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beety’s dusty beats

Wie ich ja hier und da schon mal erwähnte, habe ich um die Jahrtausendwende mal selbst Musik gemacht. Das versackte dann leider etwas und ist seit dem nicht wieder richtig in Fahrt gekommen. Jetzt habe ich mich aber endlich mal wieder mehr damit beschäftigt und werde hoffentlich auch bald mal wieder etwas vorzeigbares gebastelt haben. Um mich aber selbst etwas anzustacheln und euch auch mal einen kleinen Einblick in meine frühen Werke zu geben, will ich heute mal ein wenig aus meiner musikalischen Zeit plaudern und die meiner Meinung nach interessantesten Stücke zum Anhören und Download anbieten!

Die Entwicklung

Angefangen hat alles mit meiner Konfirmation. Ich war zwar vorher schon musikalisch und hatte ja dank meiner Zeit als Trompeter in der Feuerwehrkapelle so einiges an Vorprägung, aber ich hatte mich bis dahin nie mit eigenen Kompositionen versucht. Von meinem Konfirmationsgeld kaufte ich mir aber ein Keyboard mit ordentlichem Klang und der Möglichkeit, Songs zu speichern, wenn auch nur vier Stück gleichzeitig.

Zu der Zeit war ich ja noch völlig im Charts-Techno-Sumpf zu Hause und mich drängte es auch zu entsprechender Musik. Da ich aber nicht mit Synthesizer und Step-Sequenzer ausgestattet war und zudem noch durch einige Musiklehrgänge der Feuerwehrkapelle ein relativ gutes Notenverständnis hatte, begann ich durch Klimpern auf dem Keyboard und Aufschreiben der Noten Techno zu machen. Das muss teilweise äußerst komisch ausgesehen haben. Leider finde ich die irgendwo auf dem Dachboden lungernden alten Noten nicht. Zum Glück damit aber auch nicht die haarsträubend schlechten Texte, die ich dazu schrieb, denn meine Vorbilder wie DJ Bobo rappten und sangen ja auch.

So 2-3 Jahre später besaß ich dann endlich einen Computer und legte mir auch gleich eine Soundblaster AWE 32 zu, die damals erschwinglichste Soundkarte für Musiker. Da war netterweise bereits ein netter kleiner Midi-Sequenzer dabei und es gab vor allem die Möglichkeit, dank 512KB-Speicher, eigene Sounds reinzuladen, die ich per Midi dann abspielen konnte. Es gehörte schon einiges dazu, mit diesen begrenzten Möglichkeiten sinnvolle Sounds da reinzuquetschen, aber ich schaffte es irgendwie. So entstanden dann so einige Hardcore-Techno-Stücke nach dem Vorbild von Charly Lownoise & Mental Theo. Das sind auch die ersten bis heute erhalten gebliebenen Frühwerke. Vielleicht finde ich irgendwann noch die Zeit und Lust, diese schlimmen Tracks euch als MP3 aufzubereiten.

Immerhin wandelte sich mein Musikgeschmack dann ja rapide weg von dem Chartsmist zu etwas besserem Drum & Bass und anderer Elektronik. Meine Möglichkeiten verbesserten sich auch nach und nach. Ich hatte mittlerweile eine Version von Cubasis abgestaubt, die bereits virtuelle Synthesizer-Plugins unterstützte. So hatte ich endlich die Möglichkeiten, ernsthaft Musik zu machen, wenn auch mein Know How noch nicht wirklich das beste war.

Um die Jahrtausendwende hatte ich dann so einige Songs gebastelt, über verschiedene Musikernetzwerke veröffentlicht und auch mit einigen damaligen Internetfreunden zusammen weitere Musik geschrieben. Warum ich dann nach 2001 irgendwann damit aufhörte, ist mir heute schleierhaft. Vielleicht hatten sich meine Interessen etwas verschoben oder das Ende meiner Schulzeit sorgte für zu wenig Zeit. Ich weiß es nicht mehr wirklich. Geblieben sind auf alle Fälle die, damals leider noch mangels Platz und besserem Wissen in 128kbit gespeicherten MP3s.

Die Musik

Die folgenden Songs sind die für meinen heutigen Geschmack noch akzeptabelsten und interessantesten meines damaligen Schaffens. Ich würde mich über Kommentare und Meinungen freuen. Bei entsprechender Reaktion werde ich vielleicht später auch noch mal die etwas schlechteren hochladen, darunter z.B. ein Jungle-Stück mit “Alle meine Entchen” als Gimmick…

Wie gesagt ist die Soundqualität teilweise nicht so berauschend, zudem wurden alle Songs nur in recht niedriger Qualität als MP3 gespeichert. Ich habe zwar noch die ganzen Original-Arbeitsdateien etc., glaube aber nicht, dass ich sie in Cubase heute noch mal genau so zum Laufen bekomme wie damals. Mal sehen, vielleicht werde ich das eine oder andere Stück doch noch mal neu aufsetzen.

Clonk Phonk

Da ich die Songs einfach mal alphabetisch sortiert habe, beginnen wir gleich mit meinem letzten bisher gebastelten Track. Als Fan von Daft Punk wollte ich einen ähnlichen Sound auf die Beine stellen und bis heute bin ich an sich immer noch recht zufrieden mit dem trocken funkenden Ergebnis.


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Delicious Tune

Um die Jahrtausendwende war Big Beat ja noch ganz groß in Mode. Mir hatten es vor allem die Propellerheads angetan und dementsprechend lehnt sich Delicious Tune auch ein wenig an deren Musik an, ist aber nicht wirklich eine Kopie. Mit einer virtuellen Machbildung eines Moog-Synthesizers hatte ich sogar ein ganz nettes Solo eingebaut, das ich aber wie fast alle Melodien nicht an einem Keyboard oder so einspielte sondern Note für Note im Sequenzer gebaut habe.


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Downtown Lullaby

Der vorletzte bisher von mir geschriebene Track ist der ruhigste und für mich immer noch beste, den ich bisher zusammengebaut habe. Ich versuchte mich ein wenig im NuJazz-Stil, der es mir damals angetan hatte. Einzig die ziemlich künstliche Oboe stört mich heute doch ziemlich.


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Eclipse (with Winfried Hubbe)

Kommen wir zu einer meiner Zusammenarbeiten. Winfried Hubbe, seinerseits ein begnadeter Keyboarder, schickte mir zwei selbst eingespielte Soli im Midi-Format, nachdem ich ihm eine Rohfassung dieses kühlen Dub-Songs zukommen ließ. Ich bastelte dann den Song darum, wählte einen fiesen Synthesizer und verwendete gleich beide Soli, da ich mich nicht für eins entscheiden konnte. Leider versandete der Kontakt mit der Zeit…


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Just A Mellow Springtime Shag (Fieberremix – by CinChiller)

Dieser Track war ein Experiment mit instrumentalem Hip Hop, das eins meiner ersten vorzeigbaren Stücke war und stark auf einem kurzen Sample aus “Sitting On The Dock Of The Bay” basierte. Thorsten Dankworth, der unter diversen Projektnamen wie “Herr Lich” oder “Netzroth Trofknad” bereits Platten veröffentlicht hatte und mit mir über die Musikercommunity Besonic in Kontakt kam, bastelte für mich während eines Abends, an dem er mit Fieber im Bett lag, diesen tollen Remix. Das Original und den Song, den ich ihm im Gegenzug remixt habe, liefere ich vielleicht später mal nach! Leider brach der Kontakt mit der Zeit ebenfalls ab, als ich musikalisch nicht mehr aktiv war.


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Burn Rubber – Get What U Need (beetFreeQrework)

Thomas Mahnken alias Burn Rubber war mit seinem Acid Jazz damals auch auf Besonic und Konsorten vertreten. Wie wir genau in Kontakt kamen, weiß ich gar nicht mehr. Jedenfalls lernte ich durch ihn auch Winfried Hubbe kennen. Für Thomas bastelte ich damals auch einen kleinen Remix, den ihr hier zu hören bekommt. Im Garage-Stil[1] und mit ein wenig peinlich künstlicher Flöte unterlegt, kann das Stück an sich noch ganz gut gefallen. Ich bekam aufgrund dieses Remixes damals sogar eine Mail eines Plattenlabels aus UK, das mich gern produzieren wollte. Da ich aber nie vorher von dem Label gehört hatte, die sich im Gegensatz zu mir auch ausschließlich auf Garage spezialisiert hatten und ich meinen Mangel an Selbstdisziplin für sowas kannte, lehnte ich ab.


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Earwax Connection – In Flight

Zu guter letzt noch eine weitere Zusammenarbeit mit Thomas, die basierend auf einer Idee von mir einen Acid-Jazz-Breakbeat-James-Bond-Bastard abgab. Das Earwax Project war damals sogar als kleines Musikerkollektiv gedacht, das verbunden über’s Internet zusammen Musik macht. Mit Winfried Hubbe und einigen anderen fanden sich für einen zweiten Song auch weitere Musiker ein und es kam sogar zu einigen echt tollen live eingespielten Einzelteilen, aber letztendlich leider nie zu einem weiteren Stück. Was bleibt ist dieses Erstwerk von Thomas und mir, das interessanterweise damals sogar auf Vitaminic, einer Plattform für kostenlose Musik, von einem ehemaligen MTV-VJ, der damals für die Seite schrieb und oft Songs vorstellte, empfohlen wurde. Das machte ja schon etwas stolz.


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Das soll’s erst mal gewesen sein. Ich bin auf eure Meinungen gespannt. Ihr dürft mich auch gern in der Luft zerreißen, wenn euch danach ist. Immerhin ist die Musik zum Teil für heutige Ohren auch ein wenig cheesy und perfekt ist sowieso was ganz anderes! 😉

  1. nicht zu verwechseln mit dem Garage-Genre im Rock – hier geht es um eine Unterart des Drum & Bass und House []

Kommentare

1

Erst hatte ich’s vergessen, dann fehlte mir die Zeit, deine Stücke ordentlich (und nicht an den mauen Notebooklautsprechern) anzuhören…

Klingt alles durchaus interessant – manchen hört man die einfachen Synthesizer zu sehr an, aber wenn ich das mit meinen (wenigen und eher nicht vorzeigbaren) früheren Sample-Herumklickmusikversuchen vergleiche, sind deine Werke um Welten besser. 🙂

Manches könnte mit etws Perfektionierung durchaus auch auf ein Mercedes-Benz-Mixtape passen, finde ich. Darfst jedenfalls gerne noch mehr veröffentlichen. 😀

geschrieben von cimddwc
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2

@cimddwc: Danke, das hört man gern.

Ja, die einfachen Synths hört man ordentlich raus. Ich glaube das liegt aber auch mehr an meinen so ziemlich nicht vorhandenen Mastering-Fähigkeiten als an den Synths selbst. Ich hab noch nicht wirklich raus, wie ich alles druckvoll klingen lassen kann. Wenn das erstmal klappt, kann man eigentlich auch mit Freeware ne ganze Menge anstellen.

geschrieben von beetFreeQ
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I’m travelling the wonderful loneliness of the headphone silence

Ane Brun

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