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Filmkritik Arsenic And Old Lace

For a gallon of elderberry wine, I take one teaspoon full of arsenic, then add half a teaspoon full of strychnine, and then just a pinch of cyanide.

Theaterkritiker Mortimer Brewster hat die offensichtlich liebenswürdigsten Tanten, die man sich nur vorstellen kann. Als er am Tag seiner Hochzeit allerdings eine Leiche in einer Truhe der alten Damen findet und diese fröhlich zugeben, den Mann neben einigen anderen umgebracht zu haben, steckt er in der Zwickmühle. Dass sein lang verschollener, krimineller, sadistischer Bruder Jonathan auch noch mit einer eigenen Leiche auftaucht, macht die Sache nicht gerade einfacher…

Schaut man sich meine DVD-Sammlung so an, stellt man ziemlich schnell fest, dass Filme, die älter als 20 Jahre sind, einen verschwindend geringen Anteil darunter ausmachen, ganz zu schweigen von 30 Jahren und mehr. Oft sind wirklich alte Filme dank ihrer nicht selten noch völlig anderen Art der Schauspielerei und befremdlicher Ausstattung ein schwieriges Unterfangen für mich. Das Genießen fällt schwer. Ganz anders aber Arsen und Spitzenhäubchen” von 1944, den ich mir in Erwartung einer schwarzen Komödie zulegte.

Frank Capra, Regiegenie im noch relativ jungen Kinomilieu, schuf einen Klassiker, der seiner Zeit weit voraus war. Einen derart schwarzen Humor hatte man damals nicht unbedingt auf dem Plan. Zudem überrascht der Streifen mit auch nach 66 Jahren noch angenehm wenig abgegriffenem Humor und viel Selbstironie. Ein wunderbares Beispiel ist die Szene, in der Mortimer Brewster (Cary Grant) Dr. Einstein (Peter Lorre) erklärt, dass Protagonisten in einem Film nicht intelligent sind, nie erwarten überfallen und gefesselt zu werden und ihrem Peiniger in die Hände spielen, während ihm exakt das passiert.

Natürlich kommt auch dieses Meisterwerk nicht ohne zeittypische Elemente aus, wie die doch leichte Unterordnung der Frau in Form von Elaine, die Not, über die Vermittlung zu telefonieren oder Jonathen Brewsters oft erwähnte Ähnlichkeit zum damaligen Filmstar Boris Karloff. Der Film nimmt diese Elemente aber mit viel Humor und würde in seinem Ganzen auch noch perfekt zu unserer heutigen Zeit funktionieren, was ihn vermutlich gerade für jüngere Generationen immer noch zu einem so wertvollen Film macht.

Das soll allerdings auf keinen Fall andeuten, ein Remake, wie sie in Hollywood gerade so angesagt sind, sei eine gute Idee. Im Gegenteil, der Film ist perfekt wie er ist und glücklicherweise flimmert das Schwarz-Weiß-Bild auch heute noch in absolut toller Qualität über den Schirm. Die deutsche Synchronisation ist wie so oft durchwachsen, aber ganz ordentlich. Ich empfehle dennoch den englischen Originalton, der hier wirklich leicht zu verstehen und frei von Dialekten ist.

Rating: ★★★★★★★★★½ 

http://www.youtube.com/watch?v=oy2bxDw9qG0


Der Film auf Amazon.de

Kommentare

1

erinnere mich dunkel daran den mal halb im tv gesehen zu haben – klingt als müsste ich das mal komplettieren 😉

geschrieben von tobi
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2

@tobi: Ja, das lohnt sich auf alle Fälle!

geschrieben von beetFreeQ
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