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First Draft
5 Filme, die ursprünglich ganz anders geplant waren!

Es ist in Hollywood ja keine Seltenheit, dass ein Film von seinem ersten Drehbuchentwurf bis zum eigentlichen abgedrehten Werk eine ziemliche Wandlung durchmacht. Das geht von vermeintlich kleinen Richtungsänderungen, wenn der gewünschte Hauptdarsteller nicht verfügbar war, bis zu großangelegten inhaltlichen Änderungen, weil das Ursprungsmaterial dem Studio nicht gefiel. Oft bekommt der spätere Zuschauer nichts von diesen Änderungen im Vorfeld mit. Teils bereichern sie den Film, teilweise nehmen sie ihm aber auch seine Besonderheit.

Die folgenden fünf Filme waren allesamt Blockbuster, die zum Teil Kultstatus erlangten, aber dennoch ursprünglich mal anders gedacht waren. Zu gern hätte man die Möglichkeit, das geplante Original zu sehen, aber würde man dafür die letztendlich gefilmte Version hergeben wollen? Zum Glück blieb nicht alles nur Fantasie sondern ist in den Untiefen des Webs auffindbar!

Little Shop Of Horrors (Der kleine Horrorladen)

Als Remake eines Remakes eines Musicals sollte man denken, ein Film würde von Beginn der Planung bis zu seiner Fertigstellung keine riesigen Änderungen mehr erfahren. Das dachte sich auch Regisseur Frank Oz bis er seinen Film einem Test-Publikum vorführte. Die waren mit dem ursprünlich böse-zynischen Ende des Films aber gar nicht glücklich und so wurden 23 Minuten Film in die Tonne gekloppt, umgeschrieben und neu gedreht.

Während das Happy End des später in den Kinos laufenden Films zwar auch nicht schlecht ist, hätte das Original, auch durch die tollen Effekte, der absolute Hammer werden können. Bevor ich euch die ganze Story erzähle, binde ich doch einfach die Szenen als Video ein[1]!

http://www.youtube.com/watch?v=VtEkIKXcs98

Star Wars (Krieg der Sterne)

Star Wars hatte eine lange Entstehungsgeschichte, die von ersten Entwurf bis zum finalen Film fast keinen Stein mehr auf dem anderen ließ. Angefangen hatte alles mit einer kurzen Geschichte namens “The Journal of the Whills”, in der George Lucas von dem Lehrling C.J. Thorpe als “Jedi-Bendu” des legendären “Mace Windy” erzählt. In der Befürchtung, die Story sei zu verworren, schrieb er alles als “The Star Wars” um und orientierte sich stark an Akira Kurosawa’s “The Hidden Fortress”. Hier fügte er nach und nach immer mehr Elemente hinzu und änderte einiges.

Wäre er zwischendurch schon mal zufrieden gewesen, hätte uns z.B. ein weiblicher Hauptdarsteller namens “Starkiller” als Mix aus Han Solo und Luke Skywalker oder ein weiblicher C3PO erwartet. Durch den riesigen Erfolg des eigentlichens Films und des ganzen Franchise wurden diverse ursprünliche Ideen später doch in anderer Art wieder verwendet und es gibt sogar Actionfiguren zu den ersten Entwürfen der Charaktere zu kaufen.

Wer mehr zu den ursprünglichen Ideen erfahren will, dem sei neben der Wookiepedia die Seite Starkiller empfohlen, auf der sich einige Scripte lesen und Hintergrund-Infos finden lassen.

Indiana Jones

Basierend auf einer Story namens “The Adventures Of Indiana Smith” von George Lucas und dem Wunsch Steven Spielberg’s so etwas wie einen James-Bond-Film zu drehen kam es zu der Erschaffung des ersten Indy-Films “Raiders Of The Lost Ark”. Lucas stellte sich den Charakter des Indiana Jones ähnlich wie James Bond als Playboy vor während Spielberg aus ihm am liebsten einen Alkoholiker gemacht hätte. Beide Ideen wurden aber nicht umgesetzt.

Noch interessanter sind aber die Casting-Vorstellungen. Zwar wollte Spielberg Harrison Ford von Anfang an, Lucas stellte sich aber dagegen, da er mit Ford schon in drei Filmen gearbeitet hatte und diesen nicht überstrapazieren wollte. So wurden verschiedene Darsteller wie Nick Nolte, Jack Nicholson oder Tom Selleck in Betracht gezogen, sogar Komödien-Legenden wie Chevy Chase, Steve Martin und Bill Murray fasste man ins Auge. Man muss sich nur mal vorstellen, wie der Film unter diesen Darstellern gewirkt hätte.

Letztendlich bekam der damals noch relativ unbekannte Tom Selleck den Zuschlag. Dieser lehnte jedoch ab, da er mittlerweile als Hauptdarsteller der TV-Serie Magnum zugesagt hatte und nicht vertragsbrüchig werden wollte. Spielberg konnte Lucas dann letztendlich doch noch zu Harrison Ford überreden und dieser nahm drei Wochen vor Drehbeginn die Rolle an. Im Nachhinein muss Selleck sich schwarz geärgert haben, denn der Drehbeginn seiner Serie verzögerte sich und er hätte doch noch einen schnauzbärtigen Jones abgeben können. Glücklicherweise kam es aber nie dazu.

Dune (Der Wüstenplanet)

Der Sci-Fi-Klassiker von Frank Herbert galt als fast unverfilmbar. Da verwundert es nicht, dass die Umsetzung durch diverse Hände ging, bis sie schließlich bei David Lynch landete.

Erste ernsthafte Versuche gab es 1974 unter der Fuchtel von Alejandro Jodorowsky. Dieser plante ein 10-stündiges Epos mit Salvador Dali als Imperator sowie Orson Welles, Gloria Swanson, David Carradine, Geraldine Chaplin, Alain Delon und Mick Jagger in anderen Rollen, am liebsten mit einem Soundtrack von Pink Floyd. Während der Pre-Production holte er sich noch Comiczeichner Moebius und den schweizer Künstler H.R. Giger heran, um am Konzept zu werkeln. Unschwer zu erraten, das dieses mittlerweile auf 14 Stunden angeschwollene Filmprojekt so nicht umsetzbar war und eingestampft wurde. Immerhin landeten einige der Konzeptzeichnungen H.R. Gigers später in seiner Arbeit für die Alien-Reihe.

1979 wagte Dino de Laurentiis den nächsten Versuch, diesmal mit Ridley Scott als Regisseur. Giger war erneut für das Design zuständig. Scott plante, die ausufernde Story des Buches in zwei Teile zu splitten. Als die Vorproduktion sich aber immer mehr hinzog, verließ er allerdings das Projekt und widmete sich stattdessen Blade Runner.

Kurzerhand wurde bei David Lynch als neuer Regisseur angeklopft, der zu der Zeit auch andere interessante Regieangebote wie “Return Of The Jedi” auf seinem Tisch hatte. Ohne das Buch zu kennen oder ein besonderes Interesse an Sci-Fi zu haben, sagte er zu, ein neues Drehbuch zu Dune zu schreiben und dieses dann zu drehen. Von den anfänglichen Plänen der 70er und den damals gewünschten Schauspielern blieb nicht viel übrig. Lynch machte das Buch zu einem ganz eigenen Film, der für sich gesehen ein Klassiker wurde, viele Fans des Buches aber enttäuschte, da viele Aspekte des Buches unbehandelt blieben oder geändert wurden. Da konnte auch die später mit unveröffentlichten Szenen und Zeichnungen verlängerte TV-Fassung nichts dran ändern.

I Am Legend

Die aktuellste Neuverfilmung des Romans von Richard Matheson hält sich generell leider nur sehr vage an das Ursprungsmaterial. Der Film war allerdings trotz großer Makel ein riesiger Erfolg, zu dem vermutlich sogar ein Sequel/Prequel gedreht wird. Für viele ist der Streifen mit Will Smith aber nur schwaches Popcornkino. Es existiert allerdings ein alternatives Ende, das dem Film weit mehr Aussagekraft hätte geben können, obgleich es überraschenderweise eher ein Happy End ist als das letztendlich im Kino verwendete. Die angeblich ursprünglich als richtiges Ende gedachte Sequenz hält sich näher an die Buchvorlage und gibt ethische Fragen auf, die der Film ohne sie völlig vermissen lässt. Auch dieses alternative Ende habe ich als Video parat[2], damit ihr euch selbst ein Bild machen könnt!

  1. Leider ist das originale Ende nur in schwarz weiß verfügbar, aber besser als nichts []
  2. leider nicht einbettbar – aber immerhin ist es noch verfügbar! []

Kommentare

1

tom selleck als indy hätte ich witzig gefunden!

geschrieben von tobi
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2

Ich weiß nich was an dem alternativen Ende von “I am Legend” besser sein soll. Hab ich schon oft gehört, aber jedes mal finde ich das Ende, welches letzt endlich genommen wurde am besten.

geschrieben von Chaosmacherin
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3

@tobi: Hmm, ich kann ihn mir nicht wirklich in der Rolle vorstellen. Schon gar nicht mit seinem Schnauzer! 😉

@Chaosmacherin: Also ich finde es besser, weil es eben noch kurz vor Ende ein paar Fragen aufwirft und die Infizierten nicht mehr wie die zombiehaften Monster darstellt. Da nehme ich auch gern das Happy End in Kauf – normal legt Hollywood doch immer so viel Wert auf ein glückliches Ende. 😉

geschrieben von beetFreeQ
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