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Filmkritik
9

Our world is ending. Life must go on.

Nach einem Krieg zwischen der Menschheit und der von ihnen geschaffenen Maschinen liegt die Welt in Schutt und Asche. Die Menschen sind ausgestorben, aber einige lebende Stoffpuppen, deren Namen Nummern sind, versuchen, sich gegen das letzte verbliebene Maschinenmonster zu wehren. Als 9 ein mysteriöses Gerät findet und dieses in der Fabrik, aus der das Maschinenwesen kommt, in einen Sockel setzt, erweckt er damit ungewollt das Maschinengehirn zum Leben, das all die Kriegsmaschinen erschuf, die die Menschheit ausrotteten…

Als Shane Acker seinen computeranimierten Kurzfilm 9 veröffentlichte, wurde Tim Burton darauf aufmerksam und sorgte dafür, dass daraus ein abendfüllender Film wird. Zusammen mit Timur Bekmambetov produzierte er den ebenso komplett computeranimierten Streifen, der aber im Gegensatz zum Vorbild die Figuren sprechen lässt und die Geschichte natürlich auch epischer ausschmückt.

9 ist ein liebevoll mit Details angereicherter Film, der sowohl als familientaugliches Abenteuer als auch als nachdenkliche Endzeitvision funktioniert, in der mehr steckt, als nur actionreiche Unterhaltung. Alle neun Puppen, die Acker für den Film entwarf, haben trotz ihrer simplen mimischen Möglichkeiten eine ganz eigene Persönlichkeit, die jeweils auf einem Aspekt des Menschlichen Geists wie Menschlichkeit, Mut, Weisheit oder Kreativität basieren. So addieren sich die Figuren im Laufe der Geschichte perfekt und transportieren mehr Gefühle als man erwarten würde.

Visuell und akustisch ist der Film ein wahres Fest. Hauptsächlich in Brauntönen gehalten, die das post-apokalyptische Szenario perfekt darstellen, setzt der Film gezielt mit rot und grün farbige Akzente und gibt so zusammen mit dem stimmungsvollen Soundtrack von Danny Elfman und Deborah Lurie einzelnen Aspekten des Films ein ganz eigenes Theme. Hinter all dieser stilistischen Finesse bleibt aber in meinen Augen auch die Geschichte nicht zurück. Ich kann die Kritik daran nicht so wirklich verstehen, kann der Film doch ohne Längen gut unterhalten und läuft auf ein rundes Ende hinaus.

Ich habe 9 sehr genossen. Sicher ist er kein intellektuelles Meisterwerk, bietet aber doch mehr zum Philosophieren als so manch anderer Animationsfilm. Natürlich spielt er seine Stärken vor allem mit der Bildsprache aus, weshalb ich sehr zu einer Sichtung in HD rate. Aber auch auf DVD ist der Film definitiv eine lohnende Anschaffung.

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Der Film auf Amazon: blu-ray / DVD

http://www.youtube.com/watch?v=OnoJecu9e7c

Kommentare

1

Ich fand’s ja sehr schade, dass der in kaum einem Kino lief. Werde ihn auf jeden Fall noch nachholen.

geschrieben von Dr. Borstel
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2

@Dr. Borstel: Ich hab’s damals auch nicht geschafft, ihn im Kino zu sehen, weil er nur kurz lief. Zum Glück hab ich mich letztens wieder dran erinnert, dass ich den Film ja unbedingt mal sehen wollte und das dann auf Bluray nachgeholt.

geschrieben von beetFreeQ
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Kein Wind bewegt die Stille,
die Luft ist regungslos,
als wenn die Welt an diesem Ort in ihrem Atmen innehält

Kante

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