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Serienkritik
Neverwhere

I’d like to wish you the best in your future career, but I doubt you’ll live long enough to have one.

Im vergangenen Jahr las ich ja Neil Gaiman’s Roman “Neverwhere” und war voll des Lobs. Da das Buch die literarische Fassung einer Fernsehserie war, die Gaiman damals schrieb, wollte ich diese Serie unbedingt ebenfalls sehen. Für 3,99 Pfund schlug ich dann bei der britischen Amazone zu und kaufte mir die DVD. Im Nachhinein bin ich fast froh, dass es nicht mehr Geld war.

Der Hauptgrund für Neil Gaiman, die Drehbücher der Miniserie noch als Buch zu verarbeiten, war die Tatsache, dass er für’s Fernsehen nicht all das umsetzen konnte, was er sich vorgestellt hatte. Einige Szenen hielten die Verantwortlichen nicht für fernsehtauglich, andere Dinge ließen sich im Rahmen der sechs knapp halbstündigen Folgen nicht ausführlich genug darstellen. Dennoch weicht die Story beider Formate in ihren Grundzügen kaum voneinander ab, weshalb ich hier auf eine Inhaltsbeschreibung verzichte und auf meinen Beitrag zum Buch verweise.

Unabhängig vom Buch hat man oft das Gefühl, die Serie wolle mehr in den kurzen Folgen unterbringen, als möglich ist. Hier wird von Szene zu Szene gehetzt, vieles wird nur kurz angedeutet. So geht leider viel Atmosphäre verloren, die das Buch, trotz seiner auch nicht gerade üppigen Länge durch die Imagination des Lesers perfekt aufbauen kann. Leider kann die Serie auch nicht verbergen, dass sie mit sehr niedrigem Budget gedreht wurde und auch nicht ausschließlich auf die besten Darsteller setzen konnte. Zwar sind einige Schauplätze liebevoll ausgearbeitet, aber die verunglückte Ausleuchtung, Kameraführung und die oft hölzerne Darstellung machen das wieder zunichte.

Vielleicht muss man die Serie mit den Augen eines Briten der 90er sehen, der das Buch noch nicht kennt und relativ billige Fernsehproduktionen gewöhnt ist. Denn die Story ist, trotz ihrer Komprimierung auf kurze Folgen, immer noch toll und hatte auch ihren nicht geringen Erfolg. Es hat aber seinen Grund, dass vor allem die Romanfassung die Lorbeeren einheimste und wiederum Vorlage für Theaterstücke, eine Comic-Fassung und eine gerüchteweise in Arbeit befindliche Kinoversion ist.

Die Serie kann einfach nicht den Vorstellungen gerecht werden, die man sich beim Lesen des Romans von der dargestellten Welt gemacht hat. Dennoch dürfte sie gerade für Fans des Buches und des Autors allgemein absolut interessant sein, denn die DVD-Fassung wartet mit einigen interessanten Audiokommentaren von Gaiman selbst und einem Interview mit ihm auf. Und letztendlich sind etwas über 4 Euro dafür auch nicht wirklich viel Geld!

Rating: ★★★★★★☆☆☆☆ 


Die Einführungsszene des Marquis de Carabas aus Episode 1.

Kommentare

1

Uh, das mit den Audiokommentaren klingt gut 🙂 Ich bin gerade dabei, Neil Gaiman zu entdecken (Neverwhere noch nicht gelesen), weil du einige andere so von ihm schwärmen (und er eine coole Sau zu sein scheint, wie seine Twitterei verrät).
Dann werde ich demnächst wohl auch zur Serie greifen!

geschrieben von juliaL49
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2

@juliaL49: Ich bin mal gespannt, was du davon hältst! Ich bin ja auch noch ein Gaiman-Frischling. HHabe bisher nur Neverwhere und seine Zusammenarbeit mit Terry Pratchett namens Good Omens gelesen. Haben mir aber beide sehr genial gefallen, weshalb ich sicher noch so einige Bücher mehr von ihm lesen werde. American Gods liegt z.B. schon bereit!

geschrieben von beetFreeQ
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