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Projekt Hörsturz: Rezension Runde 31

Ab geht’s in die 31. Runde im Projekt Hörsturz. So langsam sollten wir uns ja hoffentlich von den wirklich grausamen Songs der vergangenen “Bad-Taste”-Runde erholt haben. In der Hoffnung, dass diesmal auch wieder alle wirklich schöne Songs vorgeschlagen haben, mache ich mich auch gleich mal an die Bewertung. Da sich in einer Umfrage, die ich letztens startete, eine Anzahl von nun 10 Pflichtsongs durchsetzte, gibt’s diesmal etwas mehr zu bewerten. Das stört mich allerdings nicht, da ich bisher eh immer alle Bonussongs mit bewertet habe!

Pflichtsongs

Tocadisco – Shrine

(von Dr. Borstel)
Irgendwie erinnert mich dieser Song an die 90er – und leider nicht unbedingt an die guten Seiten dieses Jahrzehnts. Ist mir alles zu seicht – Fahrstuhlmusik, wie ich schon in einer anderen Rezension gelesen habe, trifft es ganz gut. Plätschert mir viel zu glatt am Ohr vorbei…

Rating: ★☆☆☆☆ 

Daniel Decker – Die Geister mit denen ich schlief

(von kasumi)
Ich bin zwar selbst kein regelmäßiger Leser, kenne das Blog Kotzendes Einhorn allerdings vom Vorbeisurfen. Daniel Decker ist der Betreiber des Blogs und brachte über Kasumi einen seiner Songs ins Projekt. Da ich seine Musik nicht kannte, war ich erst mal von den netten Gitarrenriffs überrascht, wo ich doch eher eine Akustik-Klampfe erwartete. Musikalisch passiert mir dann aber trotzdem zu wenig. Der Text ist gut, aber irgendwas fehlt mir da. Mag auch dran liegen, dass deutsche Musik es bei mir eh nie ganz leicht hat.

Rating: ★★★☆☆ 

Linkin Park – Given Up

(von Sir Donnerbold)
Linkin Park ist eine dieser Bands, die ich früher mal ganz nett fand, aber mittlerweile nicht mehr ausstehen kann. Klingt mir doch alles zu gleich und vorhersehbar. Das Geklatsche am Anfang war vielleicht das einzige wirklich nette an dem Song…

Rating: ★½☆☆☆ 

Junip – Black Refuge

(von endgueltig)
José Gonzales’ Band ist mir schon eine Weiloe ein Begriff. Bisher hatte sie es bei mir aber nicht leicht neben seinen Solo-Songs zu bestehen. Mittlerweile habe ich ihn solo aber schon ein wenig über, weshalb mir die Bandseite seiner Musik ziemlich recht kommt. Mir gefällt, was ich da höre! Ich sollte der Band eindeutig noch mal ein paar Chancen mehr geben!

Rating: ★★★★☆ 

Alcest – Écailles De Lune (Part II)

(von Tenza)
“French Shoegaze Black Metal” steht in der Video-Beschreibung. Kann ich mir ja so gar nicht vorstellen, aber warten wir’s ab. Der Song hat ja 10 Minuten Zeit. Nach einem harmonischen Anfang wird dann auch schon losgeknüppelt und ich frage mich wieder, was an so einem Highspeed-Drumgewitter eigentlich so toll sein soll. Das Gegröhle, für Black Metal überraschenderweise nicht in Grunztonlage, macht den Eindruck nicht wirklich besser. An sich ist’s schade drum, denn zwischendurch hat der Song immer wieder ein paar schicke prog-rockige Passagen, die mir sehr gefallen. Die Kombination geht aber im Gesamtbild leider gar nicht, zumal die einzelnen Passagen nicht mal ordentlich ineinander übergehen…

Rating: ★★☆☆☆ 

Melody Gardot – Baby I’m a Fool

(von Paula)
Eine Stimme, die mir spontan gefällt und diesen minimalistischen Song gleich ne ganze Ecke interessanter macht, als ich ihn sonst wahrgenommen hätte. Das heißt aber leider auch noch nicht, dass er mir wirklich gut gefällt, denn dazu fehlt doch wieder was. Das Ding plätschert so höhepunktslos vor sich hin. Hintergrundberieselungsjazz, den ich vermutlich auch nie zum bewussten Musikhören anschmeißen würde.

Rating: ★★½☆☆ 

David Garrett – Beethoven’s 5th

(von Onkelosi)
Oha, der Geigenschönling im Projekt Hörsturz. Hatten wir die Bad-Taste-Runde nicht längst hinter uns? Ich kann ja mit dieser Pop-Klassik so rein gar nix anfangen, auch nicht – oder vielleicht gerade dann nicht – wenn einer versucht, sie mit gewollt aber nicht gekonnt harten Gitarrenriffs zu mischen. Die einzigen, die das dürfen – und das auch nur zu Weihnachten – sind Trans Siberian Orchestra. Ne, sorry, der Herr Garrett kann gerne da in seinen Charts bei den 3-10 Tenören bleiben und mich in Ruhe lassen!

Rating: ☆☆☆☆☆ 

White Denim – Mirrored And Reverse

(von beetFreeQ)
Ah, eine der genialsten Bands der letzten Jahre! White Denim schaffen es, in ihren Songs derart viele kleine Details unterzubringen, dass man nie müde wird, sie rauf und runter zu hören. “Mirrored And Reverse” ist ein perfektes Beispiel davon. Sicher nicht jedermanns Sache, aber wer sich auf die Musik einlässt und genau zuhört, wird kaum wieder davon loskommen! Das Aus- und wieder Einfaden gegen Ende ist übrigens so beabsichtigt – in meinen Augen vielleicht der einzige kleine Makel des Songs.

Rating: ★★★★★ 

Gareth Marks – Lady Of Leisure

(von cimddwc)
Au weia – extremst cheesiger, abgegriffener Drumloop trifft auf Soft-Funk oder wie man sowas nennen will. Ich hoffe mal, der Song hat schon so mindestens 1-2 Jahrzehnte auf dem Buckel, dass man ihm diesen grottigen Stil einigermaßen verzeihen kann. Bei mir fällt das Ding aber auch mit Retrobonus absolut durch!

Rating: ½☆☆☆☆ 

Kasper Bjørke – Young Again

(von Dekah)
Den Kasper hatte ich ja auch vor einer ganzen Weile schon mal in einer Plattenrezension, denn sein aktuelles Album ist sehr zu empfehlen. “Young Again” ist auch gleich der in meinen Augen beste Song der Scheibe. Da gibt’s nicht viel zu sagen außer: Mag ich!

Rating: ★★★★½ 

Mit 2.4 Punkten war das trotz der erhöhten Songanzahl leider ein ziemlich schwacher Pflichtteil. Da hatten einige vielleicht doch noch zu sehr den Bad Taste in den Knochen, was? Mal sehen, ob die Bonussongs es besser machen!

Bonussongs

Beat! Beat! Beat! – We Are Waves

(von JuliaL49)
Deutschland ist ja ein überraschend unübliches Land für einen Vorschlag von Julia, würde ich sagen. Die Musikrichtung passt aber, denn es wird gefälliger Indie-Rock serviert. Klingt nett und hat auch nen gewissen Ohrwurmfaktor, kann aber nicht mit dem gewissen Etwas aufwarten, das mich auf Repeat klicken lassen würde!

Rating: ★★★☆☆ 

Bright Eyes – Devil Town

(von Khitos)
Bright Eyes sind ja so eine dieser Bands, die man eigentlich gut finden müsste, sich aber immer wieder drum drückt. “Devil Town” gefällt mir dann auch ziemlich gut, aber ich muss aufpassen, dass ich die Band nicht doch wieder irgendwann aus den Augen verliere. Das ist nämlich genau diese Art von Musik, für die meine Stimmung leider viel zu selten genau passt.

Rating: ★★★★☆ 

Cake – Short Skirt Long Jacket

(von DerGraf)
Ein Klassiker! Ich weiß gar nicht, wie lange Cake mich schon begleiten und wie oft ich den Song nicht schon gehört habe. Da es aber noch viel bessere Songs der Band gibt, kann ich nicht die Höchstpunktzahl vergeben!

Rating: ★★★★☆ 

Cobra Starship – The City Is At War

(von Graval)
Au weia – was ist denn das? Hat da jemand versucht, eine Indietronica-Band mit Enrique Iglesias und ähnlichen Chartstypen zu kreuzen? Auch wenn im Ansatz nette Ideen drin stecken, werden diese leider komplett von musikalischen Grausamkeiten zugekleistert.

Rating: ☆☆☆☆☆ 

Dengue Fever – Tiger Phone Card

(von Postpunk)
Wo gräbt der Postpunk nur immer wieder seine Vorschläge aus? Nie von der Band gehört, aber sofort in ihren Bann gezogen worden. Zwar ist mir das Stück stellenweisen einen winzig kleinen Tick zu poppig, aber das wird durch den unkonventionellen Retro-Gute-Laune-Chic wieder gut gemacht! Mag ich!

Rating: ★★★★½ 

Dimmu Borgir – Gateways

(von Sebastian)
Wie schimpft sich sowas noch gleich? Symphonic Black Metal oder so? Immerhin ist das nicht so gekünstelt metallig wie David Garrett eben, kann mir aber dennoch nicht wirklich gefallen, denn die Klassik hat mir dafür zu viel Klosterfeeling und der Metal zu viel unmelodisches Geknüppel. Da bleibe ich doch lieber bei Unexpect!

Rating: ★★½☆☆ 

Future Of The Left – Manchasm

(von Kamil)
Huch, die Band hatte ich doch längst mal als “dringend merken” auf dem Radar. Irgendwie muss das aber dann doch verloren gegangen sein! Was ein Frevel – wird sofort wieder nachgeholt, denn die Musik gefällt mir absolut!

Rating: ★★★★★ 

Grossstadtgeflüster – Kann ich auch

(von Konzertheld)
So deutschen Electroclash lasse ich ja eher selten an mich heran, wenn er nicht grad von Mediengruppe Telekommander kommt. Dieser Song hätte sich aber fast diese Ehre erarbeitet, wäre da nicht dieser Geht-Garnicht-Refrain gewesen. Nächstes Mal bitte etwas weniger Neue-Welle-Nena-Feeling und es könnte was mit uns werden!

Rating: ★★½☆☆ 

Poets Of The Fall – Sleep

(von Fini)
Damit jemand mit so einer Art Klavierballade bei mir ankommt, muss er eine ganz besondere Art von Stimme haben. Genau die geht dem Sänger hier aber ab. Zudem wird der Song mit zunehmender Länge auch ein wenig zu schmalzig. Das ist so gar nicht meins!

Rating: ★☆☆☆☆ 

Robert Downey Jr. – River

(von Steve)
Dass der Robert singt, hab ich schon mal irgendwo aufgeschnappt. Aber so wirklich meinen Geschmack trifft er da nicht wirklich, zumal ein Cover eines der schmalzigeren Stücke von Joni Mitchell auch nicht unbedingt die beste Wahl ist. Stimmlich ziemlich gut, aber viel zu weihnachtlich (hey, ist eh viel zu früh!) schmalzig. Der sollte sich mal von Tom Waits beraten lassen!

Rating: ★½☆☆☆ 

Rocky Votolato – Fragments

(von Kristin)
Der Rocky ist mir schon oft begegnet, aber wirklich überzeugen konnte er mich bisher nicht. Mit so einer Live-Aufnahme wird’s auch nicht gerade leichter, in meiner Gunst aufzusteigen. Ich erkenne eine tolle Stimme und Können, der Song kann mich aber dennoch nicht überzeugen. Ich weiß, mit meinem Musikgeschmack hat man’s manchmal echt nicht leicht!

Rating: ★★★☆☆ 

Wir sind Helden – Rüssel an Schwanz

(von Moritz)
Ein gefälliger Abschluss. “Wir sind Helden” haben ja bei mir ein wenig diesen “Guilty-Pleasure”-Status. Ein Album würde ich mir zwar nie zulegen, einzelne Songs mag ich aber schon ganz gern mal. “Rüssel an Schwanz” kannte ich bisher nicht, klingt aber ganz schick!

Rating: ★★★★☆ 

Das war doch ok! Da haben die Bonussongs den Gesamtschnitt dieser Runde mit 2,68 noch mal ein wenig nach oben korrigiert. Es lohnt sich doch immer wieder, die nicht ausgelosten Songs trotzdem durchzuhören. Es war überraschend viel Abwechslung dabei. So mag ich das!

Mein Vorschlag für Runde 32

Bis Januar wird’s noch dauern, bis endlich das neue Album von Fujiya & Miyagi heraus kommt. Bis dahin kann man sich die Zeit aber schon mal mit dem aktuellen Albumteaser “Sixteen Shades Of Black And Blue” vergnügen, den ich mal spontan als Vorschlag auserkoren habe. Den Song gibt’s übrigens auch zum legalen kostenlosen Download!

Kommentare

1

Während ich darüber trauere, dass fast niemand meinen Vorschlag wirklich mag, wollte ich noch anmerken, dass für Black Metal überraschenderweise nicht in Grunztonlage nicht zutrifft, im Black Metal ist Screaming die am häufigsten vorkommende Gesangsart, wohingegen Growlen eher im Death Metal zu finden ist.
Ist jetzt nicht wirklich schlimm, aber da bin eben etwas pedantisch 😀

geschrieben von Tenza
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2

Das Ding ist, Rocky ist mit seiner ehemaligen Band EXTREM viel besser. Und in normalen Aufnahmen hört man seine fantastische Stimme auch richtig gut. Aber leider gibt es so gut wie keine Aufnahme von Waxwing im Internet.

geschrieben von Kristin
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3

Ist deine Editier-Funktion weg?
Wenn Du mal über was im Netz stolpern solltest, dann empfehle ich die Songs Colour, Industry und Kill The Messenger. Gerne schicke ich Dir auch mal eine Hörprobe via Skype.

geschrieben von Kristin
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4

@Kristin: Von seinen Solo-Sachen hab ich einiges bei Spotify gefunden. Das werde ich mir mal zu Gemüte führen. Seine Band ist aber da leider auch nicht aufzufinden.

Die Editierfunktion hatte ich abgeschaltet, weil sie bei den meisten nicht mehr richtig funktionierte. Ich habe aber gerade eben einen Ersatz eingebaut. Du müsstest jetzt bis zu 30 min nach dem Kommentieren einen “Bearbeiten”-Link neben “antworten | Link” finden. Das ist nicht ganz so komfortabel, sollte aber besser funktionieren.

Einer Hörprobe gegenüber wäre ich ja nicht abgeneigt! 😉

geschrieben von beetFreeQ
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5

@Kristin: Mist, jetzt musste ich das neue “Bearbeiten”-Plugin für die Kommentare doch wieder deaktivieren, weil es sich wiederum mit dem Plugin für die Youtube-Videos gebissen hat… – mal sehen, ob ich am WE ne Alternative finde.

geschrieben von beetFreeQ
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6

Du müsstest nur mal irgendwann online kommen. 😉

geschrieben von Kristin
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