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Remembering The 90s
1995

In dieser Reihe möchte ich mal ein wenig mit dem schlechten Ruf der 90er aufräumen. Dabei geht’s mir in erster Linie um die Musik und Filme der einzelnen Jahre, die ich in den Beiträgen genauer beleuchten will. Kommen wir damit nun also zum Jahr…

1995

Es war ein bewegtes Jahr. Viele Anschläge erschütterten die Welt, dazu kam das Massaker von Srebrenica, in dem im Bosnienkrieg tausende Bosniaken umgebracht wurden. Da wirken Dinge wie die Verhüllung des Reichstags durch den Künstler Christo oder die Entwicklung des Vorläufers von Google namens Backrub nebensächlich. Immerhin kann das Jahr musikalisch und filmisch in guter Erinnerung bleiben!

Musik

  • Squirrel Nut Zippers – La Grippe
    Hierzulande ja eher unbekannt, schwammen die Squirrel Nut Zippers gut im Swing-Revival der 90er mit, hoben sich aber durch ihre ganz eigene Art vom Rest ab. Ihr witzig-verschrobener Stil ist weit zeitloser als die Musik der meisten Neo-Swing-Bands.
  • Björk – Isobel
    Mit ihrem Solo-Debut hatte sich Björk bereits mit ihrer ungewöhnlichen Art einen Kultstatus ersungen, den sie mit dem zweiten Album “Post” noch ausbauen konnte, obwohl es teils große Stilwechsel hatte, die ihr Markenzeichen werden sollten.
  • Tricky – Ponderosa
    Nicht ganz unschuldig für den Erfolg Björks war ihr damaliger Lebenspartner Tricky, der 1995 mit seinem eigenen Debut eins der einflussreichsten Alben der elektronischen Musik der 90er ablieferte. Vor allem die Zusammenarbeit mit Martina Topley-Bird machte die Songs so großartig.
  • The Chemical Brothers – Leave Home
    Ein weiteres Debut und gleichzeitig Meilenstein war “Exit Planet Dust” der Chemical Brothers. Mit ihrer Musik begründeten Sie fast im Alleingang den Big Beat, schafften aber fast als einzige des Genres, bis heute innovative Musik zu machen.
  • Nick Cave & The Bad Seeds feat. Kylie Minogue – Where The Wild Roses Grow
    Nick Cave kann 1995 als das Jahr seines größten Hits verbuchen. “Where The Wild Roses Grow” wurde nicht nur dank Gesangspartnerin Kylie Minogue zu einem internationalen Megahit.
  • Radiohead – My Iron Lung
    Radiohead wagten mit ihrem zweiten Album bereits einen kleinen Schritt weg von dem eher langweiligen Rock des Debuts und schufen einige Klassiker. Der eigentliche Umbruch sollte aber noch zwei Jahre auf sich warten lassen.
  • The Smashing Pumpkins – Bullet With Butterfly Wings
    Das Doppelalbum “Mellon Collie and the Infinite Sadness” gilt als das vielseitigste und auch eins der erfolgreichsten der Smashing Pumpkins. Billy Corghan sah das Konzeptalbum großspurig als “The Wall” der 90er, wurde aber auch mit diversen Preisen und auch 7 Grammynominierungen belohnt.
  • Supergrass – Caught By The Fuzz
    Das Debut der britischen Indie-Rocker von Supergrass erschien auf dem Höhepunkt der Britpop-Welle und erreichte zumindest in Großbritannien starke Chartplatzierungen. In Deutschland sollte die Band nie völlig durchstarten, konnte aber dennoch eine Fangemeinde aufbauen.
  • Primus – Wynona’s Big Brown Beaver
    Auch Primus konnten 1995 ihren bisher erfolgreichsten Song feiern. “Wynona’s Big Brown Beaver” konnte sich gut in den US-Charts platzieren, was sicher auch an der Falschannahme lag, die Band besinge hier die Sexualorgane der Schauspielerin Winona Ryder…
  • The Dandy Warhols – Ride
    Ein weiteres Debut erblickte mit “Dandys Rule, OK?” der Dandy Warhols das Tageslicht. Während ihre Hits wie “Bohemian Like You” erst später erschienen, konnte das Debut vor allem durch geniale psychedelische Songs glänzen.
  • The Apples In Stereo – Glowworm
    Wo wir schon bei Debuts sind: Die Apples In Stereo veröffentlichten ihres namens “Fun Trick Noisemaker” ebenfalls 1995 und konnten damit tolle Krtiken sowie eine ordentliche Fanbasis aufbauen.
  • Mr. Bungle – Ma Meeshka Mow Skwoz
    “Disco Volante” war das zweite Album der Avantgarde-Rocker von Mr. Bungle und lies die aberwitzige Experimentierfreude der Band in ungeahnte Höhen aufsteigen, wie “Ma Meeshka Mow Skwoz” eindrucksvoll beweist!

Film

http://www.youtube.com/view_play_list?p=DB4B6B2D7CBBDED5

  • Dead Man
    Jim Jarmusch’s grandioser Anti-Western mit Johnny Depp in der Hauptrolle war mit einer Million Dollar Umsatz (bei 9 Mio. Kosten) zwar nicht gerade der Blockbuster an den Kinokassen, konnte aber beim Indie-Publikum punkten und ist einer seiner beliebtesten Filme.
  • Kids
    Das Drama Kids galt Mitte der 90er als harter Tobak. Jugendliche New Yorker, die offen Sex, Kriminalität und Drogen auslebten, war ein noch ein absolutes Tabuthema. Gerade das macht den Film aber so wichtig. Er öffnet die Augen für eine Realität, die viele Eltern nie sehen wollten.
  • La cité des enfants perdus (Die Stadt der verlorenen Kinder)
    Jean-Pierre Jeunet hatte nach dem Erfolg mit Delicatessen die Möglichkeit, ein erwachsenes Märchen zu drehen, das sowohl visuell als auch akustisch als absoluter Geniestreich gilt. Natürlich steht auch die seltsame, aber tolle Story dem in nichts nach!
  • Se7en (Sieben)
    Nachdem David Fincher mit “Alien 3” sein eher missglücktes Regiedebut gab, hatte er glücklicherweise mit seinem zweiten Film “Se7en” die Möglichkeit, sein wahres Können unter Beweis zu stellen. Der intelligente Thriller um einen Serienkiller gilt als absoluter Klassiker des Genres. Erwähnenswert ist auch, dass mit Darius Khondji der selbe Kameramann für den genialen visuellen Stil verantwortlich ist, der auch an “Die Stadt der verlorenen Kinder” arbeitete.
  • 12 Monkeys
    Man mag denken, dass 1995 fast nur düstere Filme erschienen, wenn man sich meine Liste hier so anschaut. Auch Terry Gilliam schuf mit “12 Monkeys” ein dystopisches Meisterwerk, in dem Brad Pitt und Bruce Willis ihr Können abseits ihrer üblichen Genres beweisen konnten.
  • Underground
    Zu guter letzt wird immerhin noch eine ebenfalls recht düstere Story als Groteske verpackt. Emir Kusturica’s “Unterground” ist eine ausladende Komödie um im Untergrund lebende Waffenhersteller, die auch Jahre nach dem zweiten Weltkrieg noch im Glauben gehalten werden, der Krieg sei noch im Gange. In der 160min-Fassung kann der Film schon überzeugen, es gibt aber auch einen von Arte gezeogten in mehrere Teile getrennten Director’s Cut von 320 Minuten, den ich leider noch nicht kenne.
Kein Wind bewegt die Stille,
die Luft ist regungslos,
als wenn die Welt an diesem Ort in ihrem Atmen innehält

Kante

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