freeQnet-Logo
freeQnet

vorerst ausgeflattrt

Vor etwa drei Monaten sprang ich ja auch auf den Flattr-Zug auf. Mich sprach das Konzept an, anderen Bloggern und Künstlern durch das Flattrn kleiner Beträge seine Anerkennung zu zeigen und auf der anderen Seite auch selbst in der Form für eigene Beiträge die Anerkennung anderer zu bekommen. Die Idee finde ich auch immer noch toll, nur fehlt es irgendwie noch an der Verbreitung, gerade auf kleineren Blogs!

Ich hatte mir kein großes Ziel gesetzt, als ich mit dem Flattrn begann. Vielleicht mal ein ausgeglichenes Konto, aber mehr auch nicht. Dafür wollte ich aber ordentlich Gebrauch von Flattr-Buttons bei anderen machen. Nach drei Monaten sieht das Fazit aber etwas ernüchternd aus, denn beides stellt sich nicht gerade als leicht heraus. Zum Einen haben die meisten Blogs keinen Flattr-Button. Entsprechend hatte ich oft gerade bei wirklich tollen Beiträgen, die ich liebend gern flattrn wollte, keine Möglichkeit, das zu tun. Zum Anderen stellt sich das Lesen im Feedreader auch oft für Flattr als hinderlich heraus. Zwar haben einige dort auch einen Button im Feed, aber mir passiert es da auch oft, dass ich aufgrund der schieren Masse an ungelesenen Beiträgen viele nur überfliege.

Auf der Habenseite gibt es auch relativ wenige Flattr-Nutzer, die gerade kleinere Blogs flattrn. Die Großen haben scheinbar schon einen ziemlichen Nutzen daraus gezogen, bei mittleren und kleinen wird der Button kaum geklickt. In den drei Monaten, die ich den Dienst nutze, wurde ich genau 6x geflattrt. Drei Mal davon in dem Beitrag, in dem ich die Nutzung von Flattr ankündigte und je ein Mal in dreien der seit dem erschienenen Hörsturz-Runden. Im September war beispielsweise kein einziger Klick dabei. Insgesamt kamen allerdings auch bei nur 6 Klicks 2,66 € zusammen, was mir auch wieder zeigt, dass andere es genau so schwer finden, viele Blogs zum Flattrn zu finden, da sich ja sonst deren monatlicher Beitrag auf mehr Leute verteilt hätte. Zudem stehen die 6 €, die ich dagegen verflattrte, in keinem Verhältnis dazu.

So wirklich hat der Dienst wohl doch noch keinen Zweck für mich, was weniger an dem eingenommenen Geld als an der geringen Verbreitung liegt. Man vergisst dabei auch mehr und mehr, dass man ja eigentlich Flattr nutzt, wenn man kaum die Gelegenheit dazu bekommt. Daher lege ich meinen Account erst mal ne Weile auf Eis, werde die Sache aber sicher weiter beobachten. Wenn sich in Zukunft doch eine größere Verbreitung auch in kleinen Blogs finden sollte, bin ich gern wieder dabei. Warten wir’s ab. Leider habe ich eher das Gefühl, dass der Hype um den Dienst immer weiter abnimmt…

Kommentare

1

Ist ja lustig, ich habe gerade einen ziemlich ähnlichen Artikel geschrieben. Werde die Flattr-Sache aber weiterhin beobachten und bin gespannt, ob sich da noch einmal etwas bewegt…

geschrieben von bullion
antworten  •  Link
2

Ich hatte immer den Eindruck, dass es nur eine Blase ist, die direkt wieder verschwindet.
Außerdem kann ich mir vorstellen (von meiner Meinung abgesehen), dass es viele einfach abschreckt mit “Geld” zu hantieren; vor allem dann, wenn sie “kleine” Blogs betreiben.

geschrieben von endgueltig
antworten  •  Link
3

Meine Statistik aus den letzten drei Monaten entspricht fast genau der deinigen. Trotzdem werde ich flattr vorerst weiter benutzen. Nicht weil, ich damit verdiene, sondern weil ich andere damit unterstützen kann – ich flattere übrigens fast ausschließlich kleine Blogs :)

geschrieben von Moritz
antworten  •  Link
4

Ich finde die Idee auch blöd, dass der Betrag weniger wird je mehr man flattrt. Dann hat man ja selbst auch keinen Überblick mehr, wie viel man gerade gibt, und verteilt willkürliche Beträge. Eine Alternative mit festen Beträgen fände ich besser. 5 Cent pro Klick und wenn man will, klickt man halt öfters oder so. Finde ich total sinnlos, am Anfang des Monats was festzulegen und wenn dann zufällig mehr gute Sachen kommen, verteilt man bei jedem nur noch Mikrobeträge. Wir hatten ja bei Zockwork in der Anfangszeit von flattr sogar Leute, die einen Button gefordert haben. Wenn aber dann nur die 2 Leute 1 Mal im Monat klicken, lohnt sich das nicht. Das ist genau wie Werbung, die würde ich auch erst ab einem bestimmten Betrag einbinden. Für 5 Euro im Monat würde ich mein Blog nicht mit Werbung verschandeln, auch nicht für 20 Euro. Dann packe ich mir auch nicht überall einen flattr-Button rein, wenn im Endeffekt 20 Cent/Monat rauskommen. Außerdem sieht es einfach peinlich aus, wenn man haufenweise Buttons bei sich hat, auf denen dann überall dick eine Null steht, weil es keiner nutzt. Es haben auch mal Leute gefordert, dass ich im Blog Social Bookmark-Buttons einbaue. Es hat niemals irgendwer drauf geklickt. Wenn man kein Nerdcore oder so ist, bringen diese Sachen doch in Privatblogs einfach gar nichts. Und es ist doch auch okay, ich mache das nicht für Geld und wenn ich es für Geld machen würde, dann nicht für 5 Euro.

geschrieben von David
antworten  •  Link
5

@bullion: Ja, deinen Beitrag hatte ich auch gelesen. Dir geht’s da echt ganz ähnlich. Sieht aber so aus, als seien wir da echt nicht allein.

@endgueltig: Direkt verschwinden wird es vermutlich nicht unbedingt, aber es dauert sicher noch ne Weile, bis so etwas die richtige Akzeptanz findet. Das Problem mit Geld zu hantieren, ist da sicher ein wichtiger Faktor, denke ich. Im Internet ist eine Kostenlos-Mentalität gang und gebe, was ja an sich auch nicht falsch ist. Jemandem aber mit einem freiwilligen kleinen Betrag für seine Arbeit zu danken, ist noch nicht so üblich.

@Moritz: Da du für dich immer viele Möglichkeiten zu flattrn findest, ist das sicher ne schöne Sache. Ich wäre auch sofort wieder dabei, wenn ich auf mehr Blogs einen Flattr-Button finden würde.

@David: Das stimmt, das Konzept ist gewöhnungsbedürftig und sicher so nicht ganz perfekt. Komischerweise konnte aber gerade dieses Konzept im Gegensatz zu so anderen wie einem kleinen Paypal-Button oder sowas viel mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Einen Teil davon macht aber sicher auch aus, dass man mit dem, Flattrn ja auch gleichzeitig den Link anderen Leuten über die Flattr-Plattform empfiehlt. Letztlich ist es eine Mischung aus Digg und Paypal-Button. Vielleicht wären aber auch so alternative Zahlungsoptionen keine schlechte Idee.

Um’s Geld ging’s mir dabei an sich auch nie, aber gerade das hat’s vielleicht auch so schnell uninteressant gemacht, denn wirklich viel mit den paar Cent können dann doch nur die Großen anfangen, wo sich viele Klicks halt aufsummieren…

geschrieben von beetFreeQ
antworten  •  Link

Trackbacks/Pingbacks

1

[…] von den Blogs, die ich lese, benutzen Flattr nicht. Das scheint übrigens auch sein Problem hier gewesen zu sein, also fing ich an, darüber nachzudenken, wen ich effektiv in den letzten Monaten […]

gesendet von aHeadwork » Blog Archive » Flattr Fazit
2

[…] hat den Dienst sogar bereits aus seinem Blog entfernt oder wird das in Kürze tun – für den beetFreeQ hat es sich ausgeflattrt, Hannah will nichts mehr von dem Geld ihrer Leser und auch bullion wird vorerst wieder Abstand vom […]

gesendet von Sockenblog » Noch nicht ausgeflattrt
Be excellent to each other. And... Party on, dudes!

Bill & Ted

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de blogoscoop Bloggeramt.de