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Remembering The 90s: 1992

Hab ich mich im Beitrag zu 1991 schon geschämt, dass ich über einen Monat gebraucht hatte, um das Jahr 1990 fortzusetzen, habe ich mir diesmal sogar unbewusst zwei Monate Zeit gelassen. Ich gelobe aber Besserung!

In dieser Reihe möchte ich mal ein wenig mit dem schlechten Ruf der 90er aufräumen. Dabei geht’s mir in erster Linie um die Musik und Filme der einzelnen Jahre, die ich in den Beiträgen genauer beleuchten will. Kommen wir damit nun also zum Jahr…

1992

Viele wichtige Geschehenisse sind aus dem Jahr 1992 nicht hängen geblieben. George Bush Senior wurde in den USA als Präsident endlich von Clinton abgelöst, ansonsten gibt es nicht viel wichtiges zu erzählen, wenn ich mich nicht täusche.

In Sachen Musik und Film war das Jahr sehr ergiebig. Einige wirklich großartige Bands brachten hier ihre Debut-Alben heraus, wieder andere verabschiedeten sich von der Bildfläche. Kinotechnisch gesehen haben wir es aber, gerade im Bereich des Indie-Kinos mit einem relativ schwachen Jahr zu tun, das wenige, aber dafür wirklich tolle Highlights hatte!

Musik

  • Die Fantastischen Vier – Saft
    1992 war das Erfolgsjahr der Fanta 4. Mit “Die da” hatten sie ihren Durchbruch und auch “Saft” war eine absolute Hitsingle. Der Stil ist noch recht cheesy, aber die Band hat in den Jahren eine enorme Entwicklung hingelegt.
  • Beastie Boys – So What’cha Want
    “Check Your Head” war das dritte Album der Kult-Rapper und führte sie wieder näher an ihre Punk-Vergangenheit zurück. “So What’cha Want” war eine der Hitsingles der Scheibe.
  • Rage Against The Machine – Killing In The Name
    Mit dem unbetitelten Debut-Album betraten die Politrocker von Rage Against The Machine und sollten mit ihrem Stil das Crossover-Genre mitbegründen. Ihr Mix aus harten Gitarren und den markanten Raps Zack De La Rochas ist noch heute absolut genial.
  • Sonic Youth – Sugar Kane
    Nach dem großen Erfolg von Nirvana, versuchte das Plattenlabel von Sonic Youth deren siebtes Album ebenso in die Charts zu pushen. Der große Mainstream-Erfolg blieb aus, was der Band aber letztlich gut getan hat. Das Album wurde von Kritikern sowieso in höchsten Tönen gelobt.
  • Nine Inch Nails – Happiness in Slavery
    1992 brachte Trent Reznor als Zwischenmahlzeit auf dem Weg zum Klassiker “The Downward Spiral” die EP “Broken” heraus. Reznor zog die Härte der Songs nochmal an und erntete damit zwei Grammies. Das Video zu “Happiness In Slavery” wurde übrigens fast überall verboten, da es einen Mann zeigt, der sich freiwillig von einer Maschine foltern und töten lässt, was allerdings nur gespielt war.
  • Tool – Opiate
    “Opiate” war die erste EP der Band und begründete ihre Karriere als erfolgreichste Progressive-Metal-Band. Der Stil war damals noch geradliniger, aber das Titelstück weist mit seinen 8 Minuten schon den Weg.
  • Faith No More – Land Of Sunshine
    Faith No More verabschiedeten sich mit “Angel Dust” von ihrem noch recht massenkompatiblem Stil des Vorgängers und wechselten vermehrt zum Avantgarde Metal. “Land Of Sunshine” war noch der zugänglichste Vertreter der Scheibe.
  • Ugly Kid Joe – Everything About You
    Ugly Kid Joe starteten mit ihrem Debut “America’s Least Wanted” durch und brachten mehrere Hits in die Charts. Die danach folgenden Alben blieben aber relativ unbemerkt und die Band verschwand wieder von der Bildfläche.
  • R.E.M. – Man On The Moon
    “Automatic For The People” war bereits das achte Album von R.E.M. und gilt bis heute als ihr bestes Werk. Auch der Erfolg war überwältigend, konnte die Band doch ganze sechs Singles in den Charts platzieren.
  • Blind Melon – No Rain
    Auch Blind Melon hatten 1992 für ihr Debut ausgewählt und konnten mit dem selbstbetitelten Album mehrere Hits verzeichnen. Der Erfolg blieb aber nicht konstant und der Drogentod des Sängers Shannon Hoon bedeutete nach nur einem weiteren Album das Aus.
  • Nick Cave And The Bad Seeds – Papa Won’t You Leave Henry
    “Henry’s Dream” war eins der eher unscheinbareren Alben von Nick Cave. Nichts desto trotz enthält es einige wirklich großartige Songs.
  • Tom Waits – Goin’ Out West
    Fünf Jahre ließ Waits sich Zeit, um wieder ein Studioalbum zu veröffentlichen und brachte mit “Bone Machine” sein vielleicht bestes Werk heraus. Der dunkle, raue Stil sorgte für einige Preise, u.a. einen Grammy für das beste alternative Album.
  • Tori Amos – Leather
    Und noch ein Debut erschien 1992. Tori Amos startete mit “Little Earthquakes” ihre Karriere und konnte gleich mit “Crucify” einen Hit landen. Dennoch blieb sie seither eher den Charts fern, erarbeitete sich aber eine sehr treue Fanbasis.
  • Balanescu Quartet – Model
    Das Balanescu Quartet wird den meisten recht unbekannt sein. Das rumänische Avantgarde-Streichquartet erlangte aber 1992 gewisse Bekanntheit, weil sie auf ihrem Album “Possessed” einige geniale Coverversionen von Kraftwerk-Songs versammelt hatten.
  • Mike Oldfield – Sentinel
    Den Abschluss macht Mike Oldfield, der 1992 mit der Neuauflage seines Klassikers “Tubular Bells” für Aufsehen sorgte. War diese Neuinterpretation noch wirklich großartig, überspannte er den Bogen später mit immer neuen Versionen des Werks, die selbst vor Techno nicht zurückschreckten.

Film

http://www.youtube.com/view_play_list?p=5E39E85FE6CF46FA

  • Army Of Darkness (Armee der Finsternis)
    Sam Raimi beschloss seine “Evil Dead”-Trilogie mit diesem B-Movie-Slapstick-Klassiker. Bruce Campbell reist als Ash ins Mittelalter und muss sich allerlei Gefahren erwehren. Leider wurde dem Film sein originales, ziemlich düsteres Ende genommen, weil Warner Brothers einen Hit witterte und diesen eher freundlich enden lassen wollte.
  • Batman Returns (Batmans Rückkehr)
    Noch bevor Joel Schumacher die Batman-Reihe zu einem grellbunten Reinfall umfunktionierte, konnte Tim Burton mit seinem zweiten Teil noch mal die schön düstere, surreale Welt, die er im ersten Teil schuf, besuchen. Mit Danny DeVito als Pinguin und Michelle Pfeiffer als Cat Woman hatte er Batman zwei würdige Kontrahenten gegenübergestellt.
  • Braindead
    Nicht nur Sam Raimi schlug sich vor seiner Blockbuster-Zeit mit Splatterkomödien durch. Auch Peter Jackson hatte einige nennenswerte Filme in diesem Genre zu bieten, allen voran der in Deutschland verbotene “Braindead”, von dem nur extrem gekürzte FSK-16-Fassungen unter dem Namen “Dead Alive” legal im Umlauf sind.
  • Lethal Weapon 3
    Der dritte Teil der Actionkomödien-Reihe lutschte das Thema zwar langsam aus, konnte aber trotzdem noch durch launige Gags und tolle Action überzeugen.
  • Malcolm X
    Denzel Washington hatte schon viele besondere Rollen, aber die des Malcolm X war wohl seine bisher beste. Die Verfilmung des Lebens des Bürgerrechtsaktivisten von Spike Lee ist ein absoluter Klassiker.
  • Reservoir Dogs
    Quentin Tarantinos erster großer Kinofilm sollte zwar kein großer Hit am Box Office werden, mauserte sich aber zum Kultfilm schlechthin und ebnete ihm den Weg zu seinem heutigen Erfolg.
  • Wayne’s World
    Basierend auf einem Sketch aus der Sendung Saturday Night Live drehte Mike Myers den Film “Wayne’s World” und erlangte damit schnell Kultstatus. Der Film hatte einen großen EInfluss auf die damalige Jugend und brachte sogar Queen’s “Bohemian Rhapsody” fast 20 Jahre nach seinem Erscheinen auf Platz 2 der Charts.

Kommentare

1

Reznor hatte zu Broken noch ein ganzes Video gedreht, was aber nie offiziell veröffentlicht wurde: Mann entführt anderen, foltert und tötet ihn, während er sich die Videos von Nine Inch Nails anschaut. Schlägt ziemlich in dieselbe Kerbe wie das ganze Happiness in Slavery Video.

Und ich liebe ja die Stelle in Fight Club, in der Goin’ Out West für ein paar Sekunden läuft, während die Bar dicht gemacht wird, um im Keller den Club zu eröffnen.

geschrieben von Jeriko
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2

Hach, Everything About You und No Rain, das waren noch Zeiten…

92 habe ich angefangen die Bravo zu lesen (jaja, steinigt mich) und bekam erstmals mit, was so (im Mainstream) lief.

Die Filme habe bis auf Wayne’s World wenn überhaupt erst nachträglich gesehen, was daran liegen könnte, dass sie nicht ab 12 freigegeben waren 😉

geschrieben von juliaL49
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3

@Jeriko: Von dem Video wusste ich noch gar nichts. Reznor hatte damals aber auch eine reichlich brutale Phase.

“Goin’ Out West” hatten sie in Fight Club ja ziemlich gut versteckt – hab’s erst spät entdeckt, obwohl ich den Song längst kannte.

@juliaL49: Ich glaube, die Bravo hatte ich schon früher zur regelmäßigen Lektüre gekürt. Ich war ja damals auch dem Mainstream verfallen. Aber rückwirkend betrachtet, ist es immer schön zu wissen, dass man damals doch schon ein paar Songs mochte, für die man sich heute doch nicht zu schämen braucht! 😉

Im Kino hatte ich damals auch keinen davon gesehen. Wayne’s World, Lethal Weapon und Batman Returns hab ich mir aber recht bald im Fernsehen angeschaut. Für die anderen Filme brauchte ich noch ne ganze Menge Jahre, bis ich mich mit so etwas beschäftigt habe. Aber stimmt auch – ist ein überraschend hoher FSK-18-Anteil dabei diesmal.

geschrieben von beetFreeQ
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4

What!? Killing in the Name of ist schon so alt?? Wusst ich ja gar nicht!
Batman, Braindead und die Dogs…einfach Klasse! Die 90er waren doch nicht so kacke wie ich immer wieder denke ^^

geschrieben von Schaps
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5

@Schaps: Ich hab “Killing In The Name Of” im Jahr 2000 das erste Mal auf einer Abiparty gehört und war hin und weg. Der Song war mein Einstieg in Crossover und ähnlicher Musik. Ich war damals aber auch überrascht, wie alt der Song schon ist. Sehr viel hat die Band an ihrem Stil über die Jahre auch nicht verändert. War aber auch nicht nötig, finde ich!

geschrieben von beetFreeQ
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