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Projekt Hörsturz – Rezension Runde 29

So spät war ich selbst ja noch nie dran. Aber entgehen lassen will ich mir die mittlerweile 29. Runde im Projekt Hörsturz natürlich auch nicht! Also geht’s ohne lange Rede direkt mit den Pflichtsongs los!

Pflichtsongs

Herr von Grau feat Nihilists – Kalt

(von Tenza)
Hmm, Hip Hop, insbesondere deutschsprachiger, hatte es ja bisher nie leicht im Projekt Hörsturz und auch dieser Beitrag des Genres hat es bei mir erst mal nicht leicht. Textlich ist das Stück glücklicherweise intelligent und frei von Gossenslang, was ein fetter Bonuspunkt ist. Leider liegt mir das Stück musikalisch so rein gar nicht und auch die Stimme des Rappers ist nicht so mein Fall. Da hilft dann der Bonuspunkt leider auch kaum noch…

Rating: ★★☆☆☆ 

Murder By Death – Sometimes the Line Walks You

(von Kristin)
Murder By Death waren beim Projekt Hörsturz ja auch längst mal Überfällig, wie ich finde. Die Band kann eigentlich fast nix falsch machen mit ihrem ganz eigenen Stil zwischen Rock und Folk. “Sometimes the Line Walks You” ist jetzt zwar nicht gerade mein liebster Song der Band, aber dennoch ein schickes Stück Musik. Für “Comin’ Home” hätt’s die volle Punktzahl gegeben!

Rating: ★★★★½ 

Zola Jesus – Night

(von Robert)
Irgendwie weiß man ja meistens, dass ein Vorschlag von Robert stammt, sobald die ersten Töne erklingen. Ein gewisses Etwas haben seine Vorschläge immer gemein, mal mag ich das Ergebnis, manchmal aber auch nicht. Zu “Zola Jesus” fällt es schwer, mir eine feste Meinung zu bilden. Ich mag die Stimme der Sängerin, musikalisch ist es auch interessant, aber irgendwie fehlt mir da ein wenig Bewegung. Der Song plätschert recht gleichförmig vor sich hin und ist vorbei, wo er den Anschein macht, spannender zu werden. Das könnte ein Song sein, der noch wachsen muss.

Rating: ★★★☆☆ 

Sterne – Fickt das System

(von Postpunk)
Oha, nochmal deutsch und wieder mal Hamburger Schule. Im Gegensatz zu den unlängst bei mir durchgefallenen Tocotronic kann ich die Sterne ganz gut leiden, was nicht zuletzt auch an der musikalischen Abwechslung liegt. “Fickt das System” ist ein überraschend fluffiger Rocksong mit intelligentem Text, der allenfalls darunter leidet, von einer für die Hamburger Schule leider recht üblichen eher schlechten Gesangsstimme vorgetragen zu werden. Wenn man sich damit aber abfindet, kann das Teil gut gefallen!

Rating: ★★★★☆ 

A Fine Frenzy – Almost Lover

(von Khitos)
Nach dem großartigen Vorschlag der letzten Runde waren die Erwartungen an “A Fine Frenzy” ja recht groß. Und was dringt da an mein Ohr? Eine Klavierballade vorgetragen von einer vollkommen austauschbaren weiblichen Stimme. Es mag an meiner Abneigung gegen zu klare, “schöne” Gesangsstimmen liegen, aber dieser Song macht’s mir schwer, nicht abzuschalten. Da ist leider nichts dran, was ihn irgendwie interessant machen würde. Immerhin schrammt er gerade noch an der Schmalzgrenze vorbei…

Rating: ★☆☆☆☆ 

2,9 sind ein ordentlicher Schnitt für diese Runde, auch wenn darunter kein Song war, der eine Entdeckung für mich darstellte, denn die gut bewerteten kannte ich ja schon soweit. Vielleicht ist ja unter den Bonussongs was neues für mich dabei. Einige mir unbekannte Namen halten sich darin ja immerhin versteckt!

Bonussongs

Apocalyptica – 2010 (feat. Dave Lombardo)

(von cimddwc)
Apocalyptica zusammen mit Schlagzeug-Gott Dave Lombardo? Das kann ja an sich nur gut sein, auch wenn mich die Cellisten in letzter Zeit nicht mehr so vom Hocker gehauen haben. “2010” geht aber gut los und bietet die perfekte Mischung aus epischen Streichern und ausgedehntem Headbangmaterial. Doch, da ich grad in der passenden Laune bin, gefällt mir das Teil außerordentlich gut!

Rating: ★★★★★ 

Blitzen Trapper – Destroyer of the Void

(von Dany)
“Blitzen Trapper”, ein Bandname, der mir schon oft begegnet ist, mich aber irgendwie eher abgeschreckt hat, mal reinzuhören. “Destroyer Of The Void” macht’s mir auch nicht leicht, ein Bild zu machen. Auf alle Fälle weiß die Band, diverse Einflüsse von Queen zu den Beatles interessant zusammenzumixen. Dennoch schmücken den ungemein vielseitigen Song leider auch ein paar Elemente, die mir weniger gefallen. Dennoch sehr interessant und definitiv im Auge zu behalten!

Rating: ★★★½☆ 

DAAU & Donkey Diesel – Catfish Blues

(von beam)
“Die Anarchistische Abendunterhaltung”, eine absolut begnadete Band trifft hier auf die vermutlich markanteste Männerstimme, die Belgien so zu bieten hat! Zwar kommt auch schon die Instrumentalfassung des Stücks toll rüber, aber diese Version mit Gesang, die die beiden Bands einfach so zum kostenlosen Download anbieten, ist einfach göttlich!

Rating: ★★★★★ 

Flobots – Handlebars

(von Dr. Borstel)
Hier haben wir mal wieder eine Facette im Hip Hop, die mir durchaus zu gefallen weiß. Ist jetzt zwar nicht weltbewegend, aber auch definitiv nichts zum Wegschalten!

Rating: ★★★½☆ 

Frida Hyvönen – Enemy Within

(von JuliaL49)
Huch, was holt die Julia da denn für ne Liveaufnahme heraus? Na bei mir muss der Song leider nicht nur mit nem “Enemy Within” kämpfen. Absolut nicht mein Fall, sorry!

Rating: ½☆☆☆☆ 

Hurts – Wonderful Life

(von endgueltig)
Ha, da ich gerade die vergangenen Tage doch mal auf Kundentermin notgedrungen mit Chartsradio verbringen musste, hab ich doch den einen oder anderen Chartssong an meine Ohren gelassen. Dieser hier gehörte dazu, konnte mich dabei sogar vergleichsweise positiv überraschen. Das hier ist sozusagen der einäugige König unter den Chartsblindgängern!

Rating: ★★½☆☆ 

Jace Everett – Bad Things

(von Fini)
Nie gehört (schaue ja auch kaum fern), bin aber leicht angetan von der Stimme des Sängers. Leider hat mir der Song zuviel Country und ist zu seicht und kantenlos, als dass er mir wirklich gefallen könnte.

Rating: ★★☆☆☆ 

Joe Hisaishi – Summer

(von Graval)
Ein Stück aus einem Soundtrack zu einem asiatischen Film ist eine kleine Premiere im Projekt Hörsturz. Leider ist mir das Stück viel zu süßlich-fluffig. Ich mag ja eher epische, nachdenkliche und vor allem kopfkinoreiche Soundtracks. Dieser hier erinnert mich allerdings leider viel zu sehr an schlechte Restaurant-Pianisten und Fahrstuhlmusik…

Rating: ½☆☆☆☆ 

Koji Kondo – The Legend of Zelda Medley

(von Onkelosi)
Wie das Stück hier Apocalyptica angedichtet wurde, werde ich vermutlich nie verstehen. Natürlich sind sie es nicht. Allerdings ist es auch nichts, was mir gefällt, zumal ich nie einen Zelda-Teil gespielt habe. Wenn das Ding allerdings wirklich von Apocalyptica wäre und auch so klingen würde, wäre da sicher was zu machen! 😉

Rating: ★☆☆☆☆ 

Leila – Time to Blow

(von beetFreeQ)
Ja, der Beginn hat sicher einige abgeschreckt, aber an sich ist der folgende Teil des Songs sicher auch nicht so das, was man so gefällige Popmusik nennen würde. Pop ist aber drin und zwar ne gehörige Menge. Zusammen mit tonnenweise Abgedrehtheit ergibt sich daraus dann eine – zumindest für meine Ohren – absolut göttliche Mischung.

Rating: ★★★★★ 

Mad Sin – Cursed

(von Sebastian)
Ein wenig Psychobilly kann ja nie schaden! Und Mad Sin sind da eine der besten Band des Genres, was sie auch mit “Cursed” unter Beweis stellen!

Rating: ★★★★½ 

Nouvelle Vague – Dancing with Myself

(von DerGraf)
Nouvelle Vague waren ja mal ganz interessant. Allerdings wurden ihre Easy-Listening-Coverversionen dann auch ziemlich schnell wieder langweilig. Dieses Billy-Idol-Cover ist zwar nicht schlecht, aber eben auch nicht wirklich besonders. Muss ich nicht haben!

Rating: ★★☆☆☆ 

Röyksopp – The Fear

(von David)
Wie ich ja ebenfalls gestern im Radio hören durfte[1], stellt das aktuelle Album “Senior” ja den düster erwachsenen, instrumentalen Gegenpart zu den eher fluffigen Vorgänger “Junior” dar. Mag stimmen und angenehm düster klingt “The Fear” auch. Ein wenig mehr Bewegung hätte dem doch leicht monotonen Song auf die Länge von 7 Minuten aber noch gut getan!

Rating: ★★★½☆ 

Saul Williams – List Of Demands

(von Kamil)
Den guten Saul Williams müsste ich auch mal wieder rauskramen! Absolut großartige Musik mit viel Aussage!

Rating: ★★★★★ 

Shinedown – Diamond Eyes (Boom-Lay Boom-Lay Boom)

(von Steve)
Sagt mir rein gar nix, der Anfang ist aber mal nicht schlecht. Die eingestreuten Kastagnetten machen aber misstrauisch. Was dann folgt, ist allerdings nicht die befürchtete Möchtegern-Folklore sondern seltsamerweise Mainstream-Hardrock oder besser Nu Metal, oder wie sich das schimpft. Leider nicht gerade inspirierend…

Rating: ★½☆☆☆ 

Sieges Even – The Lonely Views of Condors

(von Stefan)
Und noch eine mir vollkommen unbekannte Band. Die Vorliebe Stefans zu Progressive Rock ist ja in den letzten Runden eindeutig zu merken. Generell mag ich das Genre ja auch, nur bauen mir einige der Bands doch eindeutig zu viel Schmalz in ihre Songs ein. Sieges Even scheint da die Kurve immerhin noch so zu kriegen, kann mich mit diesem Song aber auch noch nicht wirklich überzeugen. Muss vielleicht noch wachsen!

Rating: ★★★☆☆ 

Sinergy – Gimme Gimme Gimme

(von Sir Donnerbold)
Wenn man schon so was unnötiges wie Abba covern muss, sollte da doch zumindest was witziges heraus kommen. Leider klappt das mit diesem durch und durch peinlichen 80s-Hardrock-Kram so rein überhaupt nicht. Wäre ja für meinen Geschmack in der kommenden Bad-Taste-Runde besser aufgehoben! 😉

Rating: ☆☆☆☆☆ 

Young@Heart – Fix You

(von kasumi)
Ach ja, ein Tränendrüsen-Cover der Rentner-Rocker von Young@Heart zum Schluss. Ich habe ja auch vollsten Respekt vor der Leistung der Herrschaften und finde es toll, was die da machen, allerdings habe ich nun mal so meine Probleme mit Coldplay. Immerhin ist dieses Cover meilenweit vor dem Original anzusiedeln!

Rating: ★★½☆☆ 

Mit einem Gesamtschnitt von 2,826 bringen die Bonussongs die Wertung nicht viel weiter nach unten. Dafür war doch die eine oder andere Überraschung für mich dabei. So kann’s weitergehen, allerdings wird das in der nächsten Runde ein wenig schwieriger, denn diese hat als Thema “Bad Taste” und dementsprechend werden auch die Songs zum ersten Mal alle nahe des namensgebenden Hörsturzes liegen. Ich bin ja mal gespannt, was da auf uns wartet.

Mein Vorschlag für Runde 30

Natürlich will ich auch selbst einen absolut grausamen Vorschlag für die kommende Runde machen, denn wenn die anderen schon das Schlimmste hervorholen, was die Charts so je zu bieten hatten, kann ich mich da doch nicht drücken!

Es war nicht leicht, das ultimative Lied aus meiner dunklen Charts- und Techno-Vergangenheit zu extrahieren, aber ich hab mich letztendlich für ein Stück entschieden, das ich damals als pubertierender Junge absolut genial fand, mich heute aber nur noch dafür schäme: “The Ultimate Sextrack” von Charlie Lownoise & Mental Theo.[2] Seid froh, dass ich schon damals die eher chartstauglicheren und damit noch schlimmeren Songs der beiden wie z.B. “Wonderful Days” nur mittelmäßig fand!

  1. auf einem ziemlich obskuren, aber musikalisch tollen Sender, der mir die recht kurze Zeit den Weg durch Hamburg begleitete []
  2. Von einem Einbetten sehe ich aus hoffentlich verständlichen Gründen ab. []

Kommentare

1

Toller Song, nicht ?

In den neunzigern gab es sicherlich so einiges schreckliches was man finden kann.

Sollte der Bad Taste eigentlich ein persönlicher Song sein oder irgendeiner der ganz “toll” ist ?

Wenn persönlich dann muss ich noch mal suchen gehen…

geschrieben von Sebastian
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2

Ich hab mir mal den Spaß gemacht und alle deine Bewertungen mit meinen verglichen… unser Musikgeschmack scheint recht weit auseinander zu liegen 😀 Ein einziger Song bei dem die Wertungen im gleichen Bereich waren, etliche, bei denen sie total gegensätzlich waren. Aber warum nicht, gerade durch so unterschiedliche Geschmäcker landen beim Projekt Hörsturz ja so viele verschiedene Songs 😀

geschrieben von Konzertheld
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3

Und wieder: Vielen Dank für viele Punkte. Wie schon auf meinem Blog geschrieben: Ich hätte wirklich eher Killbot 2000 wählen sollen, wie ich erst wollte. Hab mich dann daran orientiert, was der Masse eventuell besser gefallen könnte, und das war wohl ein Fehler. 😉

geschrieben von Kristin
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4

Och och, ich glaub mein Vorschlag landet glatt auf den letzten Platz dieses Mal 😀

geschrieben von Khitos
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5

@Sebastian: Japp, ein guter Song, den ich auch noch nicht von der Band kannte!

Bad Taste kannste definieren, wie du magst. Die meisten haben aber auch Songs genommen, die sie selbst unter Garantie nicht gut finden! 😉

@Konzertheld: Ja, gerade dieser Unterschied in den Geschmäckern macht das Projekt erst so interessant!

@Kristin: Keine Ursache! Gute Musik muss gut bewertet werden! 🙂 So ein richtiger Fehler war der Song aber doch nicht. Für Platz 2 hat’s immerhin gereicht!

@Khitos: Nicht ganz – hab die neue Runde mit den Charts grad gestartet!

geschrieben von beetFreeQ
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