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Filmkritik
Where The Wild Things Are

Happiness is not always the best way to be happy


Der kleine Max lebt mit seiner Schwester bei ihrer alleinerziehenden Mutter, wo er sich permanent missverstanden und ignoriert fühlt. Als die Situation ihm eines Tages zu viel wird, läuft er von zu Hause weg und findet ein Boot, mit dem er los segelt und eine Insel entdeckt, auf der einige wilde Wesen leben, die erst mißtrauisch sind, ihn dann aber sogar zum König machen.

Als der für die tollen, aber ziemlich ungewöhnlichen Filme “Being John Malkovich” und “Adation” bekannte Spike Jonze mit der Verfilmung des Kinderbuchklassikers von Maurice Sendak begann, war die Verwunderung groß, allerdings hatte er seine Fans, die das Potential sahen, hinter sich. Ganz ohne Probleme verliefen die Dreharbeiten nicht. Dem Filmstudio war das von Jonze entworfene Szenario zu düster, man zerstritt sich und es wurden viele Szenen geändert und nachgedreht. Dennoch ist der Film fertig geworden und die Fans konnten aufatmen. Spike Jonze hatte sich nicht davon abbringen lassen, seine Vision umzusetzen.

“Where The Wild Things Are” (deutscher Titel “Wo die wilden Kerle wohnen”) ist ein Film über die Kindheit, aber definitiv kein Kinderfilm, wie Jonze oft betonte. Die Bilder sind nicht durch eine rosarote Brille aufgenommen, die Charaktere haben mehr Ecken und Kanten, als man anhand des Buches vermuten würde. Max, wunderbar gespielt von Max Records, ist ein ungestümes Kind, das wie auch die wilden Kerle zu drastischen Mitteln greift, um sich Gehör zu verschaffen. Damit zeigt der Film aber viel mehr wie schwierig es manchmal ist, Kind zu sein, als all die gezuckerten Kinderfilme, die Hollywood so auf die Welt loslässt.

Wir haben es hier mit einem fantasievollen Werk voller Schönheit, aber auch verstörender Momente zu tun, das sowohl Freude als auch Ängste eines Kindes in die Erinnerung von uns Erwachsenen zurückholt, ohne einen mahnenden Finger vorzuhalten. Der Film regt zum Nachdenken an, darüber, wie man mit seinen Kindern umgeht und wie sie mit einem umgeht. Außerdem steckt er voller rauher Poesie und Kreativität, wie man sie wohl nur zu würdigen weiß, wenn man noch einen Teil seiner Kindheit in sich trägt.

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

Der Film auf DVD und Blu-ray bei Amazon

Kommentare

1

Määääh überbewertet… Ganz eindeutig!

geschrieben von Basti
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2

Das Buch habe ich als Kind geliebt, auch wenn ich es selbst nie hatte. Und den Film will ich mir unbedingt noch ansehen – schon der Trailer weckt Erinnerungen :)

geschrieben von Moritz
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3

Die Kritiken waren ja selten so gespalten – entweder mochten sie den Film überhaupt nicht oder gaben gleich 9-10 Punkte. Was mich, zugegeben, ziemlich neugierig macht, auch wenn der Film mich zuerst wenig interessiert hat.

geschrieben von Dr. Borstel
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4

@Basti: Ganz objektiv betrachtet vielleicht, aber subjektiv nach meinem Geschmack ist der Film die neun Punkte wert!

@Moritz: Ich kannte das Buch als Kind gar nicht und hab mich erst nach dem Bekanntwerden der Verfilmung damit befasst. Ich finde aber, es ist super umgesetzt worden!

@Dr. Borstel: So viele wirklich schlechte Kritiken hab ich bisher gar nicht gesehen. Interessiert hat mich der Film aber schon von Anfang an, ganz einfach weil Spike Jonze einer meiner Lieblingsregisseure ist!

geschrieben von beetFreeQ
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5

Ein sehr schöner Film. Meiner Tochter (10) hat er auch richtig gut gefallen. Die schlechten (Privat-)Kritiken, die ich gelesen habe, fanden den Film schlecht, weil er für Kinder angeblich Angst einflößend ist. Ich finde RTL II u.ä. Sender für Kinder ja viel schlimmer, als sich mal mit seiner eigenen Gefühlswelt auseinander zu setzen. Aber es gibt auch genügend, die Being John Malkovich und Adaptation nicht zu schätzen wissen 😉

geschrieben von ancore
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