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Projekt Hörsturz – Rezension Runde 25

In dieser ja sowieso schon sehr musik- und hörsturzlastigen Woche muss natürlich auch meine Rezensions-Runde im Projekt Hörsturz sein! Die aktuelle 25. Runde steht als Jubiläumsausgabe unter dem Motto “Coverversionen”. Wie bei so einem Thema zu erwarten, sind so einige bekannte Songs in teils wirklich abwegigen Versionen zu hören. Einige andere Songs sind mir dagegen sowohl im Original als auch im Cover unbekannt. Wollen wir mal sehen, wie sich die einzelnen Stücke so schlagen!

Pflichtsongs

Marina And The Diamonds – Starstrukk

(von Gamlor – (3OH!3))
Marina scheint ja derzeit ziemlich in zu sein. Ich hab zwar keinen ihrer in den Verkaufscharts auftauchenden Songs je gehört, kann mir nun ja aber über diese Coverversion ein Bild machen. Die Stimme kann mir schon mal sehr gut gefallen, der Song selbst ist aber ein wenig langweilig. So wirklich im Ohr hängen bleiben will er nicht, allerdings hört man schon gern zu. Wenn man sich aber das mir vorher unbekannte Original dazu anhört, ist es schon ein bemerkenswerter Unterschied und das Cover gefällt mir um einiges besser als der Elektrosound des Originals!

Rating: ★★★½☆ 

Nostalgia 77 – Seven Nation Army

(von beam – (The White Stripes))
Da mir als Fußballverweigerer zum Glück noch niemand diesen Klassiker von den White Stripes durch nerviges Gegröhle madig machen konnte, hat der Song ja eh schon mal einen Bonus weg. Und da ich ebenfalls selbst Coverversionen für andere Rezensenten unantastbarer Songs offen gegen überstehe, kann Nostalgia 77 mich mit diesem extrem souligen Sound auch voll überzeugen. Immerhin habe ich damals in meinem “Klassiker des Rock”-Beitrag die Version schon für mich entdeckt und die sonst eher elektronische Band gleich dazu! Es gibt übrigens auch noch ein weiteres spitzenmäßiges Cover des Songs von den Dynamics, das statt Soul und dem originalen Rock auf Dub setzt!

Rating: ★★★★★ 

Tori Amos – ’97 Bonnie & Clyde

(von beetFreeQ – (Eminem))
Wenn es eine Coverversion gibt, die unendlich viel besser als das Original ist, dann ist es diese. Tori Amos ist sowieso schon genial, wenn sie aber ein im ersten Moment so absurdes Cover intoniert, läuft mir ein wohliger Schauer den Rücken herunter. Während Eminem den Text schon genial böse verfasste, konnte seine Version ihn nicht im geringsten so transportieren, wie er es verdient hätte. Hier springt Tori ein. Da mir bisher auch noch kein besseres Cover irgend eines Songs untergekommen ist, dürften die 5 Punkte klar sein.

Rating: ★★★★★ 

Ellie Goulding – Sweet Disposition

(von DerGraf – (The Temper Trap))
Hmm, also ich mag ja manchmal gerade so zerbrechliche Stimmen, aber diese ist einfach mal langweilig. Der Rest des Songs kann da auch nicht viel gutmachen. Alles ist belanglos und dazu noch ein wenig zu süßlich, um mich irgendwie anzusprechen. Das Original gefällt mir übrigens einen Ticken besser, kann sich aber auch nicht wirklich zu einem Ohrwurm entwickeln.

Rating: ★★☆☆☆ 

Marilyn Manson – Sweet Dreams

(von WeGi – (Eurythmics))
Der größte Fan von Marylin Manson war ich ja noch nie. Das eine oder andere Stück mag ich ganz gern, zu mehr hat’s aber nie gereicht. Eurythmics mag ich dagegen aber irgendwie gar nicht. Natürlich ist mir das Original dennoch bekannt und hat einen an sich recht nervigen Status bei mir. Manson rettet das Stück aber einigermaßen und macht es für mich wieder ganz hörbar. Wenn man das Stück aber mal ein wenig mit all seinen anderen Covern und eigenen Songs vergleicht, klingt doch irgendwie alles ziemlich gleich…

Rating: ★★★☆☆ 

Durchschnittlich 3,7 Punkte weisen auf eine doch ziemlich gute Runde hin! Mal sehen, was der Rest des Feldes noch so zu bieten hat.

Bonussongs

Broilers – Zusammen

(von Tenza – (Slime))
Punk war nie mein liebstes Genre, Ska kann, muss aber nicht mein Fall sein. In diesem Fall bedeutet das einen zwar ganz gefälligen Beat, dazu aber eine nervig unmusikalische Stimme und ein Song, der nicht aus den Puschen kommt…

Rating: ★★☆☆☆ 

Chris Cornell – Billie Jean

(von David – (Michael Jackson))
Michael Jackson wird ja in meinen Augen viel zu selten gecovert. In seinen Songs steckt oft ein ziemlich gutes Songwriting, das es wert ist, mal in anderem Licht gezeigt zu werden. Chris Cornell macht seine Arbeit unter dem Gesichtspunkt ziemlich gut. Die Stimme ist ja eh gut und auch den Song kann er, auf seine Essenz heruntergebrochen toll als melancholisch-rauhe Ballade rüberbringen.

Rating: ★★★★½ 

Everclear – Brown Eyed Girl

(von Steve – (Van Morrison))
Igitt – Aus einem Van-Morrison-Klassiker wird hier übelster Boyband-Schmalz-Rock für Arme gemacht. Kann ich nicht länger als ein paar Sekunden ertragen! Next!

Rating: ☆☆☆☆☆ 

Golden Skans – Kaiser Chiefs

(von JuliaL49 – (Klaxons))
Meine anfängliche Klaxons-Euphorie von 2008 ist längst abgeklungen und die Kaiser Chiefs haben nach ihren ganz schicken Debut auch nur noch Müll veröffentlicht, aber dieses Cover kommt gar nicht mal so schlecht rüber, kann dem Original aber auch nix wirklich nennenswertes hinzufügen.

Rating: ★★★½☆ 

Johnny Cash – Hurt

(von kasumi – (Nine Inch Nails))
Für viele ist dieser Song ja das Cover schlechthin und ein großer Teil der Jugend da draußen weiß nicht mal, dass es ein Cover ist. Zugegeben, der Song klingt wie ihm auf den Leib geschrieben und ist eine wirklich tolle Version, aber dennoch kann er dem Original längst nicht das Wasser reichen, da ihm die Dreckigkeit, die das Stück so ausdrückt, musikalisch leider abgeht!

Rating: ★★★★☆ 

Placebo – Where Is My Mind

(von endgueltig – (Pixies))
Placebo haben in den letzten Jahren zwar merklich nachgelassen, sind aber dennoch eine wirklich große Band, die einige ansolute Klassiker auf dem Gewissen hat. So eine Band kann sich natürlich locker an einen weiteren Kultklassiker heranwagen, der “Where Is My Mind” der Pixies ganz klar ist. Zusammen mit Frank Black mag man an sich fast gar nicht von Cover sprechen, aber was soll’s!

Rating: ★★★★½ 

Queen – Jailhouse Rock

(von cimddwc – (Elvis Presley))
Andreas als Queen-Kenner ist natürlich der perfekte Kandidat, um obskure Coverversionen von Queen aufzutreiben. Dass die Rockgötter den Rock&Roll-King gecovert haben, war mir bisher auch nicht bekannt. Da ich nie der große Elvis-Fan war, muss der Song aber mit etwas niedrigerer Wertung leben, als ich Queen sonst generell so geben würde, denn sie können den Song nun mal auch nicht zu einem genialen Werk machen.

Rating: ★★★☆☆ 

The Killers – Romeo & Juliet

(von Dr. Borstel – (Dire Straits))
Die Killers sind ja genau wie die Kaiser Chiefs nach einem guten Debut unendlich abgestürzt und haben zudem für meinen Geschmack viel zu viel Schmalz und Peinlichkeit getankt. Das hört man auch in diesem süßlichen Cover, das mir so gar nicht gefallen will. Interessanterweise kann man dies nicht mal den Killers vorwerfen, denn er kopiert das Original ziemlich genau, ohne jedoch durch Rettung durch Mark Knopfler’s gute Stimme zu erfahren.

Rating: ★½☆☆☆ 

The Okra All-Stars – Purple Rain

(von Postpunk – (Prince))
Countrymusik kann ich ja generell schon mal gar nicht leiden. Da kann dann auch ein möglicherweise witzig gemeintes Cover eines Prince-Klassikers nichts retten. Im Gegenteil, denn das an sich hochkarätige Original ist selbst leider schon viel zu oft gehört worden und wird hier absolut lieblos durch die Country-Gemütlichkeit gezogen. Absolut nicht meins!

Rating: ☆☆☆☆☆ 

Ugly Kid Joe – Cats In The Cradle

(von Fini – (Harry Chapin))
Klassiker, der ein tolles Original würdig modernisierte und meine Jugend dauerbeschallte. Leidet aber nun doch etwas an der damaligen Dauerbeschallung und muss nen Punkt abgeben.

Rating: ★★★★☆ 

Wynonna – Burning Love

(von Sir Donnerbold – (Elvis Presley))
Och nö. Das Original ist schon ein nur okayer Country-Pop und dieses Cover macht’s mit seinem auf Charts gebürsteten und noch mehr countrifizierten Sound nur noch schlimmer. Nix für mich.

Rating: ★☆☆☆☆ 

Die Bonussongs drücken den so tollen Schnitt dank einiger Vollgurken leider auf 2,906 runter. Dennoch eine spaßige Runde, die so einige interessante Aha-Erlebnisse bot!

Mein Song für Runde 26

Gerade erst gestern bin ich über die Genialität von Jamie Lidell gestolpert. Sein experimenteller soulig-bluesiger Sound ist absolut großartig und wäre an sich schon fast zu einem Song des Moments verwurstet worden, wenn mir nicht gerade ein absolut genialer Vorschlag für’s Projekt Hörsturz gefehlt hätte! Also gibt’s für die kommende Runde von mir Jamie Lidell mit “The Ring”. Eine Album-Rezi folgt sicher die Tage auch noch.

Kommentare

1

So obskur sind die Queen-Cover nicht – sie hatten von Beginn an ein Rock’n’Roll-Medley im Programm. Du kannst ja mal in diese hier von Wembley ’86 reinhören:

http://www.youtube.com/watch?v=Zkjf9fNwkSI
http://www.youtube.com/watch?v=tgq1ar__jYM
http://www.youtube.com/watch?v=SqAZWf15bxQ

geschrieben von cimddwc
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2

@cimddwc: Das Konzert kenne ich sogar, hatte nur den Medley vergessen. Aber es ist ja oft bei Rockbands so, dass sie vor allem live die verschiedensten Cover zum Besten geben, die nie so wirklich den Weg auf CD finden.

geschrieben von beetFreeQ
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