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Spider-Man Noir / Wolverine Noir / X-Men Noir

Es ist ja schon lang Gang und Gebe, Comichelden aus ihrer ursprünglichen Umgebung in ein völlig neues Szenario zu setzen. Bei Marvel hat man sich dafür ganz einfach verschiedene Dimensionen ausgedacht, in denen der originale Spiderman z.B. gemütlich neben dem Ultimate Spiderman existieren kann. Eine dieser Dimensionen hat es mir besonders angetan: Die Earth-7207 oder besser bekannt als “Marvel Noir“. Wie der Name es schon andeutet, werden verschiedene Marvel-Helden und natürlich auch ihre Gegenspieler in ein Film-Noir-Szenario der 20er-30er versetzt und sogar großteils ihren übermenschlichen Kräften beraubt. Was bleibt, sind wendungsreiche Kriminalstories, die unter die Haut gehen. Drei dieser Ausflüge in die Noir-Welt habe ich mittlerweile gelesen und möchte sie euch hier kurz vorstellen!

Spider-Man Noir

David Hine / Fabrice Sapolsky / Carmine Di Giandomenico

Norman Osborn hat New York fest in seiner kriminellen Hand. Er lässt den Onkel des jungen Peter Parker umbringen, weil diese zusammen mit seiner Frau Stimmung gegen ihn macht. Peter selbst kommt ihm als angehender Fotograf auf die Schliche. Als er durch einen Fluch eines mysteriösen Spinnengottes besondere Kräfte erhält, beschließt er, Osborn das Handwerk zu legen.

Gleich die erste Noir-Geschichte Marvels bricht mit der Idee, den Helden ihre Kräfte zu rauben, baut diese Kräfte aber perfekt in das Szenario ein. Das von Kriminalität gebeutelte New York der 30er wird toll dargestellt, wasvor allem den tollen Zeichnungen Carmine Di Giandomenicos geschuldet ist. Behutsam wurden verschiedene bekannte Charaktere aus Spidermans Umfeld in das Szenario integriert und bieten nicht nur Kennern der Comics besondere Leckerbissen. Die Story selbst ist nicht weltbewegend, aber durchaus mitreißende Crime-Noir-Kost, die ein Lesen lohnt!

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

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Wolverine Noir

Stuart Moore / C.P. Smith

Jim Logan führt zusammen mit seinem grobschlächtigen Partner Dog eine Detektei im schlimmsten Viertel der Stadt. Als die mysteriöse Mariko Yashida ihn beauftragt, sie vor Verfolgern zu schützen und sein Partner Dog plötzlich verschwindet, findet Logan sich mehr und mehr in einem Netz aus Intrigen und Erinnerungen an seine Jugend wieder.

Auf den ersten Blick werden in Wolverine Noir die übelsten Noir-Klischees ausgeschüttet und im Endeffekt stimmt das auch. Stuart Moore schafft es aber, daraus eine intensive Story zu basteln, die man nicht mehr aus den Hand legen mag. Der allseits bekannte Wolverine mit seinen Adamantiumkrallen ist einem gebrochenen Mann gewichen, der mit seinen animalistischen Trieben und seiner Vergangenheit zu kämpfen hat. Der Figur wird in dieser relativ kurzen Geschichte mehr Profil und Hintergrund verpasst, als es die ursprüngliche Figur je hatte. Unterstrichen wird das von den wirklich großartigen Artworks von Wolverine-Stammzeichner C.P. Smith. Absolut lesenswert!

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

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X-Men Noir

Fred Van Lente / Dennis Calero

Die X-Men sind eine Gruppe krimineller Jugendlicher, die untertauchen mussten, nachdem die Polizei Charles Xaviers “Xavier School for Exceptionally Wayward Youth” schließen lies und ihn in den Knast steckte. Als Jean Grey ermordet wird, machen sich die X-Men zusammen mit dem Detektiv Tom Halloway daran, gegen den korrupten Polizeichef Peter Magnus vorzugehen.

Fred Van Lente machte es sich nicht leicht, als er die X-Men komplett ihren Fähigkeiten beraubte und sie stattdessen als kriminelle Jugendliche darstellte. Der Wiedererkennungswert zu den Originalfiguren ist zwar da, allerdings fehlt es den Noir-Versionen sehr an Profil und Hintergrund. In der sehr begrenzten Länge dieses Vierteilers schafft Van Lente es leider nicht, das Szenario behutsam aufzubauen und versucht stattdessen viel zu viele Charaktere, teils neu, teils bekannt, einzuführen. Entstanden ist daraus eine verwirrend hektische Story, die sich in einem genau so konfusen Ende verstrickt.

Schade, dass hier so viel Potential verschenkt wurde, denn alles andere an dem Buch ist perfekt gelungen. Das Artwork von Dennis Calero ist wunderbar stimmungsvoll und der nach jedem Kapitel eingefügte Fortsetzungsroman im Stil alter Pulp-Magazine ist wirklich großartig als augenzwinkernde Zukunftsvision um Mutanten und Übermenschen gelungen. Wenn nur die Story des Comics selbst ausgereifter wäre….

Rating: ★★★★★★☆☆☆☆ 

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Kommentare

1

Interessting. Habe ich noch nie was von gehört. Aber ich muss auch ehrlich sagen, dass ich merh auf DC stehe.

geschrieben von kamil
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2

Ich hatte Spider-Man Noir zufällig mal im Buchladen liegen gesehen und das Cover lockte mich an. Hab die Bücher dann später bei Amazon auf meinen Wunschzettel gepackt und sie wurden mir letztens dann überraschend von einem Gutschein-Blog gesponsort.

Ich mag ja beide, Marvel und DC. Allerdings hat Marvel meiner Meinung nach mehr interessante Charaktere zu bieten. Zudem kann ich mit DC’s Aushängeschild Superman ja so rein gar nix anfangen.

geschrieben von beetFreeQ
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3

DC´s Aushängeschicld ist ja wohl auch Batman!

geschrieben von kamil
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4

@kamil: Mittlerweile ja. In den 80ern war Superman aber doch noch bekannter, glaube ich. Zumindest meine ich mich aus meiner Kindheit dran zu erinnern. Da war ich aber auch schon eher Marvel-Fan. Der Silver Surfer hatte es mir damals angetan! 😉

geschrieben von beetFreeQ
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