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beety’s Charts-Experiment: Woche 2

Tja, so ganz stimmt das “Woche 2” an sich ja nicht, denn ich hab eher unbeabsichtigt eine Woche ausgelassen. Aber da es sich ja um meine zweite Chartswoche handelt, auch wenn eine dazwischen lag, lasse ich es mal so.

Die Voraussetzungen sind aber immer noch die gleichen: Ich lebe dank mangelnden Fernseh- und Radiokonsums fernab der Charts und kenne nur durch Zufall mal den einen oder anderen Song. Immerhin weiß ich mittlerweile dank meiner letzten Runde, dass der aktuelle DSDS-Gewinner so etwas wie ein Mann ist. Gestärkt von einer Woche Pause lasse ich das Grauen der Chartsneueinsteiger der KW 18 nun auf mich einprasseln und hoffe, diesmal doch den einen oder anderen ordentlichen Song dabei zu haben, obwohl die Namen/Songtitel der erschreckend vielen Neueinsteiger nichts gutes vermuten lassen. Die Songs der vergangenen Woche lasse ich einfach mal außen vor!

Hitlist Germany KW18

91. Fertig, Los! – Wenn Du Mich Brauchst

Hmm, deutschsprachiger Rock muss ja auf den ersten Blick nichts schlechtes sein. Das hier ist aber wieder so eine uninspirierte Schnulzrock-Nummer mit recht undurchdachtem Text (wie soll man bitte ein Fax schicken, wenn man selbst nicht mehr kann? Und wieso überhaupt ein Fax?) und Killers-Gedenk-Synthesizer. Nix dolles, regt mich aber auch nicht sonderlich auf.

Rating: ★★☆☆☆ 

90. Inna – Hot

Ich habe ja die Theorie, dass ein Song, dessen Interpret und Songtitel zusammen aus nur sieben Buchstaben bestehen, auch nicht viel Inhalt hat. Dieses Stück unnötiger Schallwellen bestätigt das auch. Langweiliger Technokram mit austauschbarer Sängerin. Immerhin muss man den Produzenten zugute halten, dass sie nicht wieder das typische Kirmestechno-Rezept verwendet haben sondern der musikalische Unterbau ein klein wenig eigenständiger daher kommt. Gut wird das Stück dadurch aber garantiert auch nicht.

Rating: ★☆☆☆☆ 

89. Robbie Williams – Morning Sun

Ach, der olle Robbie ist auch noch da? Würde den Song ja auf den ersten Blick als olle Kamelle von ihm abstempeln. Der ist aber vermutlich kein wieder eingestiegener Klassiker von ihm, oder? Seine Charts-Balladen klangen eh immer alle gleich!

Rating: ★★☆☆☆ 

74. Bayern-Fans United – Stern Des Südens (Ver. 06/07)

Au weia ist das grausam. Es gibt ja Fußballsongs, die einfach nur nervig sind, aber das hier ist mit Abstand das grausamste Fußballlied, das ich je gehört habe. Kirmestechno mit absolut strunzdummem Fantext. Macht mich aggressiv!

Rating: ☆☆☆☆☆ 

67. Kay One – Ich brech die Herzen

Schande, es wird nicht besser. Übelster Herzschmerz-Ghettoslang-Rap mit Autotune – kann man noch mehr falsch machen als der Kerl in diesem Song? Ich glaube es nicht! Geh wieder Zeitungen austragen, Bubi!

Rating: ☆☆☆☆☆ 

63. Faithless – Not Going Home

Huch, noch so eine Band, die ich nicht erwartet hätte, nochmal in den Charts zu sehen. Die alten Klassiker mochte ich damals in meiner Jugend ja liebend gern und da die Band weit mehr in Petto hatte, als diesen Pizzikato-House, sind die Alben noch nicht auf einem Flohmarkt verkauft. Irgendwann wurde mir die Band aber dann auch zu gleichförmig und langweilig und dieser Song bestätigt das nur wieder. Sie versuchen immer wieder mit leider jedes Mal schlechterem Stil, ihre alten Erfolge zu wiederholen. “Not Going Home” klingt wie ein “Insomnia 2010”.

Rating: ★☆☆☆☆ 

60. Amanda Jenssen – Happyland

Huch, so eine Modern-Swing-Pop-Variante hatte ich hier ja nicht erwartet. Das Ding ist mir aber obwohl ich dem Genre eher offen gegenüber stehe, an vielen Stellen viel zu geradlinig auf Charts gebürstet. Dabei ließe die rauchige Stimme der Sängerin mit ein wenig mehr Bar-Atmosphäre und weniger Pop durchaus einen schicken Song zu.

Rating: ★★☆☆☆ 

58. Darius | Finlay | Shaun Baker – Zeig mir 10 (Explode 3)

Argh. Das Ding ist ebenso schlimm wie die Bayern-München-Hymne da oben. Ich kann echt nicht verstehen, wie man zu so einem Müll Party machen kann. Ich würde – gerade mit steigendem Alkoholpegel – irgendwann schreiend rausrennen…

Rating: ☆☆☆☆☆ 

54. MIKA VS. REDONE – Kick Ass

Soso, das Ding ist also aus dem Kick-Ass-Soundtrack. Das macht mir den Film gleich wieder madig. Dabei wollte ich ihn mir an sich ansehen. Mika ist ja eh so eine Band, die so gern indie wäre, aber dabei den übelsten Mainstream produziert und sich hier sogar noch für einen Techno-Dünnpfiff hergibt. Grausam!

Rating: ☆☆☆☆☆ 

35. Lifehouse – Halfway Gone

Lifehouse sagen mir was. Zumindest erwarte ich hier keine Vollkatastrophe wie bisher. Das ist auf den ersten Blick geradliniger Alternative-Rock, der allerdings auch wieder nicht auf den doch seit Ewigkeiten ausgelutschten Autotune-Effekt verzichtet, oder klingt der Sänger wirklich so komisch? Alternative ist ja eh heutzutage mehr Mainstream als alles andere. Das Stück geht passend dazu auch ins eine Ohr rein und aus dem anderen wieder raus. Absolut kein Ohrwurmpotential. Aber zumindest ohne Probleme aushaltbar!

Rating: ★★☆☆☆ 

15. Medina – You And I

Gähn… – Schon wieder ausgelutschter Chartstechno mit austauschbar langweiliger Sängerin… Ist so belanglos, dass ich nicht mal mehr dazu schreiben kann.

Rating: ☆☆☆☆☆ 

14. Aura Dione – Song For Sophie (I Hope She Flies)

Schön, dass die Sängerin gleich am Anfang mal klarstellt, dass der Song für ein Mädchen namens Sophie ist. Heißt ja auch nur so… Zumindest muss man es auch nicht gut finden, wenn man sich als Nicht-Sophie nicht angesprochen fühlt. Langweiliger Mainstream-Pop, der es sogar versäumt, die obligatorische Ohrwurm-Melodie einzubauen und so völlig ohne Auswirkung wieder aus dem Gedächtnis entschwindet.

Rating: ★☆☆☆☆ 

10. Die Fantastischen Vier – Gebt Uns Ruhig Die Schuld

Ah, stimmt ja, die Fanta Vier haben ein neues Album! Ich erwarte das einzige Highlight dieser Chartsrunde! Textlich wieder sehr ordentlich, stilistisch aber ein wenig langweilig. Naja, ist nett konsumierbar, hat ne recht ohrwurmige Melodie, ist aber nix, was ich mir kaufen würde.

Rating: ★★★½☆ 

5. Adam Lambert – Whataya Want From Me

Oh, das Lied hab ich schon mal irgendwo aufgeschnappt. Keine Ahnung, wo das gewesen sein kann. Hat alles, was ein Chartserfolg haben muss: Eine schmierige Melodie, schmierigen Text, schmierig-emogestylten Mädchenschwarm. Also alles, was ich nicht abkann!

Rating: ☆☆☆☆☆ 

4. K’Naan – Wavin’ Flag

Huch, wieso steigt der Song, der vor zwei Wochen schon hoch in die DL-Charts einstieg, erst jetzt in die regulären ein? Egal, hab ich ja vor zwei Wochen schon recht wohlwollend bewertet!

Download Charts

20. B.o.B Featuring Bruno Mars – Nothin’ On You

Gähn… – nerviger Mädchen-Schmeichel-Soul, wie man ihn schon tausende Male gehört hat… Ist mir zu unwürdig, viele Worte drüber zu verlieren!

Rating: ☆☆☆☆☆ 

15. Taio Cruz – Break Your Heart (feat. Ludacris)

Hier haben wir an sich das selbe wie eben, nur als Chartstechno mit dämlichem Rap und in der Herzensbrecher-Variante. Kann ich mir nicht sehr lange anhören!

Rating: ☆☆☆☆☆ 

11. Medina – You And I

siehe Platz 15 in der Hitlist Germany

7. Die Fantastischen Vier – Gebt Uns Ruhig Die Schuld

siehe Platz 10 in der Hitlist Germany

US Top 20

Die US Top 20 ist diese Woche angenehm Neueinsteigerfrei. Nach dem einzigen grausamen Stück von letztem Mal ist das auch kein Verlust!

Hitlist UK KW 18

40. Biffy Clyro – Bubbles

Ha, endlich zeigen die Briten mal, dass sie ja tief in ihrem Inneren doch Geschmack haben. Biffy Clyro waren zwar noch nie so die Band, die ich wirklich mit Inbrunst gehört habe, aber das Stück hier ist zumindest handgemachte Qualitätsmusik, die nicht von irgendwelchen geldgeilen Produzenten auf Kommerz gebürstet wurde. Hat was der Song!

Rating: ★★★★☆ 

37. Kevin Rudolf | Birdman & Jay Sean – I Made It (Cash Money Heroes)

Und schon ist es wieder mit meiner Freude vorbei. Übelster Autotune-Rap-Techno-Mix, der wirklich mal absolut grausam ist. Wie kann man sowas freiwillig länger als 10 Sekunden hören?

Rating: ☆☆☆☆☆ 

30. Rihanna – Te Amo

Die gute Rihanna steht ja auch nicht gerade für qualitativ hochwertige Musik, obwohl ich gestehen muss, dass ich ihre Stimme irgendwie mag und ja sogar dem komischen Umbrella ella ella ella was abgewinnen konnte. Das Ding hier ist aber langweiliger Kram von der Stange, der höchstens zeigt, dass Fräulein auch in anderen Sprachen als englisch “ich liebe dich” singen kann.

Rating: ★☆☆☆☆ 

25. Sophie Ellis-Bextor – Bittersweet

War das nicht mal die Stimme von einem ziemlich netten House-Hit vor ein paar gefühlten Ewigkeiten? Und wenn ich mich recht entsinne, hatte sie ja sogar danach ein paar ganz nette eigene Songs am Start. Muss aber tief gesunken sein, denn “Bittersweet” ist langweilig-abgegriffener Chartstechno-Mist, wie ich ihn heute in dieser Runde schon viel zu oft hören musste.

Rating: ★☆☆☆☆ 

14. Fyfe Dangerfield – She’s Always A Woman

Fyfe hätte ich ja eher für nen Mädchennamen gehalten, aber da kommt eindeutig was männliches aus den Boxen. Die Stimme ist austauschbar, der Song ein absolut ereignislos-langweiliges Billy-Joel-Cover, das dem Original sämtliches echtes Gefühl raubt und es durch aufgesetztes ersetzt.

Rating: ★☆☆☆☆ 

5. Aggro Santos – Candy (feat. Kimberly Wyatt)

Wenn ein Künstlername schon “Aggro Santos” lautet, ist nichts gutes zu erwarten. Heraus kommt dann ein Lady-Gaga-Song mit weniger komischen Kostümen aber dafür grausamem Rap dazu. Braucht man sowas?

Rating: ☆☆☆☆☆ 

4. Pendulum – Watercolour

Es gibt ja Leute, die behaupten, The Prodigy hätten für ihr letztes Album bei Pendulum geklaut. Angesichts dieses Tracks zweifle ich nicht nur an dem Zeitverständnis dieser Leute (immerhin haben Prodigy schon Jahre vor Pendulum ihre Musik gemacht und eher diese inspiriert) sondern auch noch an ihrer allgemeinen Zurechnungsfähigkeit. Was hier aus den Boxen dröhnt, ist nämlich nix weiter als Kirmestechno, dem man zur Abwechslung den Techno-Stampfbeat geklaut und stattdessen einen einfallslosen Breakbeat drunter gelegt hat. Igitt!

Rating: ☆☆☆☆☆ 

Fazit

Ich hatte ja gehofft, dass die Grausamkeiten der letzten Runde nicht unterboten werden könnten, aber das hat diese locker geschafft. Einzig zwei kleine Lichtblicke mit den Fantastischen Vier und Biffy Clyro gab’s zu verzeichnen. Ansonsten sehe ich aber immer noch zappenduster für den Musikgeschmack der Massen… – das muss wieder besser werden. Immerhin ging das doch mal so bis zu den 60ern!

Kommentare

1

Deine Frage zu 37. Kevin Rudolf | Birdman & Jay Sean – I Made It kann ich immerhin beantworten: Das war das Titellied der diesjährigen Wrestlemania und als solches oft genug länger als 10 Sekunden zu hören (z.T. im Hintergrund des Kommentars), ohne dass man immer den Ton abschalten will. Nur wie man sich das dann noch kaufen kann, versteh ich auch nicht…

geschrieben von cimddwc
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2

@cimddwc: Ah, ich weiß schon, wieso ich Wrestling seit Jahren nicht mehr schaue! 😉

geschrieben von beetFreeQ
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3

Glaub mir es wird nicht besser. 😉

Ich hatte schon vor einiger Zeit mal ein ähnliches Blogformat gestartet. zuerst habe ich mich auch über alles verramscht. Das brachte mir aber zu viele negative Vibes rüber, weshalb ich dazu überging nur die erwähnenswerten Sachen zu erwähnen. naja das ganze ist versandet… drei mal darfst du raten warum 😀

geschrieben von Alex
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4

Hehe, irgendwann gehen dir die Superlative und Beschreibungen aus, weil das wirklich immer dieselbe Grütze ist. So eine Aktion ist das beste Mittel, um an der Menschheit zu verzweifeln. Es ist wirklich unbegreiflich, wie die Charts entstehen.

geschrieben von juliaL49
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5

@Alex: Ja, ich kann’s mir gut vorstellen. Mir gefällt das negative Lästern über die Charts noch ganz gut. Aber mal sehen, wie lang ich durchhalte!

@juliaL49: Da wirst du Recht haben. Bin ja jetzt schon erschrocken, wie sehr die Charts doch immer noch dem Mist gleichen, der schon vor mehr als zehn Jahren da zu finden war. Das klang damals alles schon genau so!

geschrieben von beetFreeQ
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