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Remembering The 90s
1994

In dieser Reihe möchte ich mal ein wenig mit dem schlechten Ruf der 90er aufräumen. Dabei geht’s mir in erster Linie um die Musik und Filme der einzelnen Jahre, die ich in den Beiträgen genauer beleuchten will. Kommen wir damit nun also zum Jahr…

1994

Weltpolitisch gesehen war 1994 verhältnismäßig ruhig. Auf negativer Seite ist 1994 das Jahr des Völkermords in Ruanda. Dagegen wird in Südafrika das Ende der Apartheid ausgerufen und Nelson Mandela wird erster schwarzer President des Landes. Es ist auch das Jahr, in dem Kurt Cobain sich mit einer Schrotflinte umbringt, während sich in den deutschen Charts mit Ace Of Base, Mo-Do, Rednex und DJ Bobo breit machen. Glücklicherweise gibt es aber musikalisch und filmisch auch so einiges, an das man sich gern zurückerinnert!

Musik

  • The Jon Spencer Blues Explosion – Bellbottoms
    Mit ihrem 94er Album “Orange” wandte sich die Blues Explosion langsam von ihren zu vertrackten, schwergängigen Songs ab zu einem bekömmlicheren Sound, der ihnen aber glücklicherweise nicht im Geringsten schadete. Mit Orange stellten sich auch einige Hits ein, u.a. “Flavor” mit Beck als Gastsänger und eben “Bellbottoms”.
  • Soundgarden – Black Hole Sun
    Obwohl Soundgarden schon drei Alben hinter sich hatte, sollte es erst die vierte Scheibe “Superunknown” zu dem verdienten Erfolg bringen. 1994 war das Jahr der Band und brachte mit “Black Hole Sun” und “Spoonman” zwei Singles in die Charts und zu Grammy-Ehren.
  • Weezer – Buddy Holly
    Weezer konnten hingegen direkt mit ihrem Debut durchstarten. Der garagige Punk-Sound der Band traf den Nerv der Zeit. Sogar Microsoft erkannte das und packte das Musikvideo zu “Buddy Holly” als Multimedia-Demonstrationsmaterial mit auf die Installations-CD von Windows 95!
  • The Offspring – Self Esteem
    Offspring waren schon einige Jahre äußerst erfolgreich im Geschäft, konnten aber mit “Smash” ihr bis Dato erfolgreichstes Album abliefern, der mehrere Hitsingles hervorbrachte.
  • Green Day – Basket Case
    Neben dem eben genannten “Smash” gehört auch Green Day’s “Dookie” zu den wohl wichtigsten Alben des Punk-Revivals der Mitt-90er. Zwar war der Sound der Bands weit poppiger als der rotzige Punk älterer Tage, dennoch konnte die Musik überzeugen und einen angenehmen Kontrast zum allgegenwärtigen Deppentechno der Charts liefern.
  • Beck – Loser
    1994 erschienen ganze drei Alben von Beck. Während er seine ersten beiden, eher als Demo aufgenommenen Scheiben nur schwerlich bei Labels unterbringen konnte, schaffte es “Mellow Gold” zum Major Geffen und machte den Song “Loser” über Nacht zur Hymne einer ganzen Generation.
  • Cake – Rock & Roll Lifestyle
    Auch Cake starteten in diesem Jahr ihre Karriere. Zwar wartete “Motorcade Of Generosity” noch nicht mit den großen Hits auf, gilt unter Fans aber als Klassiker der Band.
  • Tori Amos – Cornflake Girl
    Mit ihrem zweiten Album gelang auch Tori Amos der Durchbruch. “Cornflake Girl” war der große Hit der Pianistin, den sie bis heute nicht wiederholen konnte, aber dennoch stetig tolle Alben veröffentlichte.
  • Jeff Buckley – Grace
    Die tragische kurze Karriere Jeff Buckleys sollte 1994 ihren Anfang nehmen. Der Songwriter mit der atemberaubenden Stimme und den genialen Songs sollte mit “Grace” sein erstes und einziges Album zu Lebzeiten veröffentlichen.
  • Portishead – Glory Box
    “Dummy” ist vielleicht das wegweisendste Album der elektronischen Musik der 90er. Portishead schufen mit diesem Debut einen Sound, der später überall “Trip Hop” genannt werden und eine ganze Masse an Musikern beeinflussen sollte.
  • Massive Attack – Karmacoma
    Auch Massive Attack ist nicht ganz unschuldig an dem “Trip Hop”-Hype der 90er. War ihr Debut noch stark dem eigentlichen Hip Hop verwurzelt, wurde “Protection” zunehmend experimentell, ohne aber die Zugänglichkeit zu verlieren. Ebenfalls ein Klassiker!
  • The Prodigy – Voodoo People
    Auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs veröffentlichten The Prodigy ihr zweites Album “Music for the Jilted Generation” und wiesen den Weg zum Crossover zwischen Techno und Rock. “No Good”, “Posion” oder “Voodoo People” sind nur einige der Songs der Band, die seitdem die Tanzflächen beschallen sollten.
  • Nine Inch Nails – Closer
    1994 erschien “The Downward Spiral”, für viele der heilige Gral des Schaffenswerks Trent Reznors. Ich teile die Ansicht zwar nicht ganz, halte das Album aber auch für absolut hervorstechend und ein Lieferant unfehlbarer Hymnen wie eben “Closer” oder das später von “Johnny Cash” gecoverte “Hurt”.
  • Blur – Girls & Boys
    So langsam sollte es auch für den Erfolg von Blur soweit sein. Ihr drittes Album “Parklife” sahnte Traumnoten ab und verkaufte sich endlich auch entsprechend. Ihr größter Hit des Albums “Girls & Boys” entsprach allerdings noch gar nicht so dem Stil, mit dem sie in der Folge erst Recht Hits schufen.
  • Nick Cave And The Bad Seeds – Red Right Hand
    Mit ihrem mittlerweile achten Album schoben sich die Bad Seeds langsam aber sicher immer weiter in den Fokus der Musikfans. Hohe Chartsplatzierungen waren die Folge, sollten aber ihren Höhepunkt erst zwei Jahre später mit dem Nachfolger erreichen!
  • Beastie Boys – Sabotage
    Auf “Ill Communication” brachten die Beastie Boys ihre Roots und bisherigen stilistischen Wechsel perfekt unter einen Hut und landeten damit erneut auf den ersten Chartsplätzen. “Sabotage” sollte nicht zuletzt dank des genialen Videos von Spike Jonze zum Überhit des Albums werden.
  • Fettes Brot – Nordisch By Nature
    Zu guter letzt kommt auch noch deutschsprachige Musik zu Wort. 1994 markierte nämlich auch den Durchbruch der zweiten großen Hip-Hop-Band Deutschlands “Fettes Brot”. Ihr Debut “Auf einem Auge blöd” wurde dank der nordischen Hymne “Nordisch By Nature” zum Kassenschlager.

Film

http://www.youtube.com/view_play_list?p=7621A1B70DACAA61

  • Beverly Hills Cop 3
    Da können die Kritiker noch so viel über den Film lästern, für mich gehört auch der dritte Teil von Beverly Hills Cop unumstößlich zu meiner Jugend. Damals war Eddie Murphy einfach der Größte und die drei Actionkomödien um Axel Foley der Inbegriff des Popcorn-Kinos der 80er und frühen 90er!
  • Ed Wood
    Nachdem Tim Burton mit seinen verrückten Ideen schon mehrfach für überraschend volle Kinosääle sorgte, konnte er sich 1994 auch eine Biografie des vielleicht schlechtesten Regisseurs aller Zeiten leisten. Nicht zuletzt durch diesen Kultfilm kamen auch die alten absolut dilletantischen Originalfilme von Ed Wood wie “Plan 9 From Outer Space” zu spätem Ruhm.
  • Forrest Gump
    Ich kann mich noch gut erinnern, dass Forrest Gump Ewigkeiten im Kino zu sehen war und viele ihn sich wieder und wieder ansahen. Mit seiner Rolle als Forrest schuf Tom Hanks sich ein Denkmal, denn in keiner anderen Rolle konnte er mehr überzeugen.
  • The Hudsucker Proxy (Hudsucker – der große Sprung)
    Für “The Hudsucker Proxy” gab Hollywood Joel und Ethan Coen erstmal ein großes Budget an die Hand, in der Hoffnung, ihren bizarren Humor in den Mainstream zu bekommen. Die Rechnung ging leider nicht auf, denn der Film floppte extrem an den Kinokassen. Das Mainstream-Publikum war noch nicht reif für die Coens, die sich aber immerhin über eine fast gewonnene goldene Palme in Cannes freuen konnten.
  • Pulp Fiction
    Der Film, der den Coens damals die goldene Palme wegschnappte, war Tarantino’s Klassiker “Pulp Fiction”. Mit diesem an sich so völlig unkonventionellen Streifen, der dennoch massenweise große Namen in sich vereinte, bewies Tarantino, dass man nicht nur mit dem üblichen Hollywood-Müll Erfolg haben kann und diente seither als Inspiration vieler Indiefilmer.
  • Léon – The Professional (Léon – der Profi)
    Luc Besson wusste schon immer, wie man atemberaubende, stilistisch tolle Action abliefert. Mit Léon schuf er aber seinen besten Klassiker. Das geniale Spiel von Jean Reno, Gary Oldman und der damals noch unbekannten Natalie Portman und die bedrückende Story sorgten für den Kultstatus, den der Film unter Fans heute inne hat.
  • Natural Born Killers
    Ein gewisser Kult rankt sich auch um Olliver Stones Skandalfilm “Natural Born Killers”. Die bizarre, satirische Story um ein von den Medien geliebtes Serienkiller-Pärchen geizte nicht mit Gewalt und sorgte damals für große Diskussionen. Dabei kann man Stone selbst nicht mal die Lorbeeren dafür zuschieben, denn das Drehbuch stammt von Quentin Tarantino. Ich würde mich ja bis heute über eine von ihm selbst verfilmte Version freuen!
  • The Shawshank Redemption (Die Verurteilten)
    Glaubt man den Bewertungen auf der IMDB, ist diese Stephen-King-Verfilmung der beste Film, der je gedreht wurde. Soweit würde ich zwar nicht gehen, aber der Film beweist, dass man auch in einem Hollywopd-Blockbuster bewegende, tiefgreifende Storys erzählen kann und vor allem dass Stephen King doch nicht nur der gefällige Horror-Autor ist, der dem Literaturfan nur müdes Gähnen abringt!
Danger! Danger!
High Voltage!

Electric Six

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