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Filmkritik
Bunny And The Bull

Much has been written about the art of bullfighting, but I can sum it up in one sentence: get out of the way of the bull, you idiot! Otherwise he will rip open your anus like it was a cheap velcro wallet.

Stephen hat seit einem Jahr sein Haus nicht verlassen und lebt nach einer strengen Routine. Als ein Tag diese Routine durcheinander bringt, erinnert er sich an seine letzte Reise mit seinem Freund Bunny zurück. Beide machten seltsame Bekanntschaften, vor allem aber lernten sie Eloisa kennen und ihre Freundschaft wurde auf eine harte Probe gestellt.

Der Storyanriss deutet es schon an, mit Bunny And The Bull hat man es nicht mit einem typischen Roadmovie zu tun. Regisseur Paul King’s Kinodebut hält seine Wurzeln mit der psychedelischen Comedy-Serie “The Mighty Boosh” nicht verborgen, hat sich aber auch eine große Scheibe beim französischen Kollegen Michel Gondry abgeschnitten. Vor allem “The Science Of Sleep” kommt dem Zuschauer oft in den Sinn, allerdings haben wir es definitiv nicht mit einer Kopie zu tun.

Schon in “The Mighty Boosh” war King’s unerschöfplicher Ideenreichtum der Schlüssel zum Erfolg. Und auch sein erster Kinofilm lebt von den vielen skurrilen bis absolut aberwitzigen Begebenheiten, die den Protagonisten auf ihrer Reise widerfahren. Die Darstellung der Reise für sich ist bereits verrückt genug. Stephen, der in seinem Jahr zuhause alles in Kartons sortiert und katalogisiert hat, erlebt die Reise in seiner Imagination durch Gegenstände seines Haushalts neu.

So abgedreht Details wie der polnische Hundefarmer, die Eskapaden mit einem ausgestopften Bären oder das Stierkampf-Training mit Einkaufswagen auf dem Parkplatz auch sind, die Story schafft es, alles zusammenzuhalten und ergibt am Ende durchaus Sinn. Ohne zuviel zu verraten, wenn der Abspann beginnt, hat man ein wohliges Gefühl im Bauch und Herzen.

Bunny And The Bull ist ein poetischer Film. Der Humor ist gewöhnungsbedürftig, aber im Endeffekt soll der Streifen auch keine typische Komödie sein sondern zum Nachdenken anregen. Dafür schafft die visuelle Gestaltung, die fast ausschließlich mit seltsamen Studiokulissen auskommt, sowie der wunderbare Soundtrack der Ralfe Band die perfekte Basis. Vor allem aber geben die durchweg tollen Darsteller geben dem Film seine Seele.[1]

Man muss schon einen Hang zu seltsamen Filmen haben, um Bunny And The Bull zu würdigen, aber eine zu avantgardistische Veranlagung wäre vermutlich sogar hinderlich. Wer Michel Gondry und Spike Jonze zu seinen Lieblingsregisseuren zählt, kann aber blind zuschlagen. Leider ist der Film allerdings bisher nur als Import aus UK zu bekommen und eine Deutschlandveröffentlichung ist unwahrscheinlich. Dementsprechend sollte man auch ein relativ ordentliches Englisch im Repertoire haben, um den Film zu geniessen.

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

  1. Fans britischer Comedy-Serien werden sich vor allem über die Nebenrollen von Julian Barratt, Noel Fielding und Richard Ayoade freuen []
As soon as you're born, you start dying
So you might as well have a good time

Cake

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