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Serienkritik
Black Books

Bernard: I went to the chemist to get some Fizzy-Good.
Fran: Some what?
Bernard: You know, some Fizzy-Good, Fizzy-Good-Make-Feel-Nice.
Fran: Oh, Alka-Seltzer.

Bernard führt den kleinen, dreckigen Buchladen “Black Books”. Er ist ein kettenrauchender, sadistischer Alkoholiker, der jeden Menschen schlecht behandelt, sich selbst eingeschlossen. Nur Fran, seine einzige Freundin und Trinkkumpanin kann ihn bändigen. Als Manny, ehemaliger Buchhalter, bei Bernard einen Job annimmt, hat dieser ein williges Opfer für seinen Sadismus gefunden.

Was nicht unbedingt wie die Beschreibung einer Sitcom klingt, ist allerdings ein Vertreter dieser Gattung – ein außerordentlich guter noch dazu! Dylan Moran schrieb sich die Serie direkt auf dem Leib und gibt einen derart unsympathischen, aber trotzdem irgendwie liebenswerten Bernard, dass man dem auf den ersten Blick düster-verrückten Setting unglaublich viel Spaß abgewinnen kann. Zusammen mit dem ebenso genialen Bill Bailey (Manny) und Tamsin Greig (Fran) ergibt sich ein Kammerspiel aus intelligenten Wortgefechten und Situationskomik, die nicht selten durch die Mimik der männlichen Charaktere lebt.

Auf drei Staffeln hat es die im Jahr 2000 gestartete, britische Sitcom gebracht, was etwas mehr als sieben gut gefüllte Stunden ausmacht. Vor allem Staffel 1 kann dabei absolut punkten. Den Gaggehalt können die beiden folgenden nicht mehr ganz halten, kommen aber dennoch überdurchschnittlich amüsant daher und können mit einigen Gaststars wie Simon Pegg, Nick Forst und anderen aufwarten, die vor allem Fans der britischen TV-Welt bekannt sein dürften.

Man muss schon auf schwarzen, sehr britischen Humor stehen und ein ordentliches Englisch verstehen, um die Serie würdigen zu wissen. Dann eröffnen sich aber Unmengen an Details, die es zu entdecken gilt. Aber vor allem die großen, teils absurden Ideen der einzelnen Episoden sind es, die einen kaum aus dem Lachen kommen lassen. Sei es Manny, der in der ersten Episode ein winziges Buch mit beruhigenden Sprüchen verschluckt, dieses schließlich in seinen Körper assimiliert und als Ruhe-Messias alles und jeden zur Stille bewegt. Oder die Wohnung, in der Schimmel und Dreck ein Eigenleben entwickelt haben und man nur mit dem Finger durch die Luft fahren muss, um einen Staubfilm einzusammeln. Diese überzeichnet, surrealen Szenen erlauben es der Serie aber auch, das eigentlich völlig realitätsferne Setting glaubwürdig rüberzubringen.

Ihr merkt, mich hat die Serie absolut überzeugt und ich finde es etwas schade, dass nach drei Staffel Schluss war. Ich werde Dylan Moran aber im Auge behalten, denn wer einen derart tollen gleichzeitig hassens- und liebenswerten Charakter spielen kann, ist zu allem fähig!

Rating: ★★★★★★★★½☆ 

Hier[1] noch ein paar kurze Ausschnitte, die mehr sagen, als alle Worte, die ich darüber verlieren kann! Zu erstehen gibt es die nur als Import erhältliche DVD-Box bei Amazon.de[2] für derzeit 37,99€, besser aber noch über den britischen Ableger des Versands, wo die Serie nur noch günstige £9.47 kostet!

Weitere lesenswerte Kritiken haben übrigens die üblichen Verdächtigen Serienfans Julia und Tobi im Angebot. Dank Julia bin ich überhaupt erst zu diesem Kleinod gekommen!

  1. leider nicht einbettbar []
  2. Partnerlink []

Kommentare

1

Haha, ich hab Dylan Moran danach auch im Auge behalten und so einige weitere tolle Sachen entdeckt. Da wäre z.B. die Serie “How do you want me” (ebenfalls leider nur 12 Folgen), die etwas realitätsnäher ist, aber sehr pointierten Dialog – er spielt einen Komikerladenbesitzer, der seiner Frau zuliebe in ihr Heimatdorf zieht. Dank seines Zynismus und zunächst fehlender Arbeit fügt er sich sehr schwer in die Dortgemeinschaft ein. Ein wirkliches Kleinod und eher Drama als Comedy. Auch die Nebenrollen sind exzellent, z.B. Peter Serafinoicz als sadistischer Schwager, Mark Heap (Brian aus Spaced) als Lehrerkollege und ehemaliger Freund der Ehefrau.

Ok, ich glaub ich schreib mal eine Serienkritik dazu, denn eigentlich geht es hier ja um Black Books und das ist wirklich sehr empfehlenswert an sich :)
I ate all your bees!

geschrieben von juliaL49
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2

@juliaL49: Oh ja, mach das mal! Die Serie würde mich auch interessieren!

geschrieben von beetFreeQ
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Serienkritik: How Do You Want Me?…

Heute empfehle ich eine britische Serie, die leider wieder mal viel zu kurz ist (zwei Staffeln mit sechs Folgen à 30 Minuten), die aber natürlich jede einzelne Minute wert ist. Das meist als Komödie eingestufte How Do You Want Me? ist mittler…

gesendet von 49 Suns
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