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Filmkritik
Son Of Rambow

Skills. Skills on toast.

Der Junge Will Proudfoot wächst in den 80ern in einer streng gläubigen Sekte auf, die strikt Medien wie Fernsehen und Radio untersagt. Als er durch den Schulrüpel Lee Carter eine im Kino abgefilmte Fassung von Rambo zu sehen bekommt, geht seine Fantasie mit ihm durch. Er erklärt sich bereit, für Lee den Hauptdarsteller in seiner eigenen Fassung von Rambo zu spielen.

Mit dem “Hitchhiker’s Guide To The Galaxy” hatte Garth Jennings ein schweres Los als Regiedebut gezogen und tat sich schwer, die Fans des Kultromans auf seine Seite zu bringen. Glücklicherweise buk er mit dem längst vorher geplanten “Son Of Rambow” (deutscher Titel “Der Sohn von Rambow”) kleinere Brötchen. Der Film ist eine wunderbar kleine Komödie über Kindheit, Freundschaft und Fantasie, in der Jennings sich nicht nur als Regisseur sondern auch begabter Drehbuchautor beweist.

Begabt trifft auch auf die jungen Darsteller Bill Milner (Will) und Will Poulter (Lee) zu, die den Film mit viel Leben füllen und die Kindheitsfantasien von Jennings, auf denen der Streifen basiert, mit sichtlich viel Spaß umsetzen. Zusammen mit anderen Kinderdarstellern und Jessica Hynes (“Spaced”) als streng gläubige Mutter kann der Cast vollkommen überzeugen. Auch das Setting wurde detailreich umgesetzt und dürfte mit seinen vielen Referenzen und Songs der frühen 80er sicher viele Kinder dieser Zeit in Erinnerungen schwelgen lassen.

Die wahre Besonderheit des Films ist aber die Art, wie Will seine fantasievollen Geschichten und Ideen, die er in Ermangelung von Fernsehen erdachte und in Zeichnungen und Daumenkinos festhielt, und den plötzlichen Einfluss der für ihn völlig fremden Popkultur in Form von Rambo zu einem aberwitzigen Abenteuer verbindet. Wird seine Imagination noch durch die auflebenden Zeichnungen dargestellt, nimmt später alles mehr und mehr Form an, als die Jungs diese Fantasien in ihrem Film umzusetzen versuchen und selbst einen fliegenden Hund beschaffen können.

“Son Of Rambow” ist sicher kein weltbewegendes Werk, aber doch weit mehr als eine Komödie von der Stange, wie sie Hollywood ständig abliefert. Der verschrobene britische Charme blitzt hier an allen Ecken hervor und macht den Film dadurch um so sympathischer! Diesen Streifen kann man als Erwachsener und auch als Kind genießen, ohne mit den all zu süßlichen Perfekte-Welt-Szenarien anderer Vertreter des Genres leben zu müssen.

Rating: ★★★★★★★★½☆ 

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Kommentare

1

Oh. Ich habe den Film vor über einem Jahr mal in der Sneak Preview gesehen. (Da geht man rein und weiß nicht, welchen FIlm man sieht. Meistens aber neue, die noch nicht offiziell in DE angelaufen sind – falls einer Sneak Preview nicht kennt, nur mal am Rande). Ich fand den Film total süß. ^^ Ich dachte beim Titel erst, dass ich gleich das Kino verlassen müsste, aber dann fesselte der Film mich auf eine eigenartige Weise. ^^

geschrieben von Kerstin
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2

@Kerstin: Ja, der Name schreckt erst mal ab, erst recht, wenn man wie ich mit Rambo mal gar nix anfangen kann. Aber was sich dahinter verbirgt, ist echt ein toller Film für jeden Geschmack, finde ich!

geschrieben von beetFreeQ
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Trackbacks/Pingbacks

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[…] einlesen und hier eine Liste der schon geratenen Filme durchstöbern! Julia erinnert sich an meine Kritik zu “Son of Rambow” und errät damit die tolle britische Coming-Of-Age-Story! Folgende […]

gesendet von Filmrätselstöckchen #1389 – freeQnet
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