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Projekt Hörsturz – Rezension Runde 18

Das Projekt Hörsturz ist volljährig – zumindest wenn man jede Runde als ganzes Jahr sieht, was sie ja zum Glück nicht sind. Zur Geburtstagsfeier gibt’s eine erlesene Playlist aus den Vorschlägen der Teilnehmer und ich kenne diesmal wirklich nur meinen eigenen. Da bin ich ja gleich noch gespannter, was die anderen diesmal so ausgesucht haben!

Die gezogenen Songs

LaBrassBanda – Autobahn

(von dehkah)
Ich muss ja gestehen, dass ich selbst als Kind mal in der Feuerwehrkapelle meines Heimatdorfs Trompete gespielt habe. Dabei war aber außer Walzer, Marsch und Polka nicht viel zu holen. Wäre damals sowas wie dieses Stück hier drin gewesen, wäre ich vermutlich nicht bald wieder ausgetreten. Ich hab ja ein Faible für skurrile Instrumenten-Stil-Kombinationen und LaBrassBanda passen da genau in mein Beuteschema. Zwar mag ich bayrisch an sich nicht so gern, aber hier passt’s einfach dazu. Und meine Füsse wippen eh schon pausenlos mit! Genau mein Ding! Und ich kann mir schon bildhaft die Rezension der bläserphobischen Julia vorstellen! 😉

Rating: ★★★★½ 

Gloria Cycles – Chancer

(von JuliaL49)
Von Julia gibt’s erwartungsgemäß straighten Indierock. Ich meine, einen dieser britischen Dialekte zu hören, die Julia so mag und auch sonst passt der Song perfekt in ihr Beuteschema, würde ich meinen. Für mein Beuteschema ist auch einiges dabei. Der leichte B-Movie-Horror-Einschlag und die Ska-Einflüsse retten das Stück aus dem Sumpf der Beliebigkeit des Genres. Gefällt mir. Der perfekte Song für die Party. Da werde ich garantiert mal Ausschau halten, was die Band sonst noch so zu bieten hat!

Rating: ★★★★☆ 

Entertainment For The Braindead – Relapse

(von beetFreeQ – kostenloser Download!)
Es war gar nicht so leicht, einen Song aus dem tollen kostenlosen Album von Entertainment For The Braindead herauszusuchen, aber ich wusste, dass ich diese Musik vorschlagen muss. Der ruhige, verspielte Folk der deutschen Sängerin ist einfach so wunderbar zum Träumen geeignet. Leider werden vermutlich gerade die angesprochenen Gehirntoten, die nur noch zombiemäßig den Massenmedien folgen, nicht die geringste Notiz von dieser Musik nehmen können. Aber man kann ja zumindest im kleinen Rahmen Werbung dafür machen!

Rating: ★★★★★ 

The Beauty of Gemina – Into Black

(von Robert)
Auch Robert schlägt nach seinem Hit der vergangenen Runde auf den ersten Blick sehr ruhige Klänge an. Leider gehen diese aber nicht wirklich in die Richtung, die meinem Geschmack entspricht. Der Gesang und das Klavier bringen einen Pathos rüber, der sich einfach nicht mit meinen balladenresistenten Ohren anfreunden will. Die weiteren eingestreuten Instrumente retten da auch nichts mehr, der cheesige Synth und die Oboe (oder was das ist) im zweiten Drittel macht’s eher noch schlimmer und passen in’s Klischee. Ne, um mich in melancholische Stimmung zu bringen, kenne ich bessere Mittel.

Rating: ★☆☆☆☆ 

Emilie Autumn – Dead Is The New Alive

(von cimddwc)
Eine schräg sägende E-Violine und der eletronische Unterbau klingen nicht schlecht und lassen mich auf ein Industrial-Kleinod hoffen. Leider macht die Sängerin dann doch einen kleinen Strich durch die Rechnung. Irgendwie klingt der Gesang seltsam unausgewogen und schlecht abgemischt. Zudem will er sich nicht so wirklich in den musikalischen Unterbau einfügen, der selbst aber nach anfänglicher Euphorie nicht so recht weiß, was er will. Plätschert so vor sich hin. Das Solo zur Hälfte rettet da schon noch etwas. Aber mehr als mittelmäßig ist das Stück für mich nicht. Aus dem Konzept könnte man eindeutig mehr herausholen.

Rating: ★★½☆☆ 

Wow, mit einem Schnitt von 3,4 haben wir’s hier mit einer für meinen Geschmack absolut starken Runde zu tun. So gefällt mir das! Mal sehen, ob die Bonussongs da mithalten können!

Die Bonussongs

The Retrosic – Maneater

(von Guldhan)
Ich frage mich gerade, wo das WGT in Leipzig eine so große Bühne zusammenbekommt, wie sie im Video zu sehen ist. Aber egal, darum soll’s ja nicht gehen. Mittlerweile dröhnen mir die Bässe auch direkt ins Ohr und ich ahne schreckliches. Der “Gesang” macht’s nicht besser. Ich ziehe als Laie sofort meine Vergleiche zu Rammstein, muss aber eingestehen, dass The Retrosic nicht ganz so schlimm sind. Im repetitiven Mittelteil könnte ich mir das Stück sogar als spitzenmäßigen Soundtrack vorstellen. Ist dennoch rein gar nicht mein Fall. Sorry.

Rating: ★½☆☆☆ 

Deichkind – Krawall und Remmidemmi

(von Sir Donnerbold)
Es geht dröhnend weiter, aber immerhin haben wir’s hier nach ein paar doch ziemlich auf die Stimmung drückenden Songs mal wieder mit positiveren Lyrics zu tun, wenngleich sie partymäßig flach ausfallen. Mit Deichkind konnte ich mich ja noch nie so richtig anfreunden. Der eine oder andere Song ist ganz schick, vieles aber auch ziemlich nervtötend oder schlicht langweilig. “Krawall und Remmidemmi” liegt irgendwo dazwischen. Kein Vergleich zur Mediengruppe Telekommander.

Rating: ★★★☆☆ 

Eisbrecher – Kein Mitleid

(von Stoffel)
Die Elektronik ist diese Runde aber ziemlich allgegenwärtig. Und wieder muss ich rammsteineskes hören. In diesem Fall fällt mir die Entscheidung, ob ich’s noch schlimmer als Rammstein finde, ziemlich schwer. Ich beschäftige mich besser nicht viel länger mit dieser Band, um nicht noch den selben Hass wie zu Rammstein zu entwickeln.

Rating: ½☆☆☆☆ 

I Heart Hiroshima – London In Love

(von Kamil)
Soso, London hat sich also verliebt. Mal sehen, ob ich das bei diesem Song auch hinbekomme. Auf alle Fälle kann ich mit den schrägen Gitarren und dem noch schrägeren Gesang ordentlich was anfangen. Echt schicker Indie, um sich die NDH aus den Ohren zu spülen. Gefällt mir absolut. Auf Kamil ist Verlass!

Rating: ★★★★½ 

My Dying Bride – Echoes From a Hollow Soul

(von Fini)
Irgendwie ist es ja immer wieder witzig, wie Bandname und Songtitel grad bei so eher in düstere Regionen gehender Musik den eigentlichen Song vorwegnehmen. Nichts anderes als Metalgitarren und Pathos habe ich erwartet. Sowas ordne ich in meinem chaotischen Schubladensystem immer unter Metalschlager ein. Nur dass Schlagerfuzzis vermutlich wegen Text oder Gitarren auch abschalten würden.

Rating: ½☆☆☆☆ 

Prinz Pi ft. Basstard – 2013

(von WeGi)
Ich will mal versuchen, einen Rapper, der sich mal “Prinz Porno” nannte, nicht gleich abzuschreiben. Auch der Name “Basstard” kommt auf mich eher peinlich rüber. Überraschenderweise macht der musikalische Unterbau aber doch sehr viel Spaß. So kann mir Hip-Hop gern öfter begegnen. Die Lyrics mit ihrem vermutlich nicht ganz ernst gemeinten Verschwörerton können mir auch gefallen. Ist jetzt zwar nicht unbedingt die Musik, die ich ständig hören würde, ist aber absolut angenehm!

Rating: ★★★½☆ 

Sparta – Air

(von Chris / Laura)
Sparta kenne ichzur Abwechslung wieder, allerdings nur flüchtig als eine der zwei Bands, die aus den auseinandergegangenen At The Drive-In entstanden sind. Während “The Mars Volta” mich mit ihrem frickeligen Progressive Rock absolut umhauen konnten, wurde ich mit Sparta nicht so recht warm. Mir fehlte hier die Besonderheit. “Air” kann da nicht so viel dran ändern. Der Song ist nett, hat rockt ordentlich durch’s Ohr,. bleibt bei mir aber leider nicht hängen. Bleibe ich also doch weiter bei The Mars Volta, die ja aber auch schon mal stärker waren als heute…

Rating: ★★★☆☆ 

Schade, trotz einiger Höhen sind doch zu viele Gurken dabei. Das reißt den Gesamtschnitt der Runde bei mir auf immer noch akzeptable 2,79 Punkte runter. Aber was beschwere ich mich? Wie oft kommt es schon mal vor, dass ich in einer Runde gleich drei wirklich tolle Bands für mich entdecke?

Mein Vorschlag für Runde 19

Nachdem in dieser Runde so einiges an “schwarzer” Musik zu hören war, will ich doch selbst mal etwas bringen, was sich mit Avantgarde Metal ganz grob mit in die Szene eingliedern könnte, mir aber im Gegensatz zu vielem anderen aus dem Bereich ausgesprochen gut gefällt. Drum gibt’s diesmal die Band Stolen Babies mit “Gathering Fingers”. Der ausgewählte Song ist nicht unbedingt leichte Kost, aber mein Favorit der Band und ich bin mal gespannt, wie eure Reaktionen dazu ausfallen.

Kommentare

1

Hm, ich steh auf Eisbrecher. ^^ Aber ich muss zugeben, dass ich “Kein Mitleid” gar nicht kenne. Werde mal aufpassen, wenn ich die live sehe im Sommer. Worauf ich aber eigentlich hinnaus wollte: Die waren früher mal besser und ich finde überhaupt nicht, dass die wie Rammstein oder so klingen. Nicht mal ansatzweise. Ich hoffe, du gehörst nicht zu denen, die sagen Unheilig klinge wie Rammstein. Grauselig, habs letztens erst bei YouTube gelesen. Früher waren Eisbrecher übrigens mal Megaherz. Vielleicht fandest du die ja da besser ^^ Die waren nämlich nicht elektronisch ^^

geschrieben von Kerstin
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2

Metalschlager? OO Wenn dann ist Powermetal oder son Glam (Hair)metal der Schlager der Metalszene *lach* Irgendwie scheint den Song echt kaum einer zu mögen. *schulterzuck*

Gestern habe ich übrigens wieder ne neue Band gehört, mal sehen, vielleicht ist das was für eine der kommenden Runden. 😉

@Kerstin…Eisbrecher klingt aber meist nur für Liebhaber der Musik nicht wie Rammstein, für alle anderen ist das irgendwie immer eins. 😉

geschrieben von Fini
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3

Auf diese Runde bin ich echt mal gespannt, weil ich noch gar nichts kenne (nichtmal Deichkind, die alle zu kennen scheinen).

Besonders der erste Song dürfte interessant werden 😉 Wie lange warst du denn in der Kapelle?

geschrieben von juliaL49
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4

@Kerstin: Ich kenne keinen Song von Unheilig, von daher weiß ich nicht, ob sie für mich auch wie Rammstein klingen 😉 – aber ich sehe das wie Fini: Wenn man ein Fan einer Musikrichtung ist, hört man da riesige Unterschiede, die Außenstehende gar nicht wahrnehmen. Das ist bei Genres, die ich gern höre, genauso. Bands aus dem Indie-Rock-Umfeld klingen oft auch sehr ähnlich, aber ich höre da schon ziemliche Unterschiede raus, während das für andere auch alles gleich klingt!

@Fini: Hehe, ja, Powermetal und Hairmetal sind natürlich der Inbegriff des E-Gitarren-Schlagers 😉 – ich glaub aber schon, dass Metal insgesamt oft viel mit Schlagern gemein hat, denn da steckt oft genauso viel Pathos, Kitsch und Klischee drin, wie im nächst besten Schlager. Ist für mich ein kompliziertes Genre, weil ich da nur weniges wirklich mag.

@juliaL49: Deichkind als Namen haste aber schon mal gehört, oder? Müssten dir auch mal durch die Chartspunkte über den Weg gelaufen sein!

So kurz war meine Zeit als Trompeter gar nicht mal, wenn ich so zurückdenke. Ein paar Jahre waren’s wohl, aber auch nur, weil wir mehrere Jugendliche waren und es so zusammen mehr Spaß brachte. Irgendwann sind wir aber dann geschlossen aus der Kapelle ausgetreten, weil die sich nie auf unsere Wünsche nach mehr Abwechslung eingelassen hatten. Die anderen fingen dann zwar später wieder an zu spielen, aber ich wollte dann nicht mehr.

geschrieben von beetFreeQ
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5

Kurz nebenbei, diese große Bühne vom WGT steht innerhalb der sog. “Agra-Halle” und jene wiederum thront innerhalt des alten Leipziger Messegeländes. 😉

geschrieben von Guldhan
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6

@Guldhan: Ah, stimmt, das alte Messegelände eignet sich da gut. War nur von der riesigen Menschenmasse in dem Video überrascht. So groß hatte ich mir die Konzerte auf dem WGT gar nicht vorgestellt.

geschrieben von beetFreeQ
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7

@ Kerstin: Stimmt nicht ganz. Alexx Wesselsky gründete Eisbrecher, nachdem er Megaherz verlassen hatte. Megeherz gibt es auch heute noch. 🙂

geschrieben von Steve
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