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Projekt Hörsturz – Rezension Runde 27

Mit 19 Songs ist die 27. Runde im Projekt Hörsturz so vollgepackt, wie seit Einführung der Bonussongs noch nie. Schönerweise finden sich dennoch so einige, die alle Songs anhören und bewerten. Ein Zeichen, dass das Projekt viel Spaß bringt. Ich meine, wer entdeckt nicht gern neue Musik?

Genug der Vorrede! Wollen wir mal sehen, was die Songs dieser Runde denn für mich zu bieten haben!

Pflichtsongs

Five Iron Frenzy – Every New Day

(von Steve)
Ska ist ja an sich nix verkehrtes, kann aber auch schnell auf die Nerven gehen. Musikalisch sind Five Iron Frenzy zu mainstreamiges Mittelmaß, der extrem religiöse Text geht mir zudem ziemlich auf den Senkel und will sich in meinen Augen auch so gar nicht mit dem Genre vereinbaren. So wird das leider nix, zumal die Band hier auch nicht in Fahrt kommt und für Ska viel zu schnarchig bleibt!

Rating: ★☆☆☆☆ 

Die Lustigen Jungs – Am 30. Mai ist der Weltuntergang

(von Onkelosi)
Au weia! Mit so Volksmusik stehe ich ja auf Kriegsfuß! Da kann auch der bemüht witzige Text oder das Alter nix dran ändern. Das ist glaube ich der erste Song im Projekt Hörsturz, den ich nicht zu Ende hören werde! Sorry, aber das geht echt nicht!

Rating: ☆☆☆☆☆ 

Tocotronic – Bitte oszillieren Sie

(von endgueltig)
Dass ich Tocotronic für heillos überbewertet halte, hab ich ja an sich schon des öfteren gesagt. Dieser Song kann leider auch nix dran ändern. Musikalisch nix wirklich besonderes, textlich bemüht intellektuell, wie immer halt. Mag sicher schick philosophisch sein, ist aber so gar nicht meine Wellenlänge.

Rating: ★★☆☆☆ 

The Helio Sequence – Converter

(von Kristin)
Ah, ich hab schon fast mit den Pflichtsongs abgeschlossen, da kommt The Helio Sequence um die Ecke. Schön chillige Musik ist das, die da meine Ohren umspült. Zwar nicht weltbewegend, aber definitiv eine entspannt gute Laune verbreitend. So mag ich das. Die Band werd ich mir auf alle Fälle merken!

Rating: ★★★★☆ 

Spindrift – The Legend of Gods Gun

(von Tenza)
Das macht auch sofort Laune. Ich fühle mich sofort in einen Film versetzt, den Sergio Leone und Quentin Tarantino zusammen produziert haben könnten. Psychedelische Gitarrensoli paaren sich mit einem Westernchor, eine trockene Stimme leitet in die Story ein, die ich umgehend weiter hören will. Eine Band, die ich definitiv im Auge behalten werde!

Rating: ★★★★½ 

Das gibt im Schnitt 2,3 Punkte und damit meine mit Abstand am niedrigsten bewertete Runde. Was ein Glück, das die letzten beiden Songs noch so viel retten konnten. Hoffen wir mal, dass die Bonussongs durchschnittlich etwas netter ausfallen!

Bonussongs

Ana Johnsson – Coz I Can

(von Sir Donnerbold)
Igitt – ist die aus Twilight ausgebrochen? Das ist ja genau die Musik, die ich in dem Film als Soundtrack erwarten würde, und nicht die tollen Indie-Bands, die man irgendwie für die Filme gewinnen konnte. Ne, sorry, das geht gar nicht!

Rating: ☆☆☆☆☆ 

Brand New – I Will Play my Game Beneath the Spin Light

(von David)
Hmm, so wirklich viel will mir zu diesem Stück nicht einfallen. Auf der einen Seite klingt alles ganz nett, auf der anderen Seite plätschert’s aber wieder vor sich hin. Eindeutig zu wenig Ecken und Kanten!

Rating: ★★½☆☆ 

D.O.A. – That’s Why I’m an Atheist

(von cimddwc)
Mit purem Punk konnte ich mich nie großartig anfreunden, denn dazu ist mir die Musik zu monoton. Natürlich gibt es Ausnahmen in Form von Bands, die ich dennoch liebe, aber D.O.A. gehören nicht dazu.

Rating: ★★☆☆☆ 

Die Antwoord – Enter The Ninja

(von Khitos)
Mag ja sein, dass das Satire sein soll, aber da ich von Afrikaans zu wenig verstehe und die englischen Teile des Texts mir auch nicht zusagen, muss mich die Musik schon umhauen – und das tut sie höchstens in negativer Hinsicht…

Rating: ½☆☆☆☆ 

Faun – Egil Saga

(von Robert)
Faun – das klingt nach Fantasy und Mystik und so klingt auch die Musik, allerdings in einem leider ziemlich schnarchigen elektronischen Gewand. Liegt mir nicht so wirklich!

Rating: ★☆☆☆☆ 

Hazel O’Connor – Will You

(von Postpunk)
Ich hab ja keine generelle Aversion gegen Blasinstrumente, aber eins kann ich dann doch nur ganz selten ausstehen: das Saxophon! In diesem Song klingt es aber so penetrant grausam, dass sich mir die Fußnägel kräuseln. Ein Glück, dass der Rest des Songs auch nicht so dolle ist.

Rating: ★☆☆☆☆ 

Little Boots – Catch 22

(von Konzertheld)
Ein Elektro-Pop-Sternchen, das mangels TV/Radio-Konsum an mir vorbeigegangen ist. So wirklich verpasst habe ich aber auch nicht. Ist mir alles zu gefällig und glatt gebügelt.

Rating: ★½☆☆☆ 

Múm – Sing Along

(von beetFreeQ)
Ein Lichtblick! Da muss schon mein eigener Vorschlag kommen, um diese Runde für mich zu retten. Verschrobener Indie-Pop, der leicht verstörend wirkt, aber dann doch gute Laune verbreitet. So muss das klingen!

Rating: ★★★★★ 

Obituary – Slowly we root

(von Fini)
Düsteres Geschrammel und Gebrülle. Wer’s braucht…

Rating: ½☆☆☆☆ 

Regina Spektor – Us

(von kasumi)
Regina Spektor mag ich ja sehr gern. Zwar gehört “Us” nicht unbedingt zu meinen liebsten Songs von ihr, ist aber trotzdem immer noch ein gutes Stück Musik!

Rating: ★★★★☆ 

Steven Wilson – Harmony Korine

(von Stefan)
Der Solo-Ausflug des Porcupine-Tree-Masterminds liegt bei mir seit einiger Zeit nach 2-3 Mal hören etwas traurig in der Ecke. So ganz will die Begeisterung, die seine Band oft in mir auslöst, leider nicht aufkommen. Schlecht ist die Musik aber sicher nicht.

Rating: ★★★½☆ 

The Rifles – She’s Got Standards (live)

(von Paula)
Die Rifles hab ich glaub ich schon mal so nebenbei gehört. Hängengeblieben sind sie allerdings nicht. Daran wird dieser Song auch nichts ändern. Indie-Rock von der Stange, der nebenbei mal ganz ok ist!

Rating: ★★★☆☆ 

To My Boy – Fear of Fragility

(von JuliaL49)
Die Band hab ich ja überraschenderweise das erste Mal im Radio gehört – und zwar einem österreichischen Mainstream-Sender während eines Kundentermins in der Steiermark. Dort konnte die Band für mich zwar mit ungekannter Qualität unter dem Rest der gespielten Musik glänzen, im Umfeld der sonst von mir gehörten Musik würden die Jungs aber etwas untergehen. Wie auch die Rifles für nebenbei mal ganz nett!

Rating: ★★★☆☆ 

Tocotronic – Ich Verabscheue Euch Wegen Eurer Kleinkunst Zutiefst

(von Dr. Borstel)
Musikalisch noch simpler als der vorhin schon gehörte Titel der Band, kann dieser kurze Song zumindest durch ein paar Fiepser als Solo aufwarten. Ansonsten ist nach den 81 Sekunden Musik nix hängen geblieben und ich verspüre auch kein Verlangen, es erneut zu hören.

Rating: ★★☆☆☆ 

Au weia. Die Bonussongs ziehen den Gesamtschnitt der Runde für mich noch mal weiter auf 2,16 runter. Naja, trotz viel Ausschuss sind ja dennoch zwei Bands dabei, die ich genauer unter die Lupe nehmen werde. Da sind schon Runden mit weit höherer Punktzahl schlechter bei mir weggekommen!

Mein Vorschlag für Runde 28

Da ich derzeit sehr viel für Progressive Rock übrig habe und ich The Mars Volta auf diesem Blog noch viel zu selten erwähnt habe, gibt es diesmal das leicht ausufernde, aber extrem geniale “L’Via L’Viaquez” auf die Ohren. Für die einen ein Fest, für die anderen vermutlich mit 12:22 Minuten eine Qual. Aber sei’s drum, zumal die tollsten Momente in der auf ein Drittel zusammengekürzten Radiofassung natürlich fehlen!

Kommentare

1

“Dass ich Tocotronic für heillos überbewertet halte, hab ich ja an sich schon des öfteren gesagt. Dieser Song kann leider auch nix dran ändern. Musikalisch nix wirklich besonderes, textlich bemüht intellektuell, wie immer halt”

Genau das macht Tocotronic in meinen Augen aus. Sie machen “nur” Musik mit Text, aber die machen sie ehrlich und offen. Einfach das komplette Gegenteil zu dem, was uns die von Computern durchsiebte Chartszene heutzutage vorlegt (wo jeder Ton astrein stimmt und stundenlang geschliffen wird). Das bemüht Intellektuelle finde ich jedoch unpassend, auch wenn ich weiß, was du damit meinst. Aber ich habe nie das Gefühl, dass das wirklich krampfhaft oder bemüht geschieht, es ist viel mehr “einfach nur so”.

geschrieben von Moritz
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2

Meine Güte, du teilst ja ganz schön aus 😀 Hab mich bei einigen Rezensenten schon gefragt, ob die das eigentlich können, aber zumindest bei dir bleiben da keine Zweifel. Menno, Little Boots steckt ganz schön ein… hätte vielleicht doch einen ihrer bekannteren Songs wählen sollen. Naja. Ist ja nicht das Ziel, hier Songs einzuwerfen die überall gut abschneiden 🙂

geschrieben von Konzertheld
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3

Ich schließe mich Moritz mal an und möchte noch ergänzen, dass sich Tocotronic stilistisch im Laufe der Jahre schon unglaublich weiterentwickelt haben, auch wenn das von Kritikern immer gerne unter den Tisch gekehrt wird. Aber das nur am Rande; neue Runde, neues Glück!

(Wenigstens der letzte Platz wird diesmal ziemlich zementiert sein. 😉 )

geschrieben von Dr. Borstel
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4

@Moritz: Über Geschmack lässt sich halt einfach nicht streiten. Wo die einen Musiker, die viel zu sagen haben und ganz pure, simple, handgemachte Musik lieben, kann ich mit sowas z.B. oft nichts anfangen, eben weil mir in der Musik das Besondere fehlt.

“Bemüht” ist vielleicht auch etwas falsch ausgedrückt. Kann schon sein, dass die Band das aus dem Bauch raus so schreibt, aber ich mag diese intellektuelle Art einfach nicht. Sie wirkt auf mich oft arrogant. Das liegt nicht an der Band, macht’s ihr aber so natürlich auch nicht leichter bei mir.

@Konzertheld: Ach, muss man nicht so ernst nehmen – und ich nehme mir auch nicht heraus zu sagen, ich könne da gut von schlecht unterscheiden – dazu ist das einfach zu sehr Geschmackssache. Und Little Boots liegt mir einfach nicht wirklich. Dazu kommt, dass ich diese Runde sowieso überraschend streng war, was ja auch nicht unbedingt die Regel ist, aber durch die ersten Songs schon fast vorprogrammiert wurde. 😉

@Dr. Borstel: Sehr viel beschäftigt habe ich mich mit der Band nie, einfach weil mir kein Song, den ich von ihnen bisher hörte, egal aus welcher Schaffensperiode, wirklich zugesagt hat.

(Ja, da ist wohl nichts mehr dran zu rütteln 😉 – sieht sogar nach einem sicheren Einstieg in die Bottom-10 aus!)

geschrieben von beetFreeQ
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5

@beetFreeQ: Das mit der Arroganz finde ich interessant. Früher isses mir so nämlich beim Hören vno Kettcar gegangen, die konnte ich deshalb am Anfang nicht ausstehen. Aber irgendwie hat ihre Musik für mich die Arroganz verloren und heute finde ich sie super.

geschrieben von Moritz
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6

Zu Tocotronic kann ich nur sagen: Der Text scheint bei dieser Band manchmal wichtiger als die Musik. Und was bedeutet es eigentlich, ehrlich zu sein bei Musik? Sind Musiker, die ihre Songs ausfeilen nicht ehrlich? Oder meint ihr, die überspielen damit (im Studio) ihr “Nicht-Können”? Ich denke, das kann man vielleicht bei Mainstream-Pop so behaupten, aber die Bands, die ich Tocotronic vorziehe, die sind auch live in der Lage geniale Musik zu machen!
Mir ist auch aufgefallen, dass Tocotronic auch mal bessere Songs dazwischen hatte, aber ich glaube, wenn einem die Texte nix sagen, dann wird man auch mit der “ehrlichsten” Musik nicht warm.

Ich meine, es ist nicht so, dass ich die Texte nicht verstehe, aber sie passen meiner Meinung nach nicht zur Musik. Z.B. bei “Bitte oszillieren Sie” – da meint der mit dem Oszillieren ja wohl Schwingungen. Ich soll mich also in Schwingungen versetzen, mich also bewegen. Aber die Musik ist so eintönig, da ist mir einfach nicht danach mich zu bewegen!
Soll das postmodern sein? Zusammenspiel von Gegensätzen? Mhmm… damit kann man auch übertreiben! Da ist mir einfach zuviel Denken dabei und zu wenig Fühlen!

Aber das ist schätzungsweise wie bei der Kunst. Der eine braucht bunte psychedelische Bilder und der andere bekommt mit einer einfachen Tuschezeichnung von Grashalmen seinen Hype. Tocotronic sind bei mir die Tuschezeichnung, von der ich denke, dass ich die unter Umständen auch hinbekommen kann. Andere Bands/Künstler sind da so komplex, dass ich einfach Hochachtung haben muss, denn ich (allein) wäre nie in der Lage etwas Ähnliches zu produzieren.

geschrieben von Beam
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7

@Moritz: Mit Kettcar hab ich ganz ähnliche Probleme. Geht mir aber mit den meisten Bands der Hamburger Schule so. Nur Olli Schulz und Kante mag ich sehr, die anderen konnten mich bisher nicht wirklich überzeugen!

geschrieben von beetFreeQ
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