen, die ich über diesen Film gelesen hab, waren ja recht geteilt. Entweder waren die Leute total euphorisch oder sie sie waren enttäuscht, weil der Film scheinbar nicht das einhält, was der Hype verspricht. Ich war mir nicht mehr so sicher, ob ich den wirklich im Kino gucken will oder vllt doch noch auf die DVD warte.
Aber wenn ich so deine Review dazu lese, glaube ich, dass das ein guter Film für’s Kino ist, inkl. Popcorn und was eben dazu gehört.

PS: Wenn ich dein Blog aufrufe, friert bei mir seit einiger Zeit ständig der Browser für ein paar Sekunden ein (Firefox 3.6)

geschrieben von LaRocca
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2

Gute Kritik!
Hab den Film gesehn – in Originalsprache in nem vollbesetzten kino- und war hin und weg.
lang nich mehr so gelacht. und das, obwohl ich weder ein konsolen/pc-zocker bin noch das spiel oder den comis scott pilgrim vorher kannte.
ich mag einfach nur michael cera extrem und ich finde, es hat sich echt gelohnt. wird auf dvd gekauft. ich mag ja sone verrückten filme.

geschrieben von Tine
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3

@LaRocca: Ja, mit Popcorn im Kinosessel kommt der Film auch echt gut.

Was dein Browser-Problem angeht: Die Seite lädt zwar manchmal etwas länger, aber einfrierende Browser sind mir noch nicht untergekommen. Welchen nutzt du denn? Hast du schon nen anderen probiert, ob es da besser ist?

@Tine: Danke! Ich habe ihn zum Glück auch im Original gesehen. Die Comics habe ich auch erst angefangen zu lesen.

geschrieben von beetFreeQ
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4

Klasse Film. Jedoch muss ich dazu sagen das ich sowieso großer fan von solchen… hm.. ich nenn sie immer “gaga”-filmen bin. (wie beispielsweise auch “männer die auf ziegen starren). Die comics/mangas kannte ich vorher noch nicht, werd ich mir aber nachträglich noch kaufen und lesen…

geschrieben von Sibel
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5

Oh ja, dieser Film rockt von der ersten bis zur letzten Minute. Hab den Film jetzt auf Bluray bestellt.

geschrieben von Gamlor
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6

Anders als Tine habe ich den Film über bis auf ein, zwei Mal kaum gelacht, dafür aber durchweg gestrahlt, wie ein Honigkuchenpferd.

geschrieben von TAPETRVE
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