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Klappe, die achte
Darren Aronofsky

Darren AronofskyDarren Aronofsky ist ein Visionär, wie man ihn selten findet. Welcher Regisseur würde es sonst schaffen, dass ein Film über eine Ballerina einer meiner am sehnlichsten erwarteten Filme des Jahres wird? Grund genug, eine fast vergessene Beitragsserie meines Blogs fortzusetzen und sein Werk ein mal etwas genauer zu beleuchten!

Aronofsky wuchs nach seiner Geburt 1969 in Brooklyn auf und interessierte sich sehr für Wissenschaften. Nach seiner High School ließ er sich in Kenia und Alaska zum Biologen ausbilden und unternahm eine sechsmonatige Reise durch den mittleren Osten, bevor er an der Harvard Universität Anthropologie und Film/Animation studierte und das Studium mit Auszeichnung abschloss. Während dieser Zeit wurde schnell klar, dass seine Profession das Schreiben und Drehen von Filmen werden sollte.

Nach einigen Kurzfilmen stellte er mit dem klaustrophobischen Mathematik-Thriller “Pi” seinen ersten Kinofilm fertig, der zwar vorerst nur das Indie-Publikum erreichte, nach und nach aber zum Kultfilm avancierte, was nicht zuletzt an seinem unkonventionellen, an Musikvideos angelehnten Stil lag. Diesen konnte er in “Reqiuem For A Dream” perfektionieren und schaffte damit den Durchbruch. Der Film über den Aufstieg und Fall verschiedener Drogensüchtiger gilt mehr noch als “Pi” als wegweisender Klassiker.

Sein dritter Film sollte um einiges schwieriger werden. Mit “The Fountain” nahm er sich ein Großprojekt vor, das in drei Zeitlinien spielen und ein Budget von 70 Mio. $ kosten sollte. Brad Pitt war als Hauptdarsteller vorgesehen und die Dreharbeiten waren schon geplant, als die Crew sich zerstritt und die Finanzierung den Bach runter ging. Um seine Story nicht zu verlieren, ließ er sie als Graphic Novel umsetzen, fasste dann aber doch den Entschluss, das Projekt unter völlig anderen Vorzeichen und im Sinne seines Indie-Backgrounds neu zu starten. Der entstandene Film mit seiner Ehefrau Rachel Weisz und Hugh Jackman in den Hauptrollen ist mein absoluter Favorit, wurde aber von den Kritikern sehr gemischt aufgenommen.

Glücklicherweise ließ Aronofsky sich nicht beirren und drehte mit “The Wrestler” einen für ihn überraschend mainstreamigen Film, der allerdings dank seiner intensiven Charakterstudien und das Casting von Mickey Rourke als Hauptdarsteller zu seinem bisher meist gelobten und ausgezeichneten Film (darunter der Goldene Löwe von Cannes) werden sollte. Sein am 20.01.11 in Deutschland startendes Psychodrama “Black Swan” um eine von Natalie Portman gespielte Ballerina, die durch einen Konkurrenzkampf mit einer Nebenbuhlerin um ihre Hauptrolle in “Schwanensee” nach und nach an Verfolgungswahn leidet und ihre dunkle Seite entdeckt, erntete gleich noch größere Vorschußlorbeeren als “The Wrestler”. Der Film ist eine Rückkehr zu den surrealen, verstörenden Themen seiner früheren Filme und wird sehr hoch für diverse Preise gehandelt.

Interessanterweise dürfte das nächste Projekt Aronofskys überraschenderweise das Sequel zu “X-Men Origins: Wolverine” werden, das ja nun auf den ersten Blick so rein gar nicht in das Portfolio des Regisseurs passt[1]. Um so interessanter könnte dieser Film werden, wo doch der erste Teil eher mittelmäßig war.

Im Nachfolgenden gibt es noch eine kleine Playlist mit einigen Szenen und Trailern aus Aronofskys Filmen. Ich hoffe, sie spoilern nicht all zu sehr sondern machen Lust auf die uneingeschränkt grandiosen Filme! Die ersten beiden Szenen lassen sich bei Youtube leider nicht einbetten. Daher habe ich sie einfach nur verlinkt!

http://www.youtube.com/view_play_list?p=B6ADBFB3B33DDF4F

  1. Pi (1998)
    Eine Szene aus seiner Debutfilm, in der der paranoide Mathematiker Max seinen Mentor besucht, um dessen Rat zu hören.

  2. Reqiem For A Dream (2000)
    Diese Szene stellt das langsam in Fahrt kommende Dealergeschäft der Protagonisten dar und ist ein perfektes Beispiel für Aronofskys schnellen Schnitt-Stil, oft auch “Hip-Hop Montage” genannt.

  3. The Fountain (2006)
    In The Fountain versucht in einer der drei Zeitlinien der Wissenschaftler Tommy verzweifelt ein Heilmittel für seine todkranke Frau Izzy zu finden. die anderen zeigen jeweils den spanischen Eroberer Tomas auf der Suche nach dem Jungbrunnen und den Raumfahrer Tom, der den Lebensbaum zu retten versucht. Diese Szene zeigt allerdings hauptsächlich die erst genannte Zeitlinie.

  4. The Wrestler (2008)
    Trailer des fast mit Preisen überhäuften “The Wrestler”, den ich zugegebenermaßen leider immer noch nicht gesehen habe.

  5. Black Swan (2010)
    Zu guter letzt der offizielle Trailer zu dem heiß erwarteten Black Swan, der die Spannung auf den endgültigen Film nur noch mehr steigert!

Darren Aronofsky auf Wikipedia

  1. wenn man mal von Hauptdarsteller Hugh Jackman absieht, der ja schon in The Fountain mit ihm zusammenarbeitete! []

Kommentare

1

Hach, Darren Aronofsky. Ich mag den ja auch sehr gern. Pi war toll und Requiem For A Dream hat mich vollkommen vom Hocker gehauen (ich liebe seinen Schnitt-Stil so sehr). Fountain will ich schon lange sehen, Wrestler muss ich auch endlich gucken. Und auf Black Swan freue ich mich gleichermaßen. Ein toller Regisseur mit ganz tollem Stil.

geschrieben von Kristin
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2

@Kristin: Ja, “The Fountain” solltest du unbedingt nachholen! Da kommt seine Schnitttechnik zwar nicht mehr so zum Einsatz, aber visuell ist das Ding einfach umwerfend!

geschrieben von beetFreeQ
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3

ich komme gerne wieder, sehr interesannt.

geschrieben von Brain Fedorchak
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