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Musica Obscura Vol. 14 Wiener Melange

Mitte der 90er war der Boom der anspruchsvollen elektronischen Musik fernab vom Charts-Techno-Geballer auf seinem Höhepunkt angekommen. Während vor allem einige britische Städte Schmelztigel und Inspirationsquelle der Szene waren, konnte sich aber vor allem auch Wien als stilprägende Metropole behaupten. Kruder & Dorfmeister, ihr G-Stone-Label und viele weitere Künstler trugen den entspannten Kaffeehaus-Downtempo-Sound in die Welt und begründeten ein ganzes Genre.

Wo eben dieses G-Stone-Label gerade mit der Compilation “Sixteen F**king Years of G-Stone Recordings” seinen zugegebenermaßen ziemlich ungeraden Geburtstag feiert, habe ich mir das mal aus nostalgischen Gründen zum Anlass genommen, in meine Jugend zurückzugehen und auf dem Weg einige der österreichischen Klassiker des Downtempo zusammenzutragen, natürlich perfekt passend zu einer Faulenzsession in dem schwülen Wetter da draußen.

Bask – Nova Schuhu

Viel bekannt ist zu diesem Projekt nicht, abgesehen davon, dass es seine Wurzeln in Wien hatte und 1997 mit Nova Schuhu einen Clubhit landete, der mir seit damals im Ohr blieb.

Kruder & Dorfmeister – Shakatakadoodub

Das Duo, das damals Wien überhaupt erst zur Downbeat-Metropole machte und vermutlich auch heute noch die bekanntesten Vertreter des Genres. In all den Jahren haben sie es zwar auf Unmengen von Remixen und einige DJ-Mix-Sessions gebracht, aber kein einziges Album[1]. Die relativ wenigen Tracks aus ihrer Feder sind aber zusammen mit den Remixen absolute Klassiker der Szene.

Sofa Surfers – The Low Roider

Begonnen als Downtempo- und Trip-Hop-Projekt verwoben die vier Sofa Surfers immer mehr Einflüsse in ihren Musikmix und kamen zwischenzeitlich sogar mal mit einem waschechten Rock-Album um die Ecke.

Freedom Satellite – Running Fast

Jürgen Drimal and Gernot Ebenlechner sind schon seit 1997 als Freedom Satellite unterwegs und mischen in ihrem Sound verschiedenste Stile der Black Musik mit Wiener Gelassenheit.

Marsmobil – Call Me

Als gebürtiger Italiener mit derzeitigem Wohnsitz in München fällt Roberto Di Goia ein wenig aus der Rolle, allerdings gehört er zur Truppe des G-Stone-Labels und passt mit seinem Stil zwischen 60s-Pop, Jazz und Downtempo perfekt in diese kleine Runde.

Planet E – Move (Terranova Remix)

Auch Planet E ist eins dieser eher unbekannten Musik-Projekte, das einige respektable Clubhits vorzuweisen hat, ansonsten aber kaum Infos über sich Preis gibt. Die Musik kann sich – auch hier im Remix der deutschen Terranova – absolut hören lassen.

Peace Orchestra – Marakesh

wo Kruder und Dorfmeister als Duo kein Album aufnahmen, taten sie es gleich mehrfach in mehreren getrennten Projekten. Als Soloprojekt von Peter Kruder hat sich das Peace Orchestra organischen Sounds verschrieben, die ordentlich grooven, perfekt in jeden guten Soundtrack passen würden und denen man absolut nicht abnimmt, dass sie ohne viele Instrumente am heimischen Computer entstanden.

Showroom Recording Series – Connection

Kommen wir zum nächsten ziemlich obskuren Musikprojekt, zu dem sich so gar nix im Netz finden lässt. Nicht umsonst musste ich selbst diesen Track neben einigen anderen hier bei Grooveshark vom meiner alten “Viennatone”-Compilation hochladen. Missen möchte ich dieses chillige Kleinod aber nicht!

Voom Voom – Urwald Song

Wenn Peter Kruder der Sinn nach etwas schnellerer Elektronik ist, tut er sich kurzerhand mit dem deutschen Duo “Fauna Flash”, bestehend aus Christian Prommer und Roland Appel zusammen und nennt sich “Voom Voom”. Oft eher dem House verschrieben, haben die Jungs aber auch anderes im Angebot, wie der Urwald Song beweist.

Tosca – Chocolate Elvis

Richard Dorfmeister macht mit seinem mittlerweile fast genau so bekannten Projekt “Tosca” zusammen mit Alois Huber da weiter, wo er schon zusammen mit Peter Kruder begann. Oft haben ihre kauzigen Tracks ein bestimmtes Theme, auf dass sie sich beziehen. So trägt “High Noon” die Western-Atmosphäre ins Downtempo-Genre und “Chocolate Elvis” klingt, als hätten Tosca mit einer James-Brown-Version von Elvis fusioniert.

Urbs – So Weit

Paul Nawrata ist unter dem Pseudonym Urbs seit nunmehr 15 Jahren als österreichischer DJ mit Hip-Hop und Breakbeats unterwegs. Dass der Sound seiner eigenen Musik aber oft weit vom üblichen Hip-Hop-Klischee entfernt ist, beweist “So weit”.

Waldeck – Why Did We Fire The Gun?

Klaus Waldeck begann mit sechs Jahren Klavier zu spielen und hatte sein Herz von Anfang an fest mit der Musik verwurzelt, auch wenn er später erst mal Jura studierte. In London landete er aber endgültig in der Musikerszene und veröffentlichte zurück in Österreich unter Produktion von Kruder und Dorfmeister seine erste EP “Northern Lights”. Seitdem hat er sich einen großen Namen gemacht und kann mit seiner Mischung aus Downtempo, Jazz und Dub, oft unterstützt von der Wiener Sängerin Zeebee, mehr als überzeugen.

  1. 1994 erschien immerhin ihre einzige EP “G-Stoned”, die in Hommage an Simon & Garfunkel deren Plattencover zu “Bookends” nachahmte []
Engineering: where the noble, semi-​​skilled laborers execute the vision of those who think and dream. Hello, Oompa Loompas of science!

Sheldon Cooper (Big Bang Theory)

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