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Filmkritik
Moon

You look like a radioactive tampon… like a banana with a yeast infection.

Sam Bell arbeitet nur von einem Roboter namens GERTY unterstützt allein auf dem Mond, um dort Erntemaschinen zu überwachen, die Helium 3 sammeln, das für die Energiegewinnung auf der Erde benötigt wird. Als sein Dreijahresvertrag dem Ende zugeht, beginnt er zu halluzinieren, was ihn einen Unfall bauen lässt. Als er in der Station wieder aufwacht, wird er misstrauisch, warum er nicht zum Ort des Unfalls zurückkehren darf und beginnt, nachzuforschen.

Das Regie-Debut von Duncan Jones sorgte für großes Aufsehen, hatte er doch für nur fünf Millionen Dollar einen ausgewachsenen Sci-Fi-Film auf die Beine gestellt, der zu 100% nicht auf der Erde spielt. Er konnte die Kosten so niedrig halten, da er nur wenige Darsteller benötigte und komplett im Studio mit Modellen statt ausufernden CGI-Effekten arbeitete. Dem Film sieht man dies nicht an, im Gegenteil, der Sparkurs tut der Story des Films nur gut.

Jones spielt mit den Erwartungen des Zuschauers, lässt ihn nach und nach immer weitere Puzzleteile aufdecken und seine eigenen Ideen spinnen. Nie ist klar, was Wahrheit oder nur Schein ist. Unterstützt von der tollen Musik von Clint Mansell und den wirkungsvollen Bildern der Mondlandschaft erzeugt “Moon” eine Stimmung, die lange nicht mehr loslässt. Nicht zuletzt die vielen kleinen Details wie der absurd wirkende Song “I Am The One And Only”, von dem Sam sich immer wecken lässt oder Roboter GERTY, der nur durch ein Smileys darstellendes Display und die Stimme Kevin Spaceys eine intensive Persönlichkeit erhält, machen den Film auch bei wiederholter Sichtung zu etwas Besonderem.

Als Hommage an die nachdenklichen Sci-Fi-Streifen der 70er wie “2001” oder “Solaris” stellt “Moon” alles in den Schatten, was das Genre in den letzten Jahren mit extremen Budgets auf die Beine stellte. Die One-Man-Show von Sam Rockwell ist einfach grandios und zeigt, wie gut auch heute noch tiefgreifende, persönliche Geschichten im von Actionwahn zerfressenen Genre funktionieren und ist ein Schlag ins Gesicht der Hollywood-Bosse. Dass dem Film nicht mal Nominierungen bei den Academy Awards zuteil wurden, grenzt fast an ein Wunder – oder vielleicht gerade nicht…

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

Kommentare

1

Oh ja, großartiger Film. Da hat es nicht mal einen großen Abbruch getan, dass ich im Vorfeld gespoilert wurde. Sehr interessant ist er trotzdem, schon allein, weil er zeigt, wie man auch heute noch mit so “wenig” Geld so etwas Großes, in sich Stimmiges schaffen kann.

Kevin Spacey als GERTY’s Stimme ist für mich übrigens das kleine aber feine Sahnehäbchendes Films. :)

geschrieben von LaRocca
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2

Nur 5 Millionen? Das ist doch viel Geld, die waren ja für die Dreharbeiten nicht echt auf dem Mond :)

geschrieben von David
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3

Ich fand den Film auch sehr fantastisch, im Gegensatz zu den meisten anderen, die mit mir in der Sneak waren. Hab mir mittlerweile sogar die DVD zugelegt. Tolle Story, aber noch tollere Atmosphäre, Soundtrack und Sam.

geschrieben von Kristin
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4

Ich schließe mich Deiner Wertung uneingeschränkt an, den letzten Stern hätte man auch noch vergeben können ^^. Wird noch Kultstatus erlangen, ich bin mir sicher.

geschrieben von Robert
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5

@LaRocca: Ich wusste an sich gar nicht genau, was mich erwartet, denke aber auch, dass der Film trotz Wissen über die Story noch Spaß bringen kann.

Kevin Spacey war mir auch positiv aufgefallen. Hatte ich ja völlig vergessen, im Beitrag zu erwähnen. Das hab ich mal schnell nachgetragen!

@David: Wenn du das mal mit anderen Hollywood-Produktionen, vor allem natürlich im Sci-Fi-Genre vergleichst, ist das schon extrem wenig. Da fangen die doch kaum noch unter 100 Mio. an. Allerdings legt “Monsters”, sofern er denn irgendwann hier auch mal rauskommt, die Messlatte des mit wenig Geld möglichen sicher nochmal ne ganze Ecke höher!

@Kristin: Was haben die anderen, die mit in der Sneak waren, denn vom Film erwartet, wenn sie enttäuscht waren? Mir hat der Film alle Erwartungen mehr als erfüllt.

@Robert: Ja, das denke ich auch. “Moon” kann sich wirklich nahtlos in die Reihe der Klassiker, von denen er sich ja auch inspirieren ließ, einordnen.

geschrieben von beetFreeQ
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6

@beetFreeQ Ich glaube, sie fanden, dass die Story schon zu oft erzählt wurde bzw. zu vorhersehbar war. Das mag in gewissen Teilen sicher stimmen, für mich lagen die Stärken des Films aber einfach woanders.

geschrieben von Kristin
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7

@Kristin: Es ist ja auch immer das Gesamtbild, das zählt. Ich kann auch immer gut über bestimmte Defizite hinwegsehen, wenn das Gesamtbild stimmt oder eben andere Parts ein Defizit mehr als aufwiegen. Bei Moon gab’s für mich aber nicht mal so ein Defizit 😉

geschrieben von beetFreeQ
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8

Schöne Worte zum Film. Eventuell gefällt auch Mr. Nobody, auch wenn es eine etwas anders geartete Baustelle ist. http://www.amazon.de/Mr-Nobody-Directors-Kinofassung-Discs/dp/B004AHV3DC/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1324856199&sr=8-1

geschrieben von Wann
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9

@Wann: Oh, vielen Dank für den Tipp! Der Film sagte mir bisher nichts, aber er klingt wirklich sehr interessant. Werde ich mir definitiv mal zu Gemüte führen!

geschrieben von beetFreeQ
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10

oh ja… dieser Film ist schon eine Nummer für sich…etwas ganz besonderes, mit dem ich vor dem Schauen eig. nicht so gerechent habe

geschrieben von kulii
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Kein Wind bewegt die Stille,
die Luft ist regungslos,
als wenn die Welt an diesem Ort in ihrem Atmen innehält

Kante

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