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Album Round-Up
LCD Soundsystem, MGMT, Noisia, Portugal. The Man, The Black Keys, The Indelicates

Bevor ich mir heute Abend die volle Ladung Trash antue, will ich mich vorher noch ein wenig mit wirklich guter Musik beschäftigen. Da passt es perfekt, dass schon wieder ein ganzer Stapel Alben herumliegt, den ich unbedingt noch rezensieren wollte, aber bisher nicht die Zeit dazu gefunden habe. Einige davon sind wirklich tolle Alben während mich andere leider doch etwas enttäuschten.

LCD Soundsystem – This Is Happening

Mit ihren sperrig langen elektronischen Indiesongs waren LCD Soundsystem ja noch nie die massenkompatibelste Band. “You wanted a hit, but that’s not what we do!” lässt James Murphy verlauten. Dennoch entpuppen sich die Songs, hat man sich denn erstmal durch die erste Sperrigkeit gerungen, als überraschend lockere, sogar sommerliche Ohrwürmer. Zwar erfindet sich die Band hier nicht neu, reiht aber erneut ein wirklich schönes Album in ihre Sammlung ein.

Rating: ★★★★★★★★½☆ 

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MGMT – Congratulations

Irgendwie waren alle vom neuen MGMT-Album überrascht, wo es doch so anders klingt als der Vorgänger. Aber tut es das wirklich? Die Band hat ihren psychedelischen, stark von den 60ern geprägten Sound weiter verfeinert, ist aber immer noch als die selbe Band zu erkennen. Ohrwürmer gibt es erneut en Masse, diesmal mit starken Einflüssen der Beach Boys und stellenweise auch der Beatles und diverser obskurer britischer Psychedelia-Truppen. Ob das Album dabei den ins Unermessliche gelobten Vorgänger übertrifft, muss jeder selbst entscheiden. Was zählt, ist aber dass die Band weiterhin einfach gute Musik macht. Was will man mehr?

Rating: ★★★★★★★★½☆ 

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Noisia – Split The Atom

Es gibt so Momente, da vergesse ich alle Feinfühligkeit und ergebe mich lauter, technoid pumpender Musik. Dank Noisia geschieht das in letzter Zeit überraschend oft. Schuld ist “Split The Atom”, auf dem die dir Niederländer einen einfach mitreißenden Mix aus Big Beats und Drum & Bass abliefern, wie ich ihn seit bestimmt zehn Jahren nicht mehr vor die Ohren bekommen habe. Netterweise lassen die Jungs sämtliche anbiedernden Schmalz- und Pop-Elemente ausßen vor, was der Musik absolut gut tut! Die Tanzfläche glüht, das Auto wird zu Höchstleistungen angetrieben und ich fühle mich, wenn auch ein wenig prollig, an meine Jugend mit Hardstep und ähnlicher Musik erinnert. Muss man nicht immer hören, kann man aber – und dann bitte laut!

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

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Portugal. The Man – American Ghetto

Nachdem die Jungs aus Alaska mich in drei Alben atemlos zurück ließen, musste ich mich vergangenes Jahr leider enttäuschen lassen. Zu poppig, glatt geschliffen und simple war ihre Musik geworden. Die Faszination der Frickeleien vorheriger Werke war verflogen. Nun haben sie schon wieder ein Album veröffentlicht, das mich wieder ein wenig versöhnen kann. Ich weiß nicht, ob es an den meist groovenden Drumsamples liegt oder ich einfach froh bin, dass all zu starke Country-Ausflüge wie auf dem Vorgänger ausbleiben, “American Ghetto” wandert wieder um einiges öfter in den Player als es noch der Vorgänger tut. Zwar sind sie hiermit noch nicht wieder auf “Censored Colors”-Niveau, aber ich habe wieder Hoffnung!

Rating: ★★★★★★★½☆☆ 

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The Black Keys – Brothers

Die Black Keys haben mich in der Vergangenheit überraschend kalt gelassen. Die im Vorfeld des neuen Albums bekannt gewordenen Songs ließen mich aber aufhorchen. Vielleicht war ich bisher einfach nicht so sehr für ihre Art von bluesigem trockenen Rock zu haben, können mir jetzt aber ziemlich gefallen. Mit einem Augenzwinkern und viel Groove werden hier Ohrwürmer produziert, die sich perfekt für den sommerlichen Ausflug eignen, aber an sich auch sonst selten unangebracht sind.

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Das Album auf Amazon | Spotify | Grooveshark[1]

The Indelicates – Songs For Swinging Lovers

Das viel gelobte Debut des Duos ging damals an mir vorbei, mehrere lobende Rezensionen zum Nachfolger und die Tatsache, dass man das Album für einen frei wählbaren Betrag herunterladen kann, brachten die Scheibe dann doch auf meine Festplatte. Der Opener “Europa” lässt dann auch sofort ein tolles, an die Dresden Dolls erinnerndes Album erwarten. Energetische, mit schwarzem Humor und Ironie versehene Songs schreiben sie auch durchweg. Allerdings geht der Großteil musikalisch trotzdem für meinen Geschmack absolut nach hinten los. Julia und Simon Indelicate seilen sich hier durch die Stile, nähern sich mal der einen, mal den anderen Band an, können aber leider keine davon annähernd erreichen sondern versumpfen in Klischees und Süßlichkeit, die mich zum Weiterskippen bewegen. Das Potential, das die Beiden mit “Europe” und “Be Afraid Of Your Parents” erkennen lassen, wird leider nicht weiter genutzt und verpufft. Sehr sehr schade!

Rating: ★★★★★☆☆☆☆☆ 

Das Album als Download | auf Spotify | Grooveshark[1]

Plattenteller

Wie immer habe ich noch je einen Appetizer zu den Alben herausgesucht! Da ich stellenweise schon die Singles der Alben mit den dazugehörigen Videos im Programm hatte, gibt’s alle Songs diesmal völlig videolos.[2]

http://www.youtube.com/view_play_list?p=F79814F0604C1188

  • LCD Soundsystem – I Can Change
  • MGMT – Flash Delirium
  • Noisia – Shellshock
  • Portugal. The Man – All My People
  • The Black Keys – Ten Cent Pistol
  • The Indelicates – Europe
  1. unsortiert, aber besser als nichts! [] [] []
  2. Da Grooveshark-Widgets bei mir leider gerade Schluckauf haben, müssen halt Standbild-Youtube-Videos herhalten! []

Kommentare

1

Hui, wir divergieren wieder 🙂

LCD Soundsystem und MGMT fand ich nicht so berauschend und bei Portugal. The Man ist es bei mir genau umgekehrt. Ebenso natürlich bei den Indelicates. Aber das liegt wohl einfach an den Ansprüchen an Kompliziertheit und Frickeligkeit, die bei uns genau andersherum sind…

geschrieben von juliaL49
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2

@juliaL49: Och, so’n bisschen Divergenz schadet ja nie! 😉 Wobei ich mir ja vorstellen könnte, dass du mit den Black Keys ganz gut klarkommen könntest!

geschrieben von beetFreeQ
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You dress up for Armageddon
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